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Bundeswehr: Reserve soll auf 60.000 anwachsen


Wie im Kalten Krieg
Bundeswehr-Reserve soll um Zehntausende Soldaten anwachsen

Von dpa
Aktualisiert am 09.06.2024Lesedauer: 2 Min.
BundeswehrVergrößern des BildesIn Deutschland ist die Wehrpflicht seit 2011 ausgesetzt. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa/dpa-bilder)
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Wer könnte zusätzlich kämpfen, wenn es darauf ankäme? Militärplaner kommen rein rechnerisch auf etwa 800.000 frühere Soldaten in den Altersgrenzen.

Das Verteidigungsministerium beabsichtigt, die Reserve der Bundeswehr offenbar deutlich auszubauen. Wie bereits zu Zeiten des Kalten Kriegs sollen die Reservisten so ausgebildet und ausgerüstet sein, dass sie die aktive Truppe im Kampf verstärken oder ersetzen können. Das sagte Generalleutnant Alexander Hoppe, Stellvertreter des Generalinspekteurs und Beauftragter für Reservistenangelegenheiten, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Künftig sollen bis zu 60.000 Männer und Frauen als Reservisten in einer sogenannten Grundbeorderung stehen, die in diesem Status für eine feste Aufgabe eingeplant und befähigt sind. "Ich bin der Überzeugung, dass wir die Reserve ganz den aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen anpassen müssen, damit sie die Bundeswehr bei der Wahrnehmung der Aufgabe Landes- und Bündnisverteidigung vernünftig unterstützen kann", sagte Hoppe.

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Im Ministerium werde auch geprüft, wie groß die Zahl derer ist, die grundsätzlich im Verteidigungsfall zum Dienst ("unbeorderte Reservistentätigkeit") herangezogen und geeignet sein könnten. Dabei geht es um die Bürger, die Dienst in der Bundeswehr geleistet haben, aber nicht beordert sind. Diese Gruppe ist groß, doch schrumpft sie, seit die Wehrpflicht 2011 ausgesetzt wurde.

Nato-Planungen sehen mehr als 272.000 Soldaten

"Es gibt dazu unterschiedliche Zahlen. Wir gehen davon aus, dass es etwa 800.000 sind, die noch wehrrechtlich herangezogen werden können. Das sind im Prinzip alle, die irgendwann mal Dienst in der Bundeswehr geleistet haben und ausgeschieden sind und in den Altersgrenzen liegen, also auch die letzten Jahrgänge der Wehrpflichtigen", sagte Hoppe dazu. Und: "Wenn man sich aber die Altersproblematik vor Augen führt, dann weiß man auch, dass das jedes Jahr weniger werden. Es schmilzt jedes Jahr ab. Das heißt, wir müssen gegensteuern und auch zusätzlich Personal finden und gewinnen für die Reserve."

Für die überarbeiteten Verteidigungspläne der Nato muss die Bundeswehr, die trotz einer sogenannten Personaloffensive im vergangenen Jahr auf 181.500 Soldatinnen und Soldaten geschrumpft ist, allerdings sogar deutlich wachsen. Die Nato-Planungen bedeuteten absehbar eine Erhöhung des Personalziels von bisher 203.000 Soldaten auf "tendenziell deutlich über 272.000" Männer und Frauen in den Streitkräften, berichtete der "Spiegel". Die Reserve kann da nur ein Baustein sein. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will am Mittwoch seinen Vorschlag für ein Modell der Wehrpflicht erläutern.

FDP fordert Aufstockung

Vor kurzem erst hatte die FDP-Verteidigungsexperten Marie-Agnes Strack-Zimmermann ins Gespräch gebracht, bis zu 900.000 ehemalige Soldaten zu registrieren und zu aktivieren. "Putin trimmt sein Volk auf Krieg und bringt es in Stellung gegen den Westen. Daher müssen wir so schnell wie möglich verteidigungsfähig werden", sagte die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses. "Russland produziert nur noch Waffen. Es werden Schulbücher gedruckt, die Deutschland als Aggressor darstellen. Grundschulkinder werden an der Waffe ausgebildet. Das alles ist beängstigend", sagte Strack-Zimmermann.

Auch FDP-Fraktionschef Christian Dürr sieht die Mobilisierung der Reservisten als Chance, das Personalproblem der Bundeswehr zu lösen. Er forderte den Verteidigungsminister auf, gezielt auf Reservisten zuzugehen und ihnen Angebote zu machen, da viele bereit seien, einen Beitrag zu leisten.

Verwendete Quellen
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