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Unwetter in Deutschland: Trotz hohen Niederschlagsmengen besteht Waldbrandgefahr

Gewitterniederschläge  

Verringert der viele Regen die Waldbrandgefahr?

13.06.2019, 16:09 Uhr | Frederike Gramm

Unwetter in Deutschland: Trotz hohen Niederschlagsmengen besteht Waldbrandgefahr. Waldbrand in Brandenburg: Regen senkt nicht das Waldbrandrisiko. (Quelle: imago images/A. Friedrichs)

Waldbrand in Brandenburg: Regen senkt nicht das Waldbrandrisiko. (Quelle: A. Friedrichs/imago images)

Sintflutartige Regenfälle, Städte unter Wasser: Die Gewitter der vergangenen Tage haben große Niederschlagsmengen gebracht. Experten sehen die Waldbrandgefahr dennoch nicht gebannt.

Es las sich wie eine gute Nachricht, zumindest für alle, denen nicht der Keller vollgelaufen war: "Gerade im Osten hatten wir bei den Unwettern der vergangenen Tage sehr viel Niederschlag", sagt Dr. Andreas Marx, Leiter des Klimabüros am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig, t-online.de.

Die Feuerwehr Jüterbog, die zuletzt tagelang beim größten Waldbrand Deutschlands seit Jahren im Einsatz war, musste nun Wasser abpumpen. Also auch Entwarnung dort, wo Trockenheit seit einem Jahr ein großes Problem ist? Leider nicht, sagt Marx, der auch den Dürremonitor Deutschland verantwortet. Dort sind weite Teile Ostdeutschlands in alarmierendem Tiefrot dargestellt.

Niederschlag dringt nur wenige Zentimeter weit ein

Am Dienstag fielen dann nach Daten des Deutschen Wetterdienstes in Berlin und Potsdam bis zu 80 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter, am Mittwoch waren es im Vogtland bis zu 45 Liter. Das Wasser aus solchen Niederschlägen sickere nicht tief genug in den Boden ein, sagt aber Marx. Wenn es bei einem Gewitter stark regne, dann dringe in den besonders von Trockenheit betroffenen Gebieten im Osten die Feuchtigkeit in Tiefen von maximal fünf Zentimeter unter die Oberkante sandiger Böden. "Das reicht für einen Tag", erklärt Marx.

Dr. Andreas Marx ist Leiter des Klimabüros am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig (Quelle: A. Künzelmann, Helmholtz Zentrum für Umweltforschung)Dr. Andreas Marx ist Leiter des Klimabüros am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig (Quelle: A. Künzelmann, Helmholtz Zentrum für Umweltforschung)

Der Boden kann den Niederschlag nicht so schnell aufnehmen, wie er fällt. Ein Teil des Wassers läuft oberirdisch weg. Ein anderer Teil des Regens verdunstet schnell an der Oberfläche. 

In Gegenden mit weniger sandigen Böden wie im Harz gelange das Wasser noch weniger tief ins Erdreich und verdunste noch schneller. Die Folge: "Am Freitag wird in einigen Regionen wieder die Waldbrandstufe drei oder vier ausgerufen", sagt Marx. Fünf Stufen sind es insgesamt. 

Landwirte müssen Notschlachtungen fürchten

Das bestätigt auch der Präsident des Landesfeuerwehrverband Brandenburgs, Werner-Sigwart Schippel: "Die Waldbrandgefahr kommt sehr schnell wieder." 
 

 
Schwer haben es weiterhin die Bauern. Das hat Reimund Schwarze, Klimaökonom am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig, gerade noch einmal erörtert. Von einem Gespräch mit Landwirten in Barleben im Landkreis Börde berichtete er auf Twitter, dass auch die Gewitter Minderernten bei Futter in diesem Jahr kaum noch verhindern können. Der "Frankfurter Rundschau" sagte er, einige Bauern könnten dadurch dazu gezwungen werden, ihre Kühe zu schlachten. Die Folgen des Sommers 2018 seien noch nicht überwunden. 

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