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Debatte um Schutz von Kindern vor Corona entbrannt

Von dpa
Aktualisiert am 11.07.2021Lesedauer: 3 Min.
Kinder auf dem Weg in die Schule (Symbolbild). Politiker warnen vor den Auswirkungen einer neue Welle auf Jugendliche.
Kinder auf dem Weg in die Schule (Symbolbild). Politiker warnen vor den Auswirkungen einer neue Welle auf Jugendliche. (Quelle: Michael Gstettenbauer/imago-images-bilder)
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Nach wieder steigenden Infektionszahlen rücken Kinder und Jugendliche in den Fokus. Die SPD nimmt Erwachsene in die Pflicht, CDU-Mann Schäuble warnt vor Schulschließungen. An Vorschlägen mangelt es nicht.

SPD-Chefin Saskia Esken hat angesichts steigender Corona-Inzidenzwerte einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen auch durch Einschränkungen seitens geimpfter Erwachsenen gefordert. "Die Gesundheit ebenso wie die Bildungs- und Entwicklungschancen der jungen Generation müssen jetzt im Vordergrund stehen", sagte Esken den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). "Die junge Generation hat jetzt mehr als ein Jahr aus Rücksicht auf die ältere Generation auf vieles verzichtet, jetzt darf sie dieselbe Rücksichtnahme von den überwiegend geimpften älteren Erwachsenen erwarten."

Konkret forderte die SPD-Chefin etwa, sich weiter an die Hygieneregeln zu halten, um Kinder und Jugendliche zu schützen, die derzeit noch nicht geimpft werden könnten. "Großveranstaltungen mit Tausenden Besuchern wie der Fußball, wo erschreckend wenig Bereitschaft zur Hygienedisziplin gezeigt wird, sollten wir nicht akzeptieren." Tests für Reiserückkehrer und für nicht Geimpfte in Betrieben müssten weiterhin aufrechterhalten werden.

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"Wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren in dem Irrglauben, Kinder und Jugendliche seien nicht gefährdet", sagte Esken. "Durch den fehlenden Impfschutz sind die Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen weiterhin doppelt so hoch wie in der Altersgruppe über 50 Jahren." Langzeitfolgen von Covid-19 könnten jungen Menschen eine Zukunft für lange Zeit verbauen.

Auch Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sieht beim Nachwuchs Handlungsbedarf. "Wir laufen mit Ansage in einen zweiten Corona-Herbst, und wieder unternimmt die Bundesregierung viel zu wenig, um Kitas und Schulen zu sichern. Kinder, Jugendliche und ihre Familien drohen erneut, vergessen zu werden", sagte sie den Funke-Zeitungen. Sie fordert "jetzt einen Kita- und Schulgipfel, damit sich dieses Planungsversagen nicht wiederholt".

Warnung vor neuen Schulschließungen

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sieht eine Notwendigkeit für Impfungen Kindern, wenn auch auf freiwilliger Basis. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen warnt Schäuble vor erneuten Schulschließungen nach den Sommerferien. "Kitas, Schulen und Unis zu schließen ist alles andere als harmlos", sagte der CDU-Politiker laut Vorabbericht der "Bild am Sonntag". Die Einschränkungen für Kinder und Jugendlichen seien massiv. "Natürlich müssen wir in erster Linie verhindern, dass wieder viele Menschen durch das Coronavirus sterben oder schwer erkranken." Aber fast gleichwertig seien die individuellen und gesellschaftlichen Folgeschäden durch Corona-Maßnahmen, die stärker in den Blick genommen werden müssten.

Vor diesem Hintergrund sprach sich Schäuble dem Vorabbericht zufolge für die Impfung von Kindern und Jugendlichen aus. "Man sollte Jüngere impfen, wenn sie es wollen", sagte Schäuble. "Wenn wir es durch Impfungen der 12- bis 17-Jährigen schaffen, dass wir Einschränkungen im Schulbetrieb vermeiden, dann ist das ein gewichtiges Argument."

Um Vorschlag von Friedrich Merz (CDU), Schulen zu öffnen, weil Kinder meist leichten Symptome hätten, konterte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter: "Das haben die Kinder nicht verdient. Sie haben die Erwachsenen geschützt, Opfer gebracht, und sollen jetzt ohne Impfung in einen Feldversuch zu #LongCovid bei Kindern."

Bildungsministerin für Präsenzunterricht

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hatte sich am Samstag sich dafür ausgesprochen, dass nach den Ferien für Schüler trotz Corona grundsätzlich die Präsenzpflicht im Unterricht gelten soll. "Die Präsenzpflicht sollte aus meiner Sicht wieder in der Regel gelten", sagte die CDU-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Ausnahmen bei vorerkrankten und besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen müssen aber möglich sein". Es werde Rahmenbedingungen geben, unter denen sicherer Unterricht gewährleistet werden kann.

Karliczek hat außerdem Studierende aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Sie wünsche sich so viel Normalität wie möglich für das Wintersemester, sagte die CDU-Politikerin der "Welt am Sonntag". Sie wisse, wie unbefriedigend das isolierte Lernen sei. "Um so viel Präsenz wie möglich zu ermöglichen, appelliere ich auch an die Studierenden - lassen Sie sich impfen!"

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