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Drosten: "Man muss ja schon sehr ignorant sein"

Von t-online, lw

Aktualisiert am 05.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Christian Drosten: Der Virologe warnt vor dem hohen Anteil der Ungeimpften.
Christian Drosten: Der Virologe warnt vor dem hohen Anteil der Ungeimpften. (Quelle: photothek/imago-images-bilder)
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Die Omikron-Variante nimmt schon bald Überhand in Deutschland, meint Virologe Drosten. Er nennt die effektivste Maßnahme gegen die Mutante – und äußert großes Unverständnis für ungeimpfte Bürger.

Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die Omikron-Variante Ende Januar das Infektionsgeschehen in Deutschland dominieren wird. Der Anteil nehme nachweislich zu, sagte der Chef der Virologie der Berliner Charité im NDR-Podcast "Coronavirus-Update". In fast allen Bundesländern sei man noch unter 50 Prozent. Das werde sich in den kommenden Tagen ändern. Die Variante verbreite sich allerdings langsamer als in anderen Ländern. "Omikron wird jetzt so langsam das Geschäft übernehmen", so der Virologe. Aber: Deutschland werde nicht von der Variante überwältigt.


Diese bekannten Forscher sitzen im neuen Expertenrat

Prof. Dr. Christian Drosten: Der Chefvirologe der Berliner Charité zählt zu den bekanntesten Gesichtern seit der Corona-Pandemie. Drostens Forschungsschwerpunkte sind neu auftretende Viren – insbesondere mit Coronaviren kennt sich der Virologe seit Jahren aus. Sein Wissen teilt er regelmäßig im NDR-Podcast "Coronavirus-Update".
Prof. Dr. med. Christian Karagiannidis: Er ist Geschäftsführender Oberarzt der Lungenklinik Köln-Merheim und Leiter des dortigen Ecmo-Zentrums. Außerdem ist er wissenschaftlicher Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN).
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Politisch werde man mit gewissen "Kontakt-Kontrollmaßnahmen vielleicht noch mal rangehen müssen", sagte Drosten mit Blick auf die Eindämmung des Virus. "Ich möchte hier nicht irgendwelche Listen runterrattern von denkbaren Maßnahmen", betonte der Mediziner. Die stärkste Maßnahme, die niemand ergreifen wolle, sei allerdings ein Eingriff in den Schulbetrieb. "Wie die Politik das jetzt moderiert, das muss man der Politik überlassen."

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"Das ist unser Problem in den nächsten Wochen"

Drosten betonte außerdem den Schutz vor Omikron durch eine Booster-Impfung. Sicher sei inzwischen, dass die neue Variante einen milderen Verlauf als vorherige Mutanten mit sich bringe. Ohne Berücksichtigung des Impfstatus könne man sagen, dass das Risiko eines Krankenhausaufenthalts bei einem Omikron-Infizierten bis zu 30 Prozent geringer ist als bei einem Delta-Infizierten. Wer ungeimpft ist, habe mit einer Omikron-Infektion 24 Prozent weniger Risiko ins Krankenhaus zu müssen als jemand, der ungeimpft mit Delta infiziert ist.

"Das ist also für die vielen Ungeimpften, die wir leider in Deutschland haben, eine sehr gute Neuigkeit", so der Virologe. Es gebe in der Bevölkerung über 60 "leider" noch ungefähr drei Millionen ungeimpfte Bürger. "Das ist unser Problem in den nächsten Wochen." Denn zwangsläufig sei mit ganz unterschiedlich schweren Verläufen zu rechnen. Es sei keine Entwarnung angebracht. Bei zweifach Geimpften sei das Risiko 34 Prozent geringer, bei Dreifach geimpften etwa 63 Prozent geringer, wegen einer Infektion ins Krankenhaus zu müssen.

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Eine Auffrischungsimpfung ist aus Sicht des Virologen Christian Drosten die beste Waffe gegen eine Infektion mit der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus. "Was richtig schützt gegen Omikron ist die Dreifach-Impfung", sagte der Wissenschaftler.

"Man muss ja schon sehr ignorant sein"

Drosten zeigte großes Unverständnis für die ungeimpfte Bevölkerung: "Man muss ja schon sehr ignorant sein (…), zu sagen, 'ich spare mir eine Impfung aus irgendwelchen obskuren Gründen, die ich selber nicht so ganz verstehe, aber irgendwer hat gesagt, vielleicht ist die Impfung gefährlich und weiter interessiere ich mich nicht dafür und nehme für mich das Risiko in Kauf, dass meine Lunge dann demnächst geschädigt wird'. Will man das? Ich meine, vernünftige Leute wollen das nicht", sagte der Chefvirologe mit Blick auf Langzeitfolgen, die auch nach einem milden Covid-Verlauf auftreten können.

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Dass die Zahlen nach den Feiertagen unvollständig sind, sei weniger ein Problem, so Drosten. "Das wird sich jetzt in den nächsten zwei Wochen wieder einpendeln. (...) Wir müssen damit jetzt einfach leben." Einen Anstieg der Fälle wegen der Omikron-Variante würde man auch bei "limitierten Zahlen" sehen, so der Virologe. "Und den sehen wir ja auch." Deutschland habe im Gegensatz zu Großbritannien oder Dänemark jedoch noch Maßnahmen in Kraft gehabt, als die Mutante ins Land kam. Das sei "wahrscheinlich der Grund, (...) warum im Moment diese ganze Aufregung, die im Moment so herrscht, über (…) einen Mangel an Zahlen (...) ziemlich vergeblich ist", mahnte Drosten. "Ich glaube nicht, dass wir da ein großes Problem haben."

Bund-Länder-Gipfel am Freitag

Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten wollen am Freitag erstmals nach dem Jahreswechsel über den Corona-Kurs mit Blick auf die Omikron-Variante beraten. Über die Lage beriet am Dienstag auch der Expertenrat der Bundesregierung, dem auch Christian Drosten angehört. Im Fokus steht unter anderem eine mögliche Verkürzung der Quarantänezeit.

"Dann wird man natürlich bei einer Omikron-Welle, die schnell anflutet, sehr, sehr viele Leute als Kontakt definieren müssen. Dann wird man sehr, sehr viele Arbeitskräfte verlieren in der Gesellschaft und das wäre ein großer gesellschaftlicher Schaden. Den muss man natürlich aus politischer Sicht abwenden", kommentierte Drosten. Es wäre ebenso ein Risiko, Infizierte frühzeitig "herumlaufen" zu lassen.

Die Zahl der übermittelten sicher nachgewiesenen und wahrscheinlichen Omikron-Fälle hat sich laut Robert Koch-Institut (RKI) binnen einer Woche mehr als verdreifacht. Nunmehr 35.529 würden der neuen Variante zugeordnet, hieß es auf einer RKI-Übersicht am Dienstag. Vor einer Woche waren es 10.443. Die Zahl bezieht sich auf Fälle seit November. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Deutschland aktuell bei knapp 240.

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