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Gender-Debatte in der CDU: Selbstverständlich oder überflüssig?


Gendern: Selbstverständlich oder überflüssig?

Von dpa
Aktualisiert am 30.05.2021Lesedauer: 2 Min.
Tobias Hans (l.) und Reiner Haseloff im Gespräch (Archivbild): Beim Gendern vertreten die beiden CDU-Ministerpräsidenten konträre Ansichten.Vergrößern des BildesTobias Hans (l.) und Reiner Haseloff im Gespräch (Archivbild): Beim Gendern vertreten die beiden CDU-Ministerpräsidenten konträre Ansichten. (Quelle: Florian Gaertner/photothek.de/imago-images-bilder)
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Die CDU diskutiert über Gendersternchen und Binnen-I. Besonders groß scheint die Differenz dabei zwischen Ost- und Westverbänden. Zwei Ministerpräsidenten gehen auf Konfrontation.

Die CDU ringt um eine gemeinsame Haltung zum Thema Gendersprache. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) warnte seine Partei am Wochenende davor, den Umgang mit Gendersprache zum Wahlkampfthema zu machen. "Das ist eine Scheindebatte", sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Wir haben sehr viel wichtigere Probleme, als uns darüber zu unterhalten, ob jemand gendergerechte Sprache verwenden darf."

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Damit widersprach Hans dem Hamburger CDU-Vorsitzenden Christoph Ploß. Dieser hatte ein Genderverbot in der Amtssprache gefordert.

Hans: CDUler sitzen zu oft in Räumen mit "80 Prozent Männern"

Hans hingegen verwendet selbst Genderformen, wie er in dem Interview sagte. "Wenn Sie vor einer Gruppe von Studierenden der medizinischen Fakultäten, die teilweise zu 90 Prozent aus jungen Frauen bestehen, nur in der männlichen Form sprechen, dann geht Ihnen plötzlich ein Licht auf", sagte der 43-Jährige. "Das fühlt sich komisch an."

Das Problem gerade auch der CDU sei, "dass wir zu oft in Sälen sitzen, in denen 80 Prozent Männer sind", sagte Hans. Wenn sich das ändere, diskutiere auch keiner mehr über gendergerechte Sprache.

Haseloff kritisiert "missionarische" Debatte

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zeigte hingegen wenig Verständnis für Gendersprache. "Wie das geradezu missionarisch durchgedrückt wird, nervt viele Leute, weil es mit den Lebenswelten vieler Menschen nicht mehr das Geringste zu tun hat", sagte er der "Welt am Sonntag". "Im Osten definieren sich selbstbewusste Frauen über ihre Leistung und nicht über das Binnen-I."

Die Unions-Hochschulvereinigung RCDS forderte derweil, ein Verbot von Gendersprache in staatlichen Einrichtungen ins Wahlprogramm von CDU und CSU aufzunehmen. "Als Unionsfamilie müssen wir uns gemeinsam gegen jede Form des Genderzwangs stellen und dies auch offensiv im Regierungsprogramm vertreten", erklärte der RCDS-Vorsitzende Sebastian Mathes am Sonntag.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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