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Trotz Warnungen: Extremer Ansturm in Bergregionen im Sauerland und Harz

Aufnahmen zeigen Andrang  

Trotz Warnungen: Extremer Ansturm in Bergregionen

03.01.2021, 17:59 Uhr | dpa

Winterberg: Polizei vertreibt Schlittenfahrer von Piste

Im Sauerland waren Rodel- und Skigebiete am Wochenende von Ausflüglern überlaufen. Nun ist der Zugang bis zum 10. Januar gesperrt – in der Theorie. Doch bei Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt sieht das in der Praxis ein bisschen anders aus. (Quelle: Reuters)

Andrang trotz Betretungsverbot: In Winterberg mussten Polizisten am Sonntag Ausflügler von den Pisten vertreiben. (Quelle: Reuters)


An Vernunft und Vorsicht zu appellieren, hat bei etlichen Menschen nichts genützt: Deutsche Bergregionen erlebten am Wochenende einen Ansturm von Ausflüglern. Die Polizei hatte einiges zutun.

Dem Lockdown, zahlreichen Warnungen und aller Ansteckungsgefahr zum Trotz haben sich am Wochenende Massen von Ausflüglern in verschneite Bergregionen aufgemacht. Vielerorts waren die Parkplätze schon morgens überfüllt, es kam zu langen Staus, immer wieder blieben Autos liegen. "Wir haben hier Chaos hoch drei, es bricht alles zusammen", sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Goslar am Samstag. Auf Rodelbergen wie der Hexenritt-Abfahrt am niedersächsischen Wurmberg tummelten sich die Massen, auch auf Wanderwegen liefen Ausflügler dicht an dicht.

Und entgegen allen Mahnungen und Berichten machten sich auch am Sonntag wieder etliche Menschen auf den Weg in Regionen wie den Harz, nach Winterberg im Sauerland und zum Großen Feldberg in Hessen. Polizei und Ordnungsbehörden schrieben Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen.

Menschen kommen trotz Verbot

Im Sauerland riegelte die Polizei wichtige Zufahrtsstraßen nach Winterberg ab. Es komme jetzt praktisch niemand mehr rein, sagte eine Sprecherin der Stadt. "Wir haben gestern Abend noch ein Betretungsverbot ausgesprochen, aber die Leute sind trotzdem wieder hierher gekommen."

Auch in den bayerischen Alpen suchten Tausende Menschen Abwechslung. "Der Ansturm ist enorm", sagte der Bürgermeister von Schliersee, Franz Schnitzenbaumer. Hunderte Schlittenfahrer tummelten sich selbst auf kleinen Hügeln und die Skipisten bevölkerten Tourengeher. Im Großraum München lebten drei Millionen Menschen, die alle nicht in den Urlaub fahren dürften – das sei nun zu spüren. "Es ist genauso voll, als wenn Skibetrieb wäre", sagte der Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee, Peter Lorenz. Die Parkplätze seien voll. Viele nutzten den zugefrorenen See zum Langlaufen oder Schlittschuhlaufen.

Polizei und Behörden raten von Besuchen ab

Auch im Harz waren die Parkplätze schon am Sonntagmorgen wieder voll. "Momentan ist ein starker Schneefall, vielleicht hält das den einen oder anderen Besucher ab", sagte ein Sprecher der Polizei am Vormittag in der Hoffnung, dass die Lage im Laufe des Tages weniger stark als am Samstag ausartet.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es trotz der Corona-Pandemie einen Ansturm auf die Ausflugsziele in verschneiten Bergregionen Deutschlands gegeben – obwohl Behörden und Polizei immer wieder eindringlich davon abrieten. Lifte und Pisten sowie Restaurants und Hütten sind bis mindestens 10. Januar geschlossen.

"Viele potenzielle Kontakte"

Die Betreiber der Wintersport-Arena und des Skiliftkarussells in Winterberg weisen auf ihren Internetseiten darauf hin, dass es darum für Ausflügler keine Toiletten und keine Möglichkeiten zum Aufwärmen gibt – und dass keine Retter vor Ort sind. "Wir lieben unsere Berge", heißt es auch. "Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und Massenaufläufen. Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon?"

Zum Wochenstart erwartet die Menschen in Deutschland Schnee und Regen. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Sonntag mitteilte, bringt das Tief "Lisa" am Montag noch etwas Winterwetter. Wie das Wetter bei Ihnen wird, sehen Sie in unserer Video-Kolumne zum Wochenstart.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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