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Busunglück in der Schweiz: "Überall war Blut"


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"Überall war Blut"

Von dapd, dpa, afp, t-online
Aktualisiert am 15.03.2012Lesedauer: 3 Min.
Der zerstörte Bus im Tunnel
Der zerstörte Bus im Tunnel (Quelle: ap-bilder)
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Belgien steht nach dem schweren Busunglück im Schweizer Kanton Wallis mit 28, größtenteils aus Belgien stammenden Toten unter Schock. Noch immer bangen Eltern um die Leben mehrerer schwerverletzter Kinder. Ein Ehepaar, das noch vor den Einsatzkräften am Unfallort in dem Tunnel der A9 bei Siders war, berichtet derweil über grausige Details der schrecklichen Katastrophe.

Sie waren auf dem Weg in den Skiurlaub - und fuhren direkt ins Inferno. Eric Van Malderen und seine Frau waren die ersten Helfer, die am Dienstagabend am Unfallort eintrafen. "Wir fuhren durch den Tunnel, da sahen wir plötzlich Kinder mitten auf der Straße. Sie winkten, versuchten, die Autos anzuhalten. Dann sahen wir den schrecklich zugerichteten Bus", sagte der 53-Jährige dem Schweizer Portal "Blick.ch".


Foto-Serie: Schrecklicher Busunfall in der Schweiz

Busunglück in einem Tunnel im Schweizer Kanton Wallis: 28 Touristen aus Belgien - darunter 22 Kinder - sind dabei ums Leben gekommen.
Der Bus mit zwei Schulklassen war auf der Heimreise von einer Skifreizeit im Val d'Anniviers.
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"Überall war Blut"

"Es war so schrecklich. Die Kinder schrien. In Panik wollten sie aus dem Bus springen", so Van Malderen weiter. "Durch die Fenster sahen wir die regungslosen Körper der Kleinen. Überall war Blut."

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Der vordere Teil des Busses sei so zerstört gewesen, dass niemand herausgekommen sei. Hinten dagegen habe man aus dem Fenster klettern können. "Wir schafften es, drei Kinder aus dem Bus zu holen. Zwei konnten selber gehen, eins hatte eine schwere Verletzung am Bein", so Van Malderen.

"Wir konnten nicht mehr"

Die Minuten, bis die professionellen Helfer eintrafen, zogen sich wie Stunden. Die Van Malderens fühlten sich hilflos, weil sie kaum etwas machen konnten ohne die entsprechenden Werkzeuge. "Irgendwann gingen wir. Wir konnten nicht mehr. Es war ein so fürchterlicher Anblick", erklärte Van Malderen. Die schrecklichen Bilder werden das Paar ein Leben lang verfolgen. Ihren Skiurlaub trat das Paar nach langem Überlegen dennoch an.

Wollte Fahrer eine DVD wechseln?

Die Suche nach der Ursache für den Unfall geht unterdessen weiter - genauso wie die Spekulationen darüber. So wollte der Fahrer des Schülerbusses laut einem belgischen Zeitungsbericht angeblich kurz vor dem Unfall eine DVD wechseln. Dies hätten mehrere der verletzten Kinder ihren Eltern und dem Krankenhauspersonal erzählt, berichtete die flämische Boulevardzeitung "Het Laatste Nieuws".

Zugleich schrieb die Zeitung, der Schweizer Polizeisprecher Renato Kalbermatten habe diese Version des Unglückshergangs vorläufig als Spekulation bezeichnet, die durch die ausgewerteten Videoaufzeichnungen im Tunnel nicht belegt sei.

Ein Lehrer aus dem belgischen Heverlee habe dem Busfahrer kurz vor dem Unfall eine DVD gebracht, berichtete das Blatt unter Berufung auf Überlebende weiter. "Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit" könne damit die Unfallursache sein.

Staatstrauer in Belgien

Die Eltern der Schüler wurden unterdessen unter Polizeischutz zum Tunnel nahe des Ferienortes Siders gefahren. Sie waren mit einer Militärmaschine von Brüssel aus in die Schweiz gebracht worden. Sie brachten Blumen mit und legten schriftliche letzte Grüße für ihre Lieben nieder. Von einer Autobahnbrücke aus filmten TV-Kamerateams die Angehörigen bei ihrem Weg in den "Todestunnel von Siders".

Belgien wird an diesem Freitag offiziell um die Todesopfer trauern, wie Regierungschef Elio Di Rupo nach einer Kabinettssitzung mitteilte. Um 11 Uhr werde es eine Schweigeminute geben. Ebenfalls am Freitag soll mit der Überführung der 28 Toten begonnen werden. Die Särge werden vom Alpenflughafen bei Sitten nach Brüssel gebracht. Ein erstes Transportflugzeug des Militärs werde am Freitagvormittag eintreffen.

Erste Kinder treten Heimreise an

Für die Heimreise der Angehörigen von Genf aus stellt die belgische Luftwaffe ein Passagierflugzeug zur Verfügung. Vier der 24 verletzten Schulkinder seien vorerst nicht transportfähig, sagte Di Rupo. Sie lagen noch schwerverletzt in Kliniken, drei von ihnen in Lebensgefahr im Universitätskrankenhaus von Lausanne, das vierte im Berner Inselspital.

Von den anderen 20 Kindern machten sich bereits drei leicht Verletzte mit ihren Eltern per Auto auf die Heimreise, drei andere per Linienflugzeug, wie Gesundheitsministerin Laurette Onkelinx sagte. Die übrigen Kinder lagen in Krankenhäusern des Kantons Wallis. Sie befinden sich auf dem Weg der Besserung, wie eine Sprecherin des Krankenhausverbunds Spital Wallis sagte. Viele hätten mehrfache Knochenbrüche erlitten, deren Heilung Zeit brauche. Alle 28 Todesopfer konnten mittlerweile identifiziert werden.

Der Bus war auf dem Heimweg von einer Skifreizeit in einem Autobahntunnel aus der Spur geraten und gegen eine Betonwand geprallt.

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  • Hanna Klein
  • Adrian Roeger
Von Hanna Klein, Adrian Röger
BelgienBrüsselBusunglückSchweiz
Justiz & Kriminalität




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