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49-Euro-Ticket: Die wichtigsten Fragen im Überblick – und der große Haken dahinter


Bahn-Angebot
Der große Haken beim 49-Euro-Ticket

Von dpa, joh

Aktualisiert am 17.10.2022Lesedauer: 3 Min.
49-Euro-Ticket (Symbolbild): In Hamburg gibt es noch Unklarheiten.Vergrößern des BildesBund und Länder haben sich auf ein 49-Euro-Ticket geeinigt (Symbolbild). (Quelle: IMAGO)
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Der Nachfolger für das 9-Euro-Ticket kommt. Doch wie soll das 49-Euro-Ticket überhaupt ausgestaltet werden? Lesen Sie hier das Wichtigste.

Für Millionen Fahrgäste kommt ein bundesweites 49-Euro-Monatsticket für Busse und Bahnen ab Anfang 2023. Die Verkehrsminister von Bund und Ländern verständigten sich am Donnerstag in Bremerhaven auf ein solches Nachfolgemodell für das beliebte 9-Euro-Ticket aus dem Sommer. Allerdings gibt es einen großen Haken: Es steht noch unter dem Vorbehalt, dass sich Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten über die generelle Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Zeiten steigender Energiekosten verständigen. Der Überblick.

Was beinhaltet das Ticket?

Das Ticket für 49 Euro soll in ganz Deutschland gelten. Vorgesehen ist es als laufendes Abonnement, das aber monatlich kündbar sein soll. Das Modell soll Pendlerinnen und Pendler entlasten. Auch Reisende müssen so keine Preise mehr vergleichen oder auf bestimmte günstigere Fahrtzeiten ausweichen.

Wann soll es kommen?

Vorbereitungen für das neue Ticket mit voraussichtlichem Start am 1. Januar 2023 sollen schon anlaufen.

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Was müssen Fahrgäste jetzt wissen?

Erste praktische Details für die Fahrgäste sind bereits bekannt: Das 49-Euro-Ticket soll digital zu kaufen sein, aber daneben wohl etwa auch als Plastikkarte zur Verfügung stehen.

Wie soll das 49-Euro-Ticket finanziert werden?

Der Bund hatte zugesagt, ein Nachfolgeticket des 9-Euro-Tickets mit 1,5 Milliarden Euro zu finanzieren – wenn die Länder mindestens den gleichen Betrag zur Verfügung stellen. "Das Ticket darf wichtige Investitionen in den Nahverkehr nicht ausbremsen, etwa weil es zulasten der Grundfinanzierung oder des Angebotsausbaus geht. Wir wollen und brauchen in vielen unserer Städte neue, umweltfreundlichere Busse und Bahnen, attraktive Haltepunkte und kürzere Taktzeiten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy. Er erklärte allerdings, diese Zusage reiche auf keinen Fall, um die im Verkehrsbereich dringend erforderlichen Ziele für den Klimaschutz zu erreichen.

Wichtige Finanzierungsfragen sind darüber hinaus noch offen. Die Länder machen für die Finanzierung zur Bedingung, dass der Bund auch dauerhaft mehr Geld gibt, mit dem sie Busse und Bahnen bestellen können. In diesem Jahr sind es 9,4 Milliarden solcher Regionalisierungsmittel, dazu eine Milliarde Euro aus einem anderen Topf. Die Länder warnen, dass wegen hoher Energiekosten und Einbußen aufgrund der Corona-Krise ansonsten Angebote gekürzt werden müssten.

Wird es lanfgristig bei 49 Euro bleiben?

Für den 49-Euro-Nachfolger planen die Minister eine Einführungsphase von zwei Jahren. Ab dem zweiten Jahr könnte das Ticket teuer werden. Geplant ist nämlich eine "Dynamisierung" in Form eines automatischen Inflationsausgleichs. Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte, je mehr Menschen das Ticket kauften, umso größer sei die Chance, dass es nicht teuer werde.

Welche Kritikpunkte gibt es?

Kritik kam unter anderem von Umweltverbänden. Jens Hilgenberg, Verkehrsexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, sagte: "Das 49-Euro-Ticket ist vor allem eine Kompromisslösung. Für breite Teile der Bevölkerung wird dieses Ticket schlichtweg zu teuer sein."

"Der ÖPNV ist schon lange extrem unterfinanziert", sagte Städtetag-Hauptgeschäftsführer Dedy. "Die Kosten der Energiekrise und steigende Personalkosten kommen für die Verkehrsunternehmen on top." Der Bund müsse deshalb zusätzlich seine Regionalisierungsmittel für 2022 um mindestens 1,7 Milliarden Euro aufstocken und für Ausbau und Modernisierung ab 2023 jährlich 1,5 Milliarden Euro dazugeben.

Aus Sicht des Fahrgastverbands Pro Bahn ist das Ticket für einkommensschwache Menschen nach wie vor zu teuer. "Das Prinzip Gießkanne wird damit nicht durchbrochen", sagte der Pro-Bahn-Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann der Deutschen Presse-Agentur. "Wir bräuchten für diese Menschen ein günstigeres Angebot." Generell seien die Verkehrsbedürfnisse zu komplex, als dass sie mit einer einzigen Antwort wie dem 49-Euro-Ticket beantwortet werden könnten, betonte Naumann.

Das 49-Euro-Ticket ist aus Sicht der Linken für viele zu teuer. "Ein bundesweit gültiges Nahverkehrsticket ist ein wichtiger Schritt voran", sagte Parteichefin Janine Wissler am Donnerstag nach der grundsätzlichen Einigung der Verkehrsminister. "Leider wird es weiter viele Menschen geben, die sich dieses Ticket nicht leisten können." So werde vielen Menschen mit niedrigem Einkommen das Recht auf Mobilität vorenthalten. Wissler bekräftigte die Forderung, perspektivisch zu einem kostenfreien Nahverkehr zu kommen und diesen gleichzeitig auszubauen.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
  • reisereporter.de: Was wir über das 49-Euro-Ticket wissen – und was nicht
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