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AfD streitet über Höcke – Rufe nach Kandidatur für Bundesvorstand


Übernimmt der "Flügel"?
Streit in der AfD – Höcke soll für Bundesvorstand kandidieren

Von dpa
15.07.2019Lesedauer: 3 Min.
Björn Höcke gemeinsam mit Lutz Bachmann von Pegida: Der Verfassungsschutz stuft seinen "Flügel" als Verdachtsfall im Bereich des Rechtsextremismus ein.Vergrößern des BildesBjörn Höcke gemeinsam mit Lutz Bachmann von Pegida: Der Verfassungsschutz stuft seinen "Flügel" als Verdachtsfall im Bereich des Rechtsextremismus ein. (Quelle: imago-images-bilder)
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Wenige Wochen vor den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen treibt Björn Höckes "Flügel" die AfD vor sich her. Strebt der Thüringer Rechtsradikale an die Spitze der Partei?

Im AfD-internen Streit um Björn Höcke mehren sich Rufe nach einer Kandidatur des Wortführers des rechtsextremen "Flügels" für den Bundesvorstand. Parteichef Jörg Meuthen sagte am Sonntag im "Bericht aus Berlin" der ARD, er würde es begrüßen, wenn Höcke anträte. "Ich fände das auch folgerichtig." Das müsse Höcke aber selbst wissen.

Der baden-württembergische Landesparteichef Bernd Gögel sagte: "Ich fände es gut, wenn er antritt." Die Ergebnisse wären von allen Seiten zu akzeptieren, führte Gögel aus, der vor wenigen Tagen betont hatte, dass er die rechten Hardliner um Höcke für eine existenzielle Bedrohung für die AfD hält. Eine Mitgliedschaft Höckes im Vorstand könnte aus Sicht des Baden-Württembergers womöglich "zur Beruhigung beitragen".

Kritik an "Personenkult" um Höcke

Der Thüringer Landesparteichef Höcke hatte vor einer Woche mit einer Kampfansage an den Bundesvorstand den Zorn vieler AfD-Politiker auf sich gezogen. Seine zahlreichen innerparteilichen Kritiker nannte er "Spalter und Feindzeugen". Mehr als 100 Funktionäre und Mandatsträger kritisierten daraufhin in einem Appell "für eine geeinte und starke AfD" den Personenkult um den Rechtsradikalen. Schließlich forderten mehrere westdeutsche AfD-Politiker Höcke zur Kandidatur auf – und machten die Erwartung deutlich, dass damit die Machtverhältnisse geklärt werden.

Der rheinland-pfälzische AfD-Vorsitzende Uwe Junge sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", wenn jemand wie Höcke meine, nur er wisse, wo es lang gehe, dann solle er auch "seinen Hut in den Ring werfen". Höcke müsse jetzt den Schneid haben, sich den Mitgliedern zu stellen. "Dann wäre das dann auch entschieden. Und ich bin mir sicher, er wird scheitern." Zuvor hatte Junge dem Thüringer Vorsitzenden bereits Scheinheiligkeit attestiert. Dessen Leute machten die Arbeit in anderen Landesverbänden zum Teil unmöglich.

"Flügel" gilt als Verdachtsfall

Höcke war am Wochenende bei den Wahlkampfauftaktveranstaltungen der AfD in Brandenburg und Sachsen von seinen Anhängern gefeiert worden. In den beiden Ländern wird am 1. September der Landtag neu gewählt, am 27. Oktober steht zudem die Landtagswahl in Thüringen an. Angesichts starker Umfragewerte tritt die AfD zuversichtlich auf: "Wir werden den Osten blau machen", sagte Höcke am Sonntagabend im sächsischen Lommatzsch. "Wir werden die politische Sonne hier aufgehen lassen, um sie dann über ganz Deutschland scheinen zu lassen."

Der Verfassungsschutz stuft den "Flügel" als Verdachtsfall im Bereich des Rechtsextremismus ein, anders als die Gesamtpartei. Meuthen sagte im ARD-"Bericht aus Berlin": "Der 'Flügel' ist ein Teil unserer Partei." Er fügte aber hinzu, dass er selbst an Teilen des "Flügels" kritisiere, dass die Abgrenzung zu Rechtsaußen klarer sein müsse.

"Wir werden euch diesen Gefallen niemals tun"

Am Samstag hatte er bei der brandenburgischen Auftaktveranstaltung in Cottbus gesagt, er werde ständig von Journalisten gefragt, ob eine neue Spaltung der AfD bevorstehe. Seine Antwort laute: "Nein, das tut sie ganz gewiss nicht. Vergesst das, ihr Traumtänzer. Wir werden euch diesen Gefallen niemals tun", sagte Meuthen.


Laut einem Medienbericht gehen die Sicherheitsbehörden davon aus, dass mehr als 40 Prozent der AfD-Mitglieder in Ostdeutschland Anhänger des "Flügels" sind. Im Westen sei die Zahl niedriger, aber wie im Osten mit wachsender Tendenz, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf interne Analysen der Sicherheitsbehörden.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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