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Bericht: Spahn will Impfangebot für Jugendliche durchsetzen

Entgegen der Stiko-Empfehlung  

Bericht: Spahn will Impfangebot für Jugendliche durchsetzen

01.08.2021, 17:31 Uhr | rtr

Bericht: Spahn will Impfangebot für Jugendliche durchsetzen. Impfung eines Schulkindes: Zu den Plänen des Gesundheitsministers Jens Spahn rund um die Impfung von Kindern und Jugendlichen sind neue Details bekannt geworden. (Quelle: imago images/Fotostand/K. Schmitt)

Impfung eines Schulkindes: Zu den Plänen des Gesundheitsministers Jens Spahn rund um die Impfung von Kindern und Jugendlichen sind neue Details bekannt geworden. (Quelle: Fotostand/K. Schmitt/imago images)

Die Impfung von Kindern und Jugendlichen gegen das Coronavirus ist umstritten. Gesundheitsminister Jens Spahn setzt sich offenbar dennoch dafür ein, während sich die Ständige Impfkommission in Zurückhaltung übt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will einem Zeitungsbericht zufolge das umstrittene Impfangebot für Kinder und Jugendliche durchsetzen. Laut Informationen der "Bild am Sonntag" geht diese Absicht aus einem Beschlussentwurf von Spahns Ministerium für die Konferenz des CDU-Politikers mit den Gesundheitsministern der Länder am Montag hervor.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte am Sonntag dem ZDF, es gehe in diese Richtung, doch könne er der Entscheidung nicht vorgreifen. Er dringe seit Wochen darauf, dass Schülern ein stärkeres Angebot gemacht werde, auch wenn die Ständige Impfkommission (Stiko) Corona-Impfungen für Jugendliche nur bei bestimmten Vorerkrankungen empfehle. Wenn sich viele infizierten, sei verstärkte Quarantäne angesagt: "Und dann ist Schule durch die Hintertür zu und das wollen wir nicht."

Mehrere Anlaufstellen

Der Zeitung zufolge soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass sich Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren in Impfzentren und bei Haus- und Betriebsärzten gegen Covid spritzen lassen. Außerdem soll es für bereits zweimal geimpfte ältere Menschen eine Auffrischung geben. Für Pflegeeinrichtungen und Altenheime ist demnach der Einsatz von mobilen Impfteams vorgesehen.

Die Stiko begründet ihre zurückhaltende Position in der Frage der Impfungen für Jugendliche mit dem geringen Risiko einer schweren Erkrankung in dieser Altersgruppe. Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hatte die Expertenkommission in dieser Frage scharf kritisiert. Faktoren wie etwa die Schaffung von Herdenimmunität würden von ihr nicht berücksichtigt.

Bisher hat nur jeder vierte Ungeimpfte vor, sich noch den Piks gegen Corona geben zu lassen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut INSA für die "Bild am Sonntag" erhoben hat. Demnach wollten sich 54 Prozent der bisher Ungeimpften grundsätzlich nicht impfen lassen.

"Tests nicht auf Dauer kostenlos"

Unterdessen rückt ein Ende der Kostenfreiheit von Corona-Tests näher. Laut Insidern in der Regierung ist zwar noch nichts entschieden. Aber es gebe "Sympathie" dafür, dass die kostenlosen Tests enden sollten, wenn alle Willigen ein Impfangebot erhalten und nach einer zweiten Impfung vollen Schutz hätten. Rechnerisch könnte das Ende September der Fall sein, erfuhr Reuters aus Regierungskreisen.

FDP-Chef Christian Lindner sagte der "Welt am Sonntag", der Zeitpunkt werde kommen, an dem die Gemeinschaft die Kosten für individuelle Entscheidungen nicht mehr tragen könne. CSU-Chef Söder sieht dies ähnlich: "Der Test kann nicht auf Dauer kostenlos sein." Ähnlich hatten sich zuletzt auch Spitzenpolitiker von CDU und SPD geäußert.

Nachteile für Ungeimpfte

Ab dem Herbst könnte es laut "Welt" in Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz Nachteile im Alltag für Personen geben, die sich nicht impfen lassen. Für diese werde etwa der Zugang zu Restaurants, zu Kulturprogrammen oder zum Sport dann nur mit einem negativen Testergebnis möglich sein, erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Baden-Württemberg.

Das Robert-Koch-Institut meldete am Sonntag 2.097 neue Positiv-Tests auf Corona. Das sind 710 mehr als eine Woche zuvor, als 1.387 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 16,9 am Samstag auf 17,5 am Sonntag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Insgesamt fielen in Deutschland bislang rund 3,77 Millionen Corona-Tests positiv aus.

Kontrolle von Reiserückkehrern

Zur Einführung der Corona-Testpflicht für ungeimpfte Reiserückkehrer in Deutschland am Sonntag sprach Bundesinnenminister Horst Seehofer in der Zeitung von konsequenten Kontrollen. Der CSU-Politiker drohte mit empfindlichen Bußgeldern bei Verstößen gegen die Nachweispflicht.

An den Binnengrenzen gebe es Stichproben, um Staus im Urlaubsverkehr zu verhindern. Bei Einreisen aus Ländern außerhalb der EU werde hingegen jeder Rückkehrer an den Flug- und Seehäfen kontrolliert. Näheres zum Verlauf der Einführung konnte die Bundespolizei auf Anfrage zunächst nicht mitteilen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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