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"Miserable Getreideernte": Bund sagt Bauern bis zu 170 Millionen Euro zu

"Miserable Getreideernte"  

Bund sagt Bauern bis zu 170 Millionen Euro zu

22.08.2018, 14:55 Uhr | dpa, AFP, rtr

"Miserable Getreideernte": Bund sagt Bauern bis zu 170 Millionen Euro zu. Ein Mähdrescher erntet Weizen: Die Bauern haben dieses Jahr wesentlich weniger Getreide eingefahren.  (Quelle: dpa/Peter Förster/ZB)

Ein Mähdrescher erntet Weizen: Die Bauern haben dieses Jahr wesentlich weniger Getreide eingefahren. (Quelle: Peter Förster/ZB/dpa)

Die Bauern haben 22 Prozent weniger Getreide eingefahren als im Jahr zuvor. Der Bund sagt ihnen nun einen dreistelligen Millionenbetrag zu – wesentlich weniger als gefordert. 

Angesichts der Dürre in vielen Regionen Deutschlands haben die Bauern eine deutlich schlechtere Ernte eingefahren als im vergangenen Jahr. Die Bundesregierung sagte deshalb jetzt Nothilfen für besonders stark betroffene Landwirte zu. Sie bleiben jedoch weit unter der Wunschsumme der Bauern.

Wie der Deutsche Bauernverband mitteilte, ergab sich beim Getreide in diesem Jahr eine Menge von 35,6 Millionen Tonnen und damit ein Minus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hinzu kämen Einbußen bei Kartoffeln, Zuckerrüben und vor allem beim Anbau von Tierfutter. In einigen Regionen lägen die Ernteverluste zwischen 50 und 70 Prozent bis hin zu Totalausfällen.

Wesentlich weniger als zuvor gefordert

Angesichts der Ernteschäden "nationalen Ausmaßes" will der Bund nun Landwirten mit starken Einbußen 150 Millionen bis 170 Millionen Euro zur Verfügung stellen – ergänzend zu den Hilfsprogrammen der Länder. Das sagte Agrarministerin Julia Klöckner (CDU). Insgesamt soll die Unterstützung mit den Ländern 340 Millionen Euro betragen. Bauernpräsident Joachim Rukwied hatte vor einigen Wochen gesagt: "Eine Milliarde wäre wünschenswert, um die Ausfälle auszugleichen."

Trotzdem begrüßte der Verband die Hilfen. "Das ist ein gutes Signal für alle betroffenen Landwirte", sagte Rukwied. Die Länder müssten jetzt ihre Verantwortung und ihren Anteil übernehmen. Hilfen müssten schnell und unbürokratisch umgesetzt werden.



Insgesamt sind nach Länderangaben bundesweit rund 10.000 Betriebe so sehr betroffen, dass sie in ihrer Existenz bedroht seien, sagte Klöckner. Generelle Schwelle für Hilfen ist, dass in einem Betrieb mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung zerstört sind. Die konkreten Verfahren für die Unterstützung wollen der Bund und die betroffenen Länder nun gemeinsam festlegen.

Bauernpräsident Rukwied sprach von einer "miserablen Getreideernte". Daher sei es dringend geboten, dass Bund und Länder ein Hilfsprogramm mit Unterstützungsmaßnahmen für die betroffenen Betriebe rasch auf den Weg bringen. Die derzeit höheren Erzeugerpreise für Getreide an den internationalen Märkten seien dringend erforderlich. Allerdings profitierten Ackerbauern mit großen Einbußen nur begrenzt, wenn sie keine nennenswerten Mengen zu höheren Preisen absetzen könnten.

"Ein nationales Ereignis"

Schon zuvor hatte Bauernpräsident Joachim Rukwied im ARD-"Morgenmagazin" von Klöckner das Ausrufen des Notstands gefordert. "Das ist ein nationales Ereignis", sagte Rukwied mit Blick auf die Dürre. Schon jetzt hätten acht Bundesländer Schäden in Höhe von drei Milliarden Euro gemeldet.

Joachim Rukwied: Der Präsident des Deutschen Bauernverbands fordert Hilfen für die Bauern. (Quelle: imago images/Metodi Popow)Joachim Rukwied: Der Präsident des Deutschen Bauernverbands fordert Hilfen für die Bauern. (Quelle: Metodi Popow/imago images)

Denjenigen Betrieben, die Ernteeinbußen von über 30 Prozent hätten, müsse geholfen werden, sagte er in der ARD. "Wir wollen keine Hilfe mit der Gießkanne, sondern dort, wo sie notwendig ist." Es gehe um Existenzen, die gesichert werden müssten. "Der Geldbeutel ist leer, das drückt die Stimmung." 

Steuerlich begünstigte Rücklage

Rukwied machte in der ARD auch einen Vorschlag für eine langfristige Lösung: Weiterhelfen könne eine steuerlich begünstigte Rücklage für Landwirte, mit denen sie für schlechte Zeiten vorsorgen könnten. Grundlegend höhere Preise für landwirtschaftliche Güter aufgrund der Ernteprobleme erwarte er aber nicht: "Die Preise werden stabil bleiben."

Verwendete Quellen:
  • AFP, Reuters, dpa

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