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Zu rĂŒcksichtslos unterwegs? Der Streit um die E-Scooter

Von dpa
Aktualisiert am 29.01.2020Lesedauer: 3 Min.
Die Zahl der Verletzungen und Krankenhauseinweisungen nach UnfÀllen mit E-Scootern nimmt einer Studie aus den USA zufolge dramatisch zu.
Die Zahl der Verletzungen und Krankenhauseinweisungen nach UnfÀllen mit E-Scootern nimmt einer Studie aus den USA zufolge dramatisch zu. (Quelle: Roberto Pfeil/VM/dpa./dpa)
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Goslar (dpa) - Als 2018 die ersten Elektro-Tretroller auftauchten, wurden sie als moderne urbane MobilitĂ€t und Hoffnung fĂŒr die Verkehrswende angesehen. Das Bild hat sich gewandelt. Vielen gelten die in Deutschland seit Juni 2019 offiziell zugelassenen E-Scooter inzwischen als Problem.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) beklagt, dass viele Scooter-Fahrer Verkehrsregeln missachten, unerlaubt auf Gehwegen unterwegs sind und wegen Unachtsamkeit oder Trunkenheit UnfÀlle verursachen. Auch andere Experten blicken skeptisch auf die Entwicklung. Deshalb sind die E-Scooter beim Verkehrsgerichtstag in Goslar (29. bis 31. Januar) ein zentrales Thema.

"Wir beobachten, dass E-Scooter durch FußgĂ€ngerzonen rasen, FußgĂ€nger zum Ausweichen zwingen und sich durch penetrantes Klingeln freie Fahrt verschaffen", klagt etwa der Automobilclub von Deutschland (AvD). Dabei mĂŒssen E-Scooter, die man ab 14 Jahren ohne PrĂŒfung steuern darf, auf dem Radweg fahren. Fehlt dieser, mĂŒssen die maximal 20 Stundenkilometer schnellen Roller die Straße benutzen.

Dass viele Fahrer die Vorschriften nicht so genau nehmen, belegt eine Studie des ADAC aus dem Herbst 2019 in sechs StĂ€dten. Ein Viertel von 4000 beobachteten Fahrern verhielt sich nicht regelkonform. Die meisten davon waren auf Gehwegen und in FußgĂ€ngerzonen unterwegs.

Vielfach wĂŒrden die Roller auch von alkoholisierten Personen genutzt, sagt der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Michael Mertens. Und eine sinnvolle Funktion im MobilitĂ€ts-Mix erfĂŒllten sie nicht, meint Christian Siemens vom Gesamtverband der deutschen Versicherer (GDV). In StĂ€dten nutzten die Roller nĂ€mlich vorwiegend von Touristen, die sonst wohl zu Fuß gehen wĂŒrden.

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Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) kann den Scootern nichts abgewinnen. "Einen echten Beitrag zur Verkehrswende leisten sie nicht", sagt Sprecherin Stephanie Krone. "Sie produzieren eher zusĂ€tzlichen Verkehr." Auch fĂŒr die MobilitĂ€t von Pendlern böten die E-Scooter keinen Nutzen, sagt AvD-Sprecher Engelmohr. "Ein Ersatz fĂŒr das eigene Auto sind sie jedenfalls nicht."

Weniger streng urteilt der ADAC. Er sieht in den E-Scootern eher eine neue MobilitĂ€ts-Option. Es bleibe zu hoffen, dass damit in nennenswertem Umfang Kurzstreckenfahrten mit dem Auto ersetzt werden, sagt ein Sprecher. Auch der Autoclub ACE sieht positive Aspekte: "Wenn E-Scooter genutzt werden, um den Weg vom Wohnort zur Haltestelle des Öffentlichen Personennahverkehrs zu ĂŒberbrĂŒcken, machen sie den ÖPNV attraktiver", sagt Sprecher Sören Heinze.

UnabhĂ€ngig davon halten viele Fachleute die Elektroroller fĂŒr gefĂ€hrlich. "Man steht relativ unbequem darauf und kippelt", bemĂ€ngelt ADFC-Sprecherin Krone. Und die kleinen RĂ€der reagierten anfĂ€llig auf Fahrbahn-Unebenheiten. Die Roller seien mit einer Hand schwer zu lenken, so dass beim Abbiegen die RichtungsĂ€nderung oft nicht angezeigt werde, bemĂ€ngelt Martin Diebold von der AG Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV). "Hierdurch kommt es zu gefĂ€hrlichen Situationen."

Die Zahl der Verletzungen und Krankenhauseinweisungen nach UnfĂ€llen mit E-Scootern nimmt einer Studie aus den USA zufolge dramatisch zu. Besonders hĂ€ufig seien Kopfverletzungen, berichteten US-Mediziner jĂŒngst in einem Fachblatt. Die Verletzungsmuster seien auch in Deutschland zu beobachten, sagte dazu der Unfallchirurg Christopher Spering von der Unimedizin Göttingen. Dies liegt auch an der instabilen Konstruktion der Roller, wie der Leiter der Sektion PrĂ€vention der Deutschen Gesellschaft fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie erlĂ€utert.

Wie hoch die Zahl der UnfĂ€lle mit E-Scootern in Deutschland ist, ist allerdings unklar. Erst seit Jahresbeginn gibt es dafĂŒr eine eigene Kategorie in der Unfallstatistik. Nach Angaben des Verkehrssicherheitsrats wurden zuletzt allerdings allein in Nordrhein-Westfalen 150 schwere UnfĂ€lle mit E-Scootern gezĂ€hlt. Experten fordern deshalb Sicherheitsmaßnahmen. Die Verkehrsrechtler des DAV und die Unfallforschung der Versicherer etwa verlangen eine verpflichtende Ausstattung der E-Scooter mit Blinkern. Außerdem sollen breitere RĂ€der die Roller stabiler machen.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) fordert eine Helmpflicht und der Autoclub AvD verlangt, dass Fahrer von E-Tretrollern kĂŒnftig nur noch nach einem Nachweis von Kenntnissen ĂŒber die Straßenverkehrsordnung rollern dĂŒrfen.

Weil E-Scooter auf denselben Wegen und Bereichen unterwegs sind wie FahrrĂ€der, verlangt nicht nur der Verkehrssicherheitsrat bessere Radwege. Auch Autoclubs wie der ACE fordern "einen massiven und schnellen Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur", heißt es dort. FĂŒr sichere Überholmanöver mĂŒssten Radwege mindestens zwei Meter breit sein.

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