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Fall Maddie: Erneut Hinweise nach "Aktenzeichen XY"

Von dpa
Aktualisiert am 02.07.2020Lesedauer: 2 Min.
Im portugiesischen Praia da Luz ist Maddie verschwunden.
Im portugiesischen Praia da Luz ist Maddie verschwunden. (Quelle: Armando Franca/AP/dpa./dpa)
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Braunschweig/Wiesbaden (dpa) - Die Zeugenaufrufe gehen weiter: Zum Fall des vor 13 Jahren verschwundenen MÀdchens Maddie McCann haben FernsehbeitrÀge seit Anfang Juni mehr als 800 Hinweise gebracht.

Noch wĂ€hrend der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" am Mittwochabend kamen nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) weitere 16 Meldungen hinzu. Einige seien jetzt schon als weiterfĂŒhrend fĂŒr die Ermittlungen zu bezeichnen, sagte BKA-Ermittler Christian Hoppe.

Die zustĂ€ndige Staatsanwaltschaft in Braunschweig bestĂ€tigte am Donnerstag den Eingang weiterer Hinweise. "Inhaltlich können und wollen wir diese aber noch nicht bewerten", sagte Behördensprecher Hans Christian Wolters. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 43 Jahre alten Deutschen wegen Mordverdachts. Der Mann, der wegen anderer Delikte inhaftiert ist, steht im Verdacht, die dreijĂ€hrige Britin am 3. Mai 2007 aus einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz entfĂŒhrt zu haben. Auf seine Spur kamen die Ermittler nach eigenen Angaben bereits durch einen Hinweis nach einer ZDF-Sendung zum Fall Maddie im Oktober 2013.

Am 3. Mai 2007 soll der VerdĂ€chtige zu "tatrelevanter" Zeit in Praia da Luz mit dem Handy telefoniert haben. Die Fahnder sind daher immer noch auf der Suche nach dem Nutzer einer portugiesischen Handynummer, die am Mittwoch in der ZDF-Sendung eingeblendet wurde. BKA-Ermittler Hoppe appellierte an alle Zuschauer, die bis Juni 2007 Kontakt zu portugiesischen Telefonnummern hatten, in ihren alten Handys, TelefonbĂŒchern oder Rechnungen nach der Nummer zu suchen. Auf Nachfrage wollte er sich nicht dazu Ă€ußern, ob die vorliegenden Indizien gegen den 43-JĂ€hrigen bereits fĂŒr eine Anklage ausreichen. Ein Ansatz fĂŒr weitere Ermittlungen könnte die Aufladung der Prepaid-Karte in Portugal sein, hieß es am Abend.

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Derweil kritisierte der Anwalt des VerdĂ€chtigen die ermittelnde Staatsanwaltschaft Braunschweig nach der Sendung scharf. "Die Staatsanwaltschaft hat sich offensichtlich auf unseren Mandanten eingeschossen und probiert nun auf Biegen und Brechen, ihre Beweisnot zu beheben", sagte Rechtsanwalt Friedrich FĂŒlscher dem Sender RTL/n-tv. Auf den beweisgestĂŒtzten Verdacht der Staatsanwaltschaft sei er sehr gespannt. "Ich halte diese Aussage der Staatsanwaltschaft Braunschweig fĂŒr unheimlich gewagt."

FĂŒlscher verteidigt Christian B. gemeinsam mit dem Hamburger Rechtsanwalt Johann Schwenn. FĂŒlscher sagte, sein Mandant sei völlig anders als in der Öffentlichkeit dargestellt. "Ich erlebe ihn als sehr ruhigen und freundlichen GesprĂ€chspartner." Sein Mandant wolle auf sein Anraten hin weiter keine Angaben zu den VorwĂŒrfen machen.

Derzeit liegt ein Antrag des VerdĂ€chtigen auf vorzeitige Haftentlassung beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Denn zwischen den Gerichten in Kiel und Braunschweig bestehen unterschiedliche Auffassungen darĂŒber, welche Strafvollstreckungskammer örtlich zustĂ€ndig ist. Noch sei dazu keine Entscheidung vom BGH bekannt, sagte eine Braunschweiger Gerichtssprecherin am Donnerstag.

Als Maddie verschwand, war der heute verdĂ€chtige Mann 30 Jahre alt. Er hielt sich zwischen 1995 und 2007 regelmĂ€ĂŸig in der Region auf. Sowohl in Deutschland als auch Portugal wurde er mehrmals straffĂ€llig. Laut "Spiegel" weist sein Strafregister 17 EintrĂ€ge auf.

FĂŒr die Polizei in Großbritannien gilt Maddie weiterhin als vermisst. Die Annahme der deutschen Ermittler, dass sie nicht mehr am Leben ist, hatte dort viel Aufsehen und Verwirrung hervorgerufen. Zahlreiche Medien hatten daraufhin spekuliert, in Deutschland mĂŒssten eindeutige Beweise fĂŒr Madeleines Tod vorliegen.

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