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Sicherheitsexpertin entlarvt Tarnbeh├Ârde in Berlin

  • Jonas Mueller-T├Âwe
Von Jonas Mueller-T├Âwe

Aktualisiert am 25.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Das Bundesamt f├╝r Verfassungsschutz (BfV) in K├Âln: Offenbar befinden sich getarnte Dienststellen in Berlin und K├Âln.
Das Bundesamt f├╝r Verfassungsschutz (BfV) in K├Âln: Offenbar befinden sich getarnte Dienststellen in Berlin und K├Âln. (Quelle: C. Hardt/Future Image/imago-images-bilder)
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Die Sicherheitsexpertin und Aktivistin Lilith Wittmann ist auf eine dubiose Beh├Ârde gesto├čen: den "Bundesservice Telekommunikation". Nun weist sie eine Verbindung zum Verfassungsschutz nach.

Am Anfang stand eine ├╝berraschende Entdeckung im Verzeichnis der Bundesbeh├Ârden, am Ende steht f├╝r die IT-Sicherheitsexpertin und Aktivistin Lilith Wittmann die Feststellung: Das Bundesamt f├╝r Verfassungsschutz in K├Âln betreibt eine Tarnbeh├Ârde in Berlin. ├ťber ihre Recherche berichtet sie in einem aktuellen Blogbeitrag. Unter anderem kam sie dem Nachrichtendienst demnach mithilfe eines Peilsenders auf die Schliche.

Dem Nachrichtendienst auf der Spur

Im Interview mit t-online hatte sie bereits ├╝ber zahlreiche Verdachtsmomente zum omin├Âsen "Bundesservice Telekommunikation" gesprochen: Die angebliche Beh├Ârde war Experten bis dato v├Âllig unbekannt, sie verf├╝gte ├╝ber kein E-Mail-Postfach, kein Amtsschild am Briefkasten, keine konkrete Zust├Ąndigkeit und kein Budget. In eine Anfrage zu ihr wurde die Geheimschutzbeauftragte des Bundesverwaltungsamts eingeschaltet. Schlie├člich verschwand der Eintrag im Beh├Ârdenverzeichnis stillschweigend.

Bislang vermutete Wittmann bereits den Verfassungsschutz dahinter ÔÇô unter anderem, weil der f├╝r das Amt zust├Ąndige Staatssekret├Ąr eine Parlamentarische Anfrage beantwortete. Nun sieht sie ihre Vermutung best├Ątigt und legt eine beeindruckende Recherche vor, die mehrere Methoden kombiniert: Anfragen, Vor-Ort-Besuch, digitale Spurenauswertung und eine mit Peilsender ausger├╝stete Postsendung.

Peilsender per Post verschickt

Daf├╝r verfolgte sie zun├Ąchst zusammenh├Ąngende IP-Adressen zum Bundesinnenministerium und zum Verfassungsschutz zur├╝ck. Diese f├╝hrten Wittmann zu zwei angeblichen Standorten des Ministeriums in Berlin und K├Âln, wo das Ministerium tats├Ąchlich gar keine Standorte unterh├Ąlt, in direkter N├Ąhe aber der Verfassungsschutz. Die E-Mail-Adressen verweisen auf Referate im Ministerium, die nicht existieren. Bei telefonischen Anfragen h├Ątten Mitarbeiter konkrete Ausk├╝nfte ├╝ber Zust├Ąndigkeit, Liegenschaft oder Gesch├Ąftsbereich verweigert.

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Den letzten Beweis tritt Wittmann mithilfe eines sogenannten "Airtags" an, eines Ortungsger├Ąts von Apple ÔÇô eines frei verk├Ąuflichen Peilsenders also. Nach eigenen Angaben und mit Fotos dokumentiert versteckte sie ihn in einer Postsendung und schickte ihn an ein angegebenes Postfach. Das Ergebnis: Er landete beim Bundesamt f├╝r Verfassungsschutz in K├Âln.

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Sprecher des Bundesministeriums haben derweil in der Bundespressekonferenz mehrfach dementiert, dass es sich beim "Bundesservice Telekommunikation" um eine "Beh├Ârde" im Zust├Ąndigkeitsbereich des Innenministeriums oder der Bundesregierung handelt. Zur Vermutung, es handele sich um eine Tarnorganisation eines Nachrichtendienstes, nahmen sie keine Stellung.

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