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Spahn, Scheuer & Co.: Abgeordnete haben Corona-Schutzausrüstung beschafft

Scheuer, Spahn & Co  

Diese Abgeordneten haben die Corona-Schutzausrüstung beschafft

28.04.2021, 08:40 Uhr | AFP

Spahn, Scheuer & Co.: Abgeordnete haben Corona-Schutzausrüstung beschafft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): In aller Regel zogen die betroffenen Abgeordneten keine finanziellen Vorteile aus den von ihnen vermittelten Geschäften. (Quelle: imago images/Florian Gärtner)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): In aller Regel zogen die betroffenen Abgeordneten keine finanziellen Vorteile aus den von ihnen vermittelten Geschäften. (Quelle: Florian Gärtner/imago images)

40 Bundestagsabgeordnete haben Kontakte zwischen Firmen für medizinische Schutzausrüstung und dem Gesundheitsministerium vermittelt. Jetzt wurde eine Liste aller Beteiligten öffentlich.

Im vergangenen Jahr hatten 40 Bundestagsabgeordnete wegen zustande gekommener Verträge für Corona-Schutzausrüstung Kontakt zum Bundesgesundheitsministerium. Auf einer am Dienstag bekannt gewordenen Liste sind neben dem in der Maskenaffäre zurückgetretenen Unionsfraktionsvize Georg Nüßlein (ehemals CSU) auch die Bundesminister für Verkehr und Gesundheit, Andreas Scheuer (CSU) und Jens Spahn (CDU), aufgeführt. Die stellvertretende SPD-Fraktionschefin Bärbel Bas findet sich ebenfalls in der Aufzählung.

Hier finden Sie das Dokument des Bundesgesundheitsministeriums. 

Masken, Kittel und Handschuhe

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und CDU-Parteivize Silvia Breher stehen auf der Liste für den Gesundheitsausschuss des Bundestages – ebenso der Unions-Haushaltsexperte Eckardt Rehberg (CDU) und der SPD-Rechtspolitiker Johannes Fechner. Sie alle haben demnach Kontakte zwischen Firmen für medizinische Schutzausrüstung und dem Gesundheitsministerium vermittelt. Dazu gehörten neben Masken auch Kittel oder Handschuhe.

Nüßlein hatte wegen einer mutmaßlichen hohen Provisionszahlung zurücktreten müssen. Das Bundesgesundheitsministerium verwies in einem Begleittext zu der Liste an den Gesundheitsausschuss darauf, dass es selbst keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten habe. Es lägen "keine Anhaltspunkte vor für ein Fehlverhalten, Provisionszahlungen oder die Gewährung anderer Vorteile", heißt es in dem Text.

Korruption: Nüßlein soll sechsstellige Summe erhalten haben

In aller Regel zogen die betroffenen Abgeordneten auch keine finanziellen Vorteile aus den von ihnen vermittelten Geschäften. Gegen Nüßlein allerdings läuft ein Verfahren wegen Bestechlichkeit. Er soll eine sechsstellige Summe kassiert haben.

Zum Beginn der Corona-Pandemie vor gut einem Jahr war Schutzausrüstung Mangelware. Es war deshalb durchaus im Interesse der Bundesregierung, dass sich Abgeordnete für den Ankauf entsprechenden Materials engagierten.

Einige wenige Abgeordnete stimmten der Veröffentlichung ihres Namens nicht zu, andere nur unter Bedingungen. Nach sorgfältiger Abwägung entschied sich das Bundesgesundheitsministerium zur Veröffentlichung der Liste.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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