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Mehrheit der Deutschen für Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer

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"Schuss vor den Bug der Eltern"  

Deutsche für hartes Vorgehen gegen Schulschwänzer

23.05.2018, 15:27 Uhr | dpa, rok

Mehrheit der Deutschen für Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer. Reisende bringen auf einem Flughafen ihr Gepäck zu den Flugschaltern: Der Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer schlägt weiter hohe Wellen. (Quelle: dpa)

Reisende bringen auf einem Flughafen ihr Gepäck zu den Flugschaltern: Der Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer schlägt weiter hohe Wellen. (Quelle: dpa)

Ein Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer in Bayern schlägt hohe Wellen. Während sich Eltern kritisch dazu äußern, sieht laut einer Umfrage die Mehrheit der Deutschen den Einsatz positiv.

Der Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer vor Beginn der Pfingstferien in Bayern ist aus Sicht des Deutschen Lehrerverbands gerechtfertigt gewesen. Dessen Präsident Heinz-Peter Meidinger sagte der "Passauer Neuen Presse": "Die Polizeiaktion in Bayern war ein notwendiger Schuss vor den Bug der Eltern.

"Sinnvolles Warnsignal"

Ein sinnvolles Warnsignal, dass die Missachtung der gesetzlichen Schulpflicht nicht hingenommen werden kann." Ähnlich äußerte sich der Bayerische Realschullehrerverband. Der Bundeselternrat hatte den Einsatz dagegen als übertrieben bezeichnet.

Vor Beginn der Pfingstferien hatte die Polizei an Flughäfen in Bayern rund 20 Familien erwischt, die ihre Kinder die Schule schwänzen ließen. Allein in Nürnberg entlarvten Beamte in elf Fällen Eltern, die mit dem Nachwuchs lieber in den Urlaub flogen, als die Kinder in den Unterricht zu schicken. Am schwäbischen Allgäu Airport nahe Memmingen zählten Polizisten zehn Fälle. Gegen die Eltern ist bei den zuständigen Landratsämtern Anzeige erstattet worden. Hintergrund der falschen Krankmeldungen ist, dass die Flugpreise nach Ferienbeginn oft deutlich höher sind.

Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes und Schulleiter des Robert-Koch-Gymnasiums in Deggendorf: Er sieht in der Polizeiaktion gegen Schulschwänzer "ein sinnvolles Warnsignal, dass die Missachtung der gesetzlichen Schulpflicht nicht hingenommen werden kann". (Quelle: dpa)Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes und Schulleiter des Robert-Koch-Gymnasiums in Deggendorf: Er sieht in der Polizeiaktion gegen Schulschwänzer "ein sinnvolles Warnsignal, dass die Missachtung der gesetzlichen Schulpflicht nicht hingenommen werden kann". (Quelle: dpa)

Nach Einschätzung von Meidinger haben falsche Krankmeldungen vor und nach den Ferien in den vergangenen Jahren zugenommen. Die Schulen selbst seien meist machtlos. Das Verhalten der Eltern, die sich nicht damit abfinden, dass Schulen Anfragen nach einem früheren Ferienbeginn ablehnen, bezeichnete Meidinger als "ethisch höchst bedenklich". "Sie bringen ihren Kindern bei, dass man tricksen und sich über Regeln hinwegsetzen dürfe."

Der Landesvorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv), Jürgen Böhm, sagte, der Polizeieinsatz gegen Schulschwänzer sei richtig und logisch. "Aus gutem Grund gibt es in Deutschland die gesetzliche Schulpflicht, deren Missachtung ein klarer Verstoß ist, der nicht einfach mit einem zugedrückten Auge hingenommen werden kann." Der Polizeieinsatz könne Eltern auch bewusst machen, dass sie ihren Kindern gegenüber eine Vorbildfunktion haben.

Mehrheit der Deutschen hält Polizeiaktion für angemessen

Eine Mehrheit der Deutschen hält solche Polizeieinsätze unterdessen für angemessen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Tageszeitung "Die Welt". Auf die Frage "Halten Sie Polizeikontrollen gegen Eltern, die mit ihren schulpflichtigen Kindern frühzeitig in die Ferien reisen, für angemessen?" antworteten 60,8 Prozent mit "Ja" oder "Eher ja". 34,2 Prozent würden diese Maßnahme nicht oder eher nicht befürworten. 5 Prozent waren unentschieden.

Unterschiede zeigten sich bei Befragten mit und ohne Kinder im Haushalt. Diejenigen ohne Kinder befürworteten die Polizeikontrollen mit 62,7 Prozent deutlich stärker als diejenigen mit Kindern (54,5 Prozent).

Verwendete Quellen:
  • dpa

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