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Gasbedarf: Baerbock widerspricht Habeck und Scholz

Von reuters, afp
Aktualisiert am 22.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Robert Habeck bei der Vorstellung des Koalitionsvertrages (Archivbild): Beim Thema Gas hat die Au├čenministerin eine ganz eigene Auffassung.
Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Robert Habeck bei der Vorstellung des Koalitionsvertrages (Archivbild): Beim Thema Gas hat die Au├čenministerin eine ganz eigene Auffassung. (Quelle: Mike Schmidt/imago-images-bilder)
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Die ben├Âtigte Gasmenge in Deutschland sorgt f├╝r Zwist in der Ampelkoalition ÔÇô ├╝ber Parteigrenzen hinweg. Denn die beiden Gr├╝nen Habeck und Baerbock haben offenbar verschiedene Vorstellungen.

In der Bundesregierung gibt es offenbar unterschiedliche Einsch├Ątzungen, wie gro├č der Gasbedarf Deutschlands in den kommenden Jahren genau sein wird. Sowohl Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als auch Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Gr├╝ne) betonten, dass Gas in einer ├ťbergangsphase eine zus├Ątzliche Rolle spielen werde.

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Bundesau├čenministerin Annalena Baerbock (Gr├╝ne) hatte dagegen der "S├╝ddeutschen Zeitung" gesagt: "Es ist eine M├Ąr, dass wir k├╝nftig mehr Gas brauchen, wir haben einen gleichbleibenden Bedarf f├╝r eine ├ťbergangszeit." Die Frage des k├╝nftigen Gasbedarfs ist relevant, weil sie Pipeline-Projekte wie Nord Stream 2 betrifft, aber auch die deutsche Positionierung in der EU-Debatte ├╝ber ein ├ľko-Label f├╝r Gas und Atomenergie mitbestimmt. "Die Abh├Ąngigkeit von fossilem Gas steigt nur dann, wenn man den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht entschieden vorantreibt", sagte Baerbock.

Scholz verweist auf neue Gaskraftwerke

Scholz verwies auf den Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung, der ausdr├╝cklich neue Investitionen in Gaskraftwerke vorsehe, die dann sp├Ąter auch mit Wasserstoff betrieben werden k├Ânnen. Es gebe die Festlegung, "dass wir Gas brauchen, dass das auch eine zus├Ątzliche Rolle spielen wird in der ├ťbergangsphase", betonte der Kanzler. Dar├╝ber sei man sich auch einig in der Regierung.

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"Welches Volumen an Gas am Ende ben├Âtigt wird, ist schwer vorherzusagen", sagte Klimaminister Habeck. Auch er betonte die Notwendigkeit, eine Infrastruktur aufzubauen, die gasf├Ârmige Stoffe verarbeiten k├Ânne ÔÇô zun├Ąchst Erdgas, sp├Ąter dann Wasserstoff. Wenn man auf Kohle verzichte, brauche man mehr Gas. Wenn man dann die Erneuerbaren Energien ausbaue, brauche man weniger Gas. "Wie sich das Ganze quantifiziert, ist schwer vorherzusehen", f├╝gte der noch amtierende Gr├╝nen-Co-Chef hinzu. Baerbock pr├Ązisierte im SZ-Interview, dass sp├Ątestens Mitte der 2040er Jahre der Umbau auf Wasserstoff vollzogen sein m├╝sse.

Bericht: Bundesregierung sagt "Ja" zu Gas als Br├╝ckentechnologie

Die Bundesregierung hat in ihrer Stellungnahme an die EU-Kommission eine Einstufung von Atomkraft als nachhaltige Energiequelle einem Bericht zufolge klar abgelehnt. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf die ihr vorliegenden Stellungnahme zur sogenannten EU-Taxonomie berichtete, unterst├╝tzt Berlin aber eine entsprechende Einstufung von Erdgas als sogenannte Br├╝ckentechnologie.

Die Frist f├╝r die Abgabe der Stellungnahme war um Mitternacht abgelaufen. Um die Einstufung von fossilem Gas als "nachhaltig" hatte die Bundesregierung bis zuletzt gerungen. Vor allem die Gr├╝nen hatten dies wiederholt abgelehnt. Bei der Einstufung von Atomenergie herrschte in der Bundesregierung hingegen fr├╝h Einigkeit.

"Aus Sicht der Bundesregierung ist Atomenergie nicht nachhaltig", hei├čt es nun laut "Handelsblatt" in der Stellungnahme. Schwere Unf├Ąlle mit Gef├Ąhrdungen von Mensch und Umwelt k├Ânnten nicht ausgeschlossen werden. "Atomenergie ist teuer und die Endlagerfrage ist nicht gel├Âst", hei├čt es demnach weiter.

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Von Miriam Hollstein
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