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Regenbilanz Monat Juli: Rückblick auf Gewitter und starke Regenfälle

Regenbilanz Monat Juli  

Gewitter und starke Regenfälle im Juli

03.08.2009, 09:19 Uhr

Gebietsweise fielen bis zu 200 Prozent der normalerweise für den Juli durchschnittlichen Regenmenge (Foto: dpa) Gebietsweise fielen bis zu 200 Prozent der normalerweise für den Juli durchschnittlichen Regenmenge (Foto: dpa)Der Sommermonat Juli war dieses Jahr zwar im statistischen Vergleich etwa ein Grad wärmer als gewöhnlich, doch in Erinnerung bleibt vor allem der viele Regen in den vergangenen Wochen. Die gemessenen Niederschlagsmengen waren aufgrund der Schauer und Gewitter bundesweit aber extrem unterschiedlich. Gebietsweise fielen 150 bis 200 Prozent der normalerweise für den Juli durchschnittlichen Regenmenge. In Eggebek in Schleswig-Holstein waren es 233 Prozent, in Chemnitz sogar 240 Prozent. 14 bestätigte Tornados haben sich ereignet.

Besonders massiv traten die Regenfälle und Gewitter in der ersten Juliwoche auf. In weiten Landesteilen führte dies zu Schäden durch Hagel, Überschwemmungen und Sturmböen. Ein meteorologischer Rückblick.

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1. Juli

In Teilen Sachsens und Brandenburgs kommt es zu heftigen Gewittern. In Coschen misst der Wetterdienst Meteomedia bis zu 57 Liter pro Quadratmeter in nur einer Stunde. Sohland/Spree in Sachsen kommt insgesamt auf 66 Liter binnen drei Stunden. Normalerweise beträgt der Gesamtniederschlag für einen ganzen Monat Juli im Durchschnitt 50 bis 60 Liter in Brandenburg und Sachsen (ausgenommen Sachsen-Bergland). Etwa 103.000 Blitze schlagen an diesem Tag in ganz Deutschland ein.

2. Juli

Der Schwerpunkt der unwetterartigen Gewitter verlagert sich nach Süddeutschland. In Bad Kohlgrub in Bayern summieren sich insgesamt 95 Liter Regen und Hagel auf den Quadratmeter. Davon fallen alleine 88 Liter in nur zwei Stunden und es kam zu Sturmböen mit Geschwindigkeiten um 80 Kilometer pro Stunde. Der normalübliche Niederschlag für den gesamten Monat liegt bei etwa 60 bis 70 Litern pro Quadratmeter. Etwa 120.000 Blitze entladen sich über den Tag verteilt über Deutschland.

3. Juli

Ein neuer Schub schwül-warmer Gewitterluft macht sich im Südwesten und Westen bemerkbar. Besonders betroffen sind dabei die Gebiete von Baden-Württemberg über das Saarland bis nach Westniedersachsen. Im Saarland meldet Friedrichsthal 88 Liter Niederschlag, wobei bis zu 53 Liter in nur einer Stunde niedergehen. Hinzu kommen Sturmböen um 80 Kilometer pro Stunde. Im nordrhein-westfälischen Kierspe prasseln hohe Mengen vom Himmel: 33 Liter in nur einer Stunde werden dort registriert, 65 Liter in drei Stunden. In Baden-Württemberg meldet Sigmaringen-Laiz 73 Liter und Arnstein in Bayern bis zu 56 Liter auf den Quadratmeter. Etwa 205.000 Blitzeinschläge summieren sich über den Tag verteilt in Deutschland.

Ein herausragendes Hagelereignis führt am 3. Juli in Essen-Katernberg in Nordrhein-Westfalen zu massiven Schäden und enormen Überflutungen. Räumfahrzeuge müssen ausrücken, um die Hagelmassen zu beseitigen. In Düsseldorf fällt in einigen Stadtteilen der Strom aus, der Flughafen muss für eineinhalb Stunden gesperrt werden.

4. Juli

Im Osten von Brandenburg kommt es zu einem schweren Gewitter. Nach bis zu 43 Litern Regen und Hagel binnen einer Stunde summieren sich nach rund vier Stunden 96 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Die Station Feldberg/Mecklenburg registriert 93 Liter pro Quadratmeter. Das ist in dieser Region das Doppelte dessen, was für einen gesamten Monat Juli durchschnittlich an Regen zu erwarten ist. Cirka 91.000 Blitzentladungen werden über Deutschland aufgezeichnet.

22. Juli

Starke Schauer und Gewitter führen in Nordrhein-Westfalen zu schweren Sturmböen. In Bühren-Ahden werden bis zu 102 Kilometer pro Stunde gemessen. Das entspricht einer Windstärke von zehn Beaufort.

23. Juli

Im Nordschwarzwald werden in einem Gewitter auf der Bühlerhöhe Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 137 Kilometern pro Stunde gemessen. Dies entspricht einer Windstärke von zwölf Beaufort. Auf der Zugspitze sorgt starker Föhn für Spitzenwindgeschwindigkeiten von bis zu 144 Kilometern pro Stunde. Ebenfalls durch Gewitter werden Orkanböen der Stärke zwölf Beaufort im Zittauergebirge an der Meteomedia Wetterstation Hochwald gemessen. In Oderwitz kommt es zu orkanartigen Böen der Stärke elf Beaufort mit Geschwindigkeiten von bis zu 113 Kilometern pro Stunde.

30. Juli

Sturmtief "Yves" zieht von der Nordsee nach Norwegen und bringt an der Nordsee sowie in Schleswig-Holstein Sturm. Auf Hallig-Gröde und in Strucklahnungshörn erreicht der Sturm Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde, in Flensburg sind es 91 Kilometer pro Stunde. Dies entspricht Windstärke zehn Beaufort.

14 bestätigte Tornados im Juli

Insgesamt ereignen sich im Juli 14 bestätigte Tornados in Deutschland. Zahlreiche noch unbestätigte Fälle werden derzeit noch untersucht. Bislang bestätigt sind Tornados am 5. Juli in Trochtelfingen in Baden-Württemberg, am 7. Juli in Norddeich in Niedersachsen, am 8. Juli in Wörth-Büchelberg in Rheinland-Pfalz, am 10. Juli in Jennewitz, Diedrichshagen, Wichmannsdorf, Rerik, Wustrow-Ostsee und Rühn in Mecklenburg-Vorpommern, am 19. Juli auf Spiekeroog, am 23. Juli in Bockhorst Westbarthausen in Nordrhein-Westfalen sowie am 24. Juli auf Wangerooge und in Cuxhaven in Niedersachsen.

Quelle: wetter.info

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