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CDU-Abgeordneter fordert: Armin Laschet soll auf Kanzlerkandidatur verzichten

Streit um Kanzlerkandidatur  

CDU-Abgeordneter fordert Laschet zum Rückzug auf

14.04.2021, 16:12 Uhr | AFP

CDU-Abgeordneter fordert: Armin Laschet soll auf Kanzlerkandidatur verzichten. CDU-Chef Armin Laschet nach Gesprächen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Der Parteichef ringt weiter mit dem CSU-Vorsitzenden um die Kanzlerkandidatur. (Quelle: Reuters/Annegret Hilse)

CDU-Chef Armin Laschet nach Gesprächen in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: Der Parteichef ringt weiter mit dem CSU-Vorsitzenden um die Kanzlerkandidatur. (Quelle: Annegret Hilse/Reuters)

In CDU und CSU rumort es wegen der Frage um die Kanzlerkandidatur weiter gewaltig: Der Abgeordnete Alexander Throm rät seinem Parteichef Armin Laschet nun zur Aufgabe.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Throm hat Parteichef Armin Laschet den Rückzug aus dem Rennen um die Kanzlerkandidatur nahegelegt. Der Heilbronner Christdemokrat verwies in der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstagsausgabe) auf die deutliche Unterstützung, die am Dienstag in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für CSU-Chef Markus Söder deutlich geworden sei. "Ich hoffe, dass Armin Laschet dieses eindeutige Stimmungsbild auf sich wirken lässt und daraus die richtigen Schlüsse zieht", sagte Throm.

Der Baden-Württemberger hatte mit sieben weiteren CDU-Abgeordneten aus dem Südwesten bereits vor einer Woche für eine Kanzlerkandidatur Söders geworben. Der "Augsburger Allgemeinen" sagte er nun: "Für Markus Söder als Kanzlerkandidat spricht seine deutlich höhere Akzeptanz in der Bevölkerung – und übrigens auch bei den Mitgliedern der CDU." Bei der Kanzlerkandidaten-Debatte dürfe es keine Rolle spielen, aus welcher der Schwesterparteien der geeignete Bewerber komme.

CDU-Bundestagsabgeordneter Alexander Throm im Plenarsaal des Deutschen Bundestages: Der Abgeordnete empfiehlt Armin Laschet, auf die Kanzlerkandidatur zu verzichten. (Quelle: imago images/Future Image)CDU-Bundestagsabgeordneter Alexander Throm im Plenarsaal des Deutschen Bundestages: Der Abgeordnete empfiehlt Armin Laschet, auf die Kanzlerkandidatur zu verzichten. (Quelle: Future Image/imago images)

Auch Unterstützer Laschets meldeten sich am Tag nach dem Schlagabtausch der beiden Kandidaturanwärter in der Fraktion zu Wort. Die brandenburgische CDU-Bundestagsabgeordnete Saskia Ludwig sprach sich im RBB-Inforadio für den CDU-Chef aus. Zwar habe sich am Dienstag in der Fraktion gezeigt, "dass wir wirklich zwei gute Kandidaten haben - Söder genauso wie Armin Laschet", sagte Ludwig.

Laschet sei aber ihr Favorit, machte Ludwig klar. Sie finde, Laschet habe als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen "wirklich eine hervorragende Arbeit gemacht". Ludwig verwies darauf, dass Laschet erst im Januar zum CDU-Chef gewählt worden sei. Für sie sei damals schon "völlig klar" gewesen, "dass er Kanzlerkandidat werden will".

Viele Unterstützer für Söder

Der Gelsenkirchener CDU-Bundestagsabgeordnete Oliver Wittke sprach sich im WDR ebenfalls für Laschet aus - räumte aber zugleich ein, dass CSU-Chef Söder in der gemeinsamen CDU/CSU-Bundestagsfraktion über viel Rückhalt verfüge. "Es gab schon in der Bundestagsfraktion eine deutliche Mehrheit in Richtung Markus Söder", sagte Wittke im WDR.

Es gebe aber auch "viele, die von den Qualitäten Armin Laschets überzeugt sind", sagte Wittke weiter. Er selbst halte es für klüger, den gerade erst gewählten neuen CDU-Vorsitzenden ins Rennen zu schicken.

Seehofer und Merz warnen vor Chaos

Führende Unionspolitiker mahnten eine rasche Beilegung des Streits an. Bundesinnenminister Seehofer sagte, er hoffe "inständig", dass Söder und Laschet eine "konsensorientierte Lösung" finden. Das habe er beiden so gesagt. "Ich kann aber nicht sagen, wie sie das bewerkstelligen könnten", räumte Seehofer ein.

Der frühere Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) warnte davor, durch den Machtkampf die Wähler zu vergraulen. Mit Blick auf aktuelle Umfragen sagte er: "Wir sind noch ganze drei Prozentpunkte von einer Bundeskanzlerin Annalena Baerbock entfernt. Wir drei runter, die Grünen drei hoch - dann ist die Bundestagswahl 2021 gelaufen."

Merz bekräftigte seine Forderung an die CSU, zugunsten Laschets auf die Kanzlerkandidatur zu verzichten. Er verwies darauf, dass Laschet die Unterstützung von CDU-Präsidium und -Vorstand genieße. "Ich finde, das hat Gewicht, und ich finde, das sollte auch die CSU akzeptieren." Er habe Laschet nach dessen Wahl zum CDU-Chef im Januar Unterstützung zugesagt - "ich stehe auch in kritischen Tagen dazu, wenn der Wind mal von vorne kommt".

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht die Union durch den anhaltenden Machtkampf um die Kanzlerkandidatur praktisch gelähmt. "Über Monate wusste man, irgendwann muss man die K-Frage klären, jetzt rasen die Züge in der Union aufeinander zu, das macht die Partei handlungsunfähig", sagte er am Mittwoch im Sender Phoenix. Dies sei in einer so kritischen Lage, in der sich das Land gerade befinde, fatal.

Laschet und Söder hatten am Dienstagabend angekündigt, bis Ende der Woche eine Entscheidung in der Kandidatenfrage herbeizuführen. Einen Zeitplan gab es dafür nach Parteiangaben vom Mittwochnachmittag zunächst noch nicht.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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