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Arbeitsminister Heil fordert Mindestanspruch auf Homeoffice

Von dpa
04.10.2020Lesedauer: 3 Min.
Hubertus Heil: Er fordert einen Rechtsanspruch auf 24 Tage Homeoffice im Jahr.
Hubertus Heil: Er fordert einen Rechtsanspruch auf 24 Tage Homeoffice im Jahr. (Quelle: Political-Moments/imago-images-bilder)
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In einem neuen Gesetzentwurf fordert Arbeitsminister Heil einen Rechtsanspruch auf Homeoffice, f├╝r 24 Tage im Jahr. Der Gewerkschaftsbund ├╝bt Kritik.

Arbeitnehmer sollen nach dem Willen von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) k├╝nftig einen Rechtsanspruch auf mindestens 24 Tage Homeoffice im Jahr haben ÔÇô ÔÇŁsofern keine nachvollziehbaren Gr├╝nde dagegen sprechen. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, hat Heil sein angek├╝ndigtes "Mobile Arbeit Gesetz" fertiggestellt. Es sieht nach Angaben des Ministers vor, dass ein Arbeitgeber den Wunsch nach mobiler Arbeit nur dann ablehnen darf, wenn es daf├╝r organisatorische oder betriebliche Gr├╝nde gibt.

Anspruch auf mobile Arbeit

"Dort, wo es m├Âglich ist, sollen alle Angestellten einen gesetzlichen Anspruch von mindestens 24 Tagen pro Jahr f├╝r mobile Arbeit bekommen", sagte Heil der Zeitung. "Wenn beide Eltern einen Beruf haben, in dem mobiles Arbeiten machbar ist, kann nach meinem Vorschlag jede Woche abwechselnd ein Elternteil einen Tag von zuhause arbeiten. Das erleichtert das Familienleben enorm."

Heil begr├╝ndete seinen Vorsto├č auch mit den Erfahrungen der Corona-Zeit. "Das Virus hat uns gelehrt, dass viel mehr mobiles Arbeiten m├Âglich ist als wir dachten. Mobiles Arbeiten ist nicht nur was f├╝r junge Leute aus Agenturen, die mit Laptop und Latte Macchiato im Caf├ę sitzen. Weil mobiles Arbeiten schon f├╝r einige fest zur modernen Arbeitswelt geh├Ârt, aber vielen noch nicht erm├Âglicht wird, braucht es daf├╝r auch ein Gesetz."

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Kritik vom DGB

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) h├Ąlt die Pl├Ąne f├╝r unzureichend. "Der geplante Rechtsanspruch von lediglich bis zu 24 Tagen ist eindeutig zu wenig. Das bedeutet gerade einmal einen Anspruch von einem Tag mobiler Arbeit alle zwei Wochen", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann. Dem Bed├╝rfnis vieler Besch├Ąftigter werde das kaum gerecht. "Ein solcher Minimalanspruch ist eine Konzession an die Arbeitgeber, die bei dem Thema immer noch blockieren."

Heil m├Âchte die 24 Tage als Untergrenze verstanden wissen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber k├Ânnten sich dar├╝ber hinaus individuell in Tarifvertr├Ągen oder Betriebsvereinbarungen auf mehr Heimarbeit verst├Ąndigen. "Alle Besch├Ąftigten bekommen das Recht, mit ihrem Chef ├╝ber mobiles Arbeiten zu verhandeln", sagte Heil. "Nat├╝rlich kann ein B├Ącker nicht von zuhause aus Br├Âtchen backen."

F├╝r Arbeitgeber sei es damit aber nicht mehr m├Âglich, mobiles Arbeiten aus Prinzip abzulehnen. "Chef und Mitarbeiter werden in Zukunft dar├╝ber auf Augenh├Âhe verhandeln", sagte Heil. Dar├╝ber hinaus schreibe das Gesetz vor, dass die Arbeitszeit im Homeoffice digital dokumentiert werden m├╝sse. "Arbeit von zu Hause darf nicht dazu f├╝hren, dass einen die Arbeit gar nicht mehr losl├Ąsst. Auch im Homeoffice muss irgendwann Feierabend sein."

Unfallversicherung soll angepasst werden

Auch die gesetzliche Unfallversicherung soll weiter greifen: "Die gesetzliche Unfallversicherung umfasst den Weg zur Arbeit. Auch beim mobilen Arbeiten soll zum Beispiel der Weg zur Kita oder Schule und von dorthin zur├╝ck ins Homeoffice versichert sein", sagte Heil.

Das Bundesarbeitsministerium hat dem Bericht zufolge eine Studie zum Homeoffice in der Corona-Pandemie in Auftrag gegeben. Demnach haben in den Monaten Juli und August 36 Prozent der abh├Ąngig Besch├Ąftigten im Homeoffice gearbeitet - das entspricht einer Gesamtzahl von rund 14,6 Millionen Arbeitnehmern. Im Vorjahreszeitraum lag der Anteil bei 24 Prozent. 87 Prozent derjenigen, die w├Ąhrend der Pandemie zu Hause gearbeitet haben, seien "sehr zufrieden" oder "zufrieden" gewesen.

Heils Pl├Ąne Vorhaben sind nicht unumstritten. FDP-Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel nannte einen modernen Rechtsrahmen f├╝r mobiles Arbeiten "l├Ąngst ├╝berf├Ąllig", kritisierte aber, dass Heil das Arbeitszeitgesetz offenbar ├╝berhaupt nicht anfassen wolle. "Gerade dieses Gesetz ist aber v├Âllig aus der Zeit gefallen. Wir br├Ąuchten jetzt dringend mehr Freiheit, wo und wann man arbeitet", sagte Vogel.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich bereits im Mai dagegen gewandt, einen Rechtsanspruch auf Homeoffice festzulegen. "Wir brauchen vor allem weniger B├╝rokratie, nicht immer neue staatliche Garantien", hatte er der dpa gesagt.

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