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Eine Chronik zum Iran-USA-Konflikt: Seit Trump überschlagen sich die Ereignisse

Chronik der Iran-Eskalation  

Seit Trumps Amtszeit überschlagen sich die Ereignisse

08.01.2020, 13:00 Uhr | AFP

Vergeltungsschläge des Iran auf US-Stützpunkte

Als Vergeltung für die gezielte Tötung des Generals Kassem Soleimani hat der Iran in der Nacht zu Mittwoch mehrere Raketen auf Luftwaffenstützpunkte abgefeuert. (Quelle: Reuters)

Vergeltungsschläge des Iran auf US-Stützpunkte: Mehrere Raketen wurden auf Luftwaffenstützpunkte in Erbil und Bagdad abgefeuert. (Quelle: Reuters)


Gegenseitige Provokationen haben die Feindschaft zwischen dem Iran und den USA immer weiter verstärkt. Nun stehen beide Seiten kurz vor einem Krieg.

Seit dem Beginn der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump im Jahr 2017 droht das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen den USA und dem Iran zu kippen. Trumps Aufruf der USA zur Isolation des Irans, Konflikte rund um das Atomabkommen und gegenseitige militärische Provokationen haben die feindliche Stimmung zwischen den beiden Ländern in den letzten Jahren immer weiter hochkochen lassen. Nach den iranischen Raketenangriffen auf internationale Militärstützpunkte im Irak droht der Konflikt zwischen den USA und dem Iran nun vollends zu eskalieren – Ängste vor einem Krieg wachsen. Die Spannungen hatten sich mit der gezielten Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Drohnenangriff drastisch verschärft. Die Entwicklungen seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump vor drei Jahren:

Mai 2017: Trump will den Iran "isolieren"

Bei einer Rede in der saudiarabischen Hauptstadt Riad ruft Donald Trump mehr als 30 Staats- und Regierungschefs muslimischer Länder dazu auf, den Iran zu "isolieren". Er wirft Teheran vor, "Terroristen" zu finanzieren und auszurüsten.

September 2017: Der Iran als "Schurkenstaat"

Vor der UN-Vollversammlung legt der US-Präsident nach: Die iranische Führung habe ihr Land in einen "verarmten Schurkenstaat" verwandelt. Zugleich droht Trump erneut mit der Aufkündigung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran.

Mai 2018: Austritt aus dem Atomabkommen

Der Drohung lässt Trump am 8. Mai 2018 Taten folgen. Er erklärt den einseitigen Rückzug seines Landes aus dem Wiener Abkommen von 2015. Drei Monate später setzt die US-Regierung zuvor ausgesetzte Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft.

April 2019: Die Revolutionsgarden als "Terrororganisation"

Am 8. April setzt Washington die iranischen Revolutionsgarden auf die schwarze Liste der "ausländischen Terrororganisationen". Das umfasst auch die von General Soleimani angeführten und für Auslandseinsätze zuständigen Al-Kuds-Brigaden. Es ist das erste Mal, dass die USA eine ausländische Militäreinheit auf ihre Terrorliste setzen.

Mai und Juni 2019: Spannungen im Persischen Golf

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt eine Reihe von Angriffen auf Tanker im Persischen Golf. Die USA machen dafür den Iran verantwortlich, der dies abstreitet. Am 20. Juni schießen die iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben eine US-Spionagedrohne ab. Die USA bereiten daraufhin einen Vergeltungsangriff vor, den Trump aber kurzfristig wieder absagt.

Brennender Tanker am Golf von Hormus: Die Hintergründe der Vorfälle unweit der Küste des Irans waren zunächst unklar. (Quelle: Reuters)Brennender Tanker am Golf von Hormus: Die Hintergründe der Vorfälle unweit der Küste des Irans waren zunächst unklar. (Quelle: Reuters)

Juli 2019: Iran verstößt gegen Bestimmungen des Atomabkommens

Als Reaktion auf die US-Handlungen verstößt Teheran gegen zentrale Bestimmungen des Atomabkommens. Der Iran überschreitet die erlaubte Menge von angereichertem Uran und erhöht kurz darauf den Anreicherungsgrad. Im November nimmt der Iran die Urananreicherung in der Atomanlage Fordo wieder auf – ein weiterer Verstoß gegen das Atomabkommen.

September 2019: Angriffe auf saudiarabische Erdölanlagen

Drohnen- und Raketenangriffe treffen zwei saudiarabische Ölanlagen. Zu den Attacken bekennen sich die vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen. Saudi-Arabien, die USA und mehrere europäische Länder machen aber Teheran dafür verantwortlich.

Dezember 2019: Gewalteskalation im Irak

Bei Raketenangriffen im Irak wird am 27. Dezember ein US-Bürger getötet. Als Reaktion darauf fliegen die USA zwei Tage später Luftangriffe auf pro-iranische Milizen und töten mindestens 25 Kämpfer. Zwei weitere Tage später stürmen pro-iranische Demonstranten die US-Botschaft in Bagdad.

Januar 2020: Soleimanis Tötung

In der Nacht auf den 3. Januar wird bei einem US-Drohnenangriff am Flughafen von Bagdad General Soleimani getötet. Der Iran droht umgehend Vergeltung an. Die US-Regierung erklärt, Soleimani habe Angriffe gegen US-Soldaten und Diplomaten geplant, und warnt den Iran vor Vergeltungsangriffen. In der Nacht zum 8. Januar beschießt der Iran dann nach US-Angaben mit Raketen zwei Militärstützpunkte im Irak, in denen Soldaten der USA sowie verbündeter Staaten stationiert sind – auch Bundeswehrsoldaten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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