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Corona-Krise und Konjukturpaket: "Eltern brauchen endlich eine Lobby"

MEINUNGLeserin zum Konjunkturpaket  

"Eltern brauchen endlich eine Lobby"

04.06.2020, 15:56 Uhr | cj, t-online

Corona-Krise und Konjukturpaket: "Eltern brauchen endlich eine Lobby". Schüler bei den Hausaufgaben  (Quelle: imago images/wolterfoto)

Schüler bei den Hausaufgaben: Das Konjunkturpaket der Bundesregierung sieht eine Zahlung von 300 Euro pro Kind vor. (Quelle: wolterfoto/imago images)

300 Euro pro Kind sieht das Konjunkturpaket der großen Koalition vor. Für eine t-online.de-Leserin geht das ganz klar an den tatsächlichen Problemen vorbei, vor denen gerade Schüler und Eltern aktuell stehen.

Der Schulunterricht war aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen und findet weiterhin nicht regulär statt. Seit Wochen sitzen Familien mit ihren Kindern gemeinsam zu Hause. Viele Eltern wie auch Kinder stehen an der Belastungsgrenze. Nun will die Bundesregierung pro Kind 300 Euro zahlen. Der Kinderbonus könnte schon im Juli zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt werden.

t-online.de-Leserin Magdalena Ursinus hat dazu eine klare Meinung: Für sie ist das Geld lediglich ein Trostpflaster. Die wirklichen Probleme könne es aber nicht lösen. Sie hat t-online.de die Aussagen von zwei Lehrerinnen und einer Schülerin geschickt. Durch diese veranschaulicht sie, wo die Herausforderungen ihrer Meinung nach wirklich liegen. 

Das schreibt t-online.de Leserin Magdalena Ursinus:

Kommentar einer sehr erfahrenen Lehrerin aus Rheinland-Pfalz zu Schülern im dritten Schuljahr.

Die Kinder sind in zwei rotierende Gruppen aufgeteilt und haben abwechselnd alle zwei Wochen Vollzeit-Unterricht.

  • 1. Tag zurück in der Schule: Die Kids sind sehr verschüchtert durch die ganzen Vorschriften, das Abstandhalten und das gefühlte 1.000 Mal Händewaschen.
  • 2. Tag zurück in der Schule: Es läuft etwas besser als am ersten Tag und die Kids lösen sich ganz langsam aus der Schockstarre. Dennoch: Effizienz geht anders und ich fasse in bodenlose Wissenslöcher. Die Guten brauchen nur eine kurze Anschauung an der Tafel. Die Schwachen haben so gut wie nichts im Homeschooling gemacht und behalten.

Kommentar einer erfahrenen Lehrerin aus einer Brennpunktschule aus Rheinland-Pfalz zum vierten Schuljahr.

Der Unterricht findet täglich statt. Die Klassen sind am Vormittag in zwei Gruppen unterteilt und es gibt keine Schulhofpause. Die erste Hälfte kommt von 8.00 - 10.15 Uhr. Die zweite Hälfte kommt ab 10.45 Uhr. Dazwischen werden die Räume desinfiziert.

  • Die Kids sind so froh, dass sie wieder in die Schule gehen können. Ich kann sehr gut erkennen, dass es im häuslichen Umfeld viel schwerer war als jetzt mit all den Vorschriften in der Schule umzugehen – Hauptsache nicht mehr zu Hause.

Kommentar einer Schülerin aus dem Gymnasium (neunte Klasse) in Hessen.

Der Unterricht findet einmal die Woche im Wochenwechsel dienstags oder freitags statt:

  • Extrem bescheuerter Schulstart: Der Deutschlehrer war völlig unvorbereitet und der Unterricht entsprechend ineffizient. Eine  Schulhygiene war nicht vorhanden – Desinfektionsmittel und Seife fehlten, eine Mundschutzpflicht gab es auch nicht und die Tische mussten wir selbst desinfizieren (wenn wir wollen).

Durch mein Ehrenamt bei der Caritas habe ich viel Kontakt zu Eltern und Kindern. Ich bin seit Wochen fassungslos über das, was passiert: wir brauchen flächendeckende Lösungen und pragmatische Ansätze. Die Eltern brauchen endlich eine Lobby. Die 300 Euro sind ein Witz, der das Versagen in diesem Bereich mit einem Pflästerlein abdecken soll.  

Ich habe so viel gelesen über die Helden des Alltags – Ärzte, Pfleger, Einzelhandel und andere. Die echten Helden des Alltags sind die Eltern beziehungsweise Alleinerziehende, die die Jobs von allen möglichen Personen machen und dabei ihren eigenen Job und den Haushalt auch noch an der Backe haben.

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