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Papst feiert Ostermesse im Vatikan vor 200 Besuchern

Zum zweiten Mal mit Corona-Regeln  

Papst feiert Ostermesse vor 200 statt Zehntausenden Besuchern

04.04.2021, 14:13 Uhr | dpa, rtr, alr

Papst feiert Ostermesse im Vatikan vor 200 Besuchern. Papst Franziskus bei der Ostermesse im Petersdom: Nur 200 Würdenträger und andere Besucher durften dabei sein.  (Quelle: dpa/Filippo Monteforte/POOL AFP)

Papst Franziskus bei der Ostermesse im Petersdom: Nur 200 Würdenträger und andere Besucher durften dabei sein. (Quelle: Filippo Monteforte/POOL AFP/dpa)

Papst Franziskus gilt als besonders bürgernah. Doch Corona macht ihm am wichtigsten Fest der Christenheit erneut einen Strich durch die Rechnung: Gefeiert werden kann nur im kleinen Rahmen. 

Papst Franziskus hat wegen der Pandemie auch in diesem Jahr seine Messe zum Ostersonntag nur in kleinem Rahmen gefeiert. Normalerweise begeht das katholische Kirchenoberhaupt das Fest der Auferstehung von Jesus Christus vor Zehntausenden Besuchern auf dem Petersplatz. Diesmal wurde der Gottesdienst wie bereits im Vorjahr während der ersten Corona-Welle in den Petersdom verlegt.

In der riesigen Basilika im Vatikan durften wegen des Gesundheitsschutzes nur etwa 200 Würdenträger und andere Zuhörer die Zeremonie am Vormittag verfolgen. Gegen 12 Uhr stand der für katholische Gläubige wichtigste Papstsegen "Urbi et Orbi" (Für die Stadt und den Erdkreis) auf dem Programm.

Franziskus fordert solidarische Verteilung der Impfstoffe 

In seiner Osterbotschaft forderte Papst Franziskus eine solidarische Verteilung der Corona-Impfstoffe. In seiner Ansprache forderte er die internationale Gemeinschaft auf, "in gemeinsamer Anstrengung die Verzögerungen bei der Impfstoffversorgung zu überwinden und eine solidarische Verteilung, speziell mit den ärmsten Ländern, zu fördern".

Das Oberhaupt der 1,3 Milliarden Katholiken weltweit rief zudem zu einem Ende der Gewalt in Syrien, Libyen sowie im Jemen auf und verurteilte die anhaltenden bewaffneten Konflikte weltweit als "skandalös".

"Christus, unser Friede, gebe es, dass das Getöse der Waffen im geliebten und gemarterten Syrien endlich aufhöre, wo Millionen von Menschen bereits unter unmenschlichen Bedingungen leben, ebenso im Jemen, dessen Ereignisse von einem ohrenbetäubenden und skandalösen Schweigen umhüllt sind, und in Libyen, wo sich nun ein Ausweg aus einem Jahrzehnt der Auseinandersetzungen und blutigen Zusammenstöße abzeichnet", sagte Franziskus in seiner Osterbotschaft, bevor er den traditionellen Segen "Urbi Et Orbi" erteilte.

"Urbi et orbi" als Straferlass 

Mit dem Segen "Urbi et Orbi" erlässt der Papst den Gläubigen die Strafen für ihre Sünden, wenn sie diese schon zuvor – beispielsweise in der Beichte oder durch Gebete – getilgt haben. Früher konnten Gläubige den Ablass nur auf dem Petersplatz empfangen. Über die Jahre wurde das auch über das Radio (1967), das Fernsehen (1985) und das Internet (1995) möglich.

Der Segen steht in der Regel an Ostern und Weihnachten auf dem Programm – und dann, wenn ein Papst neu gewählt wurde. Im vergangenen Jahr spendete der Pontifex den Segen zudem aus außerordentlichem Anlass am 27. März. Grund dafür war die Corona-Pandemie. Damals rief er die Katholiken zu Nächstenliebe und dem Erkennen der wahren Prioritäten im Leben auf.

Strenge Reise- und Kontaktverbote in Italien

In den vergangenen Tagen wurden auch die Riten der Karwoche und zur Osternacht nur vor kleinen Gruppen von Gläubigen gefeiert. In ganz Italien gelten über Ostern strenge Reise- und Kontaktverbote. Die Regierung in Rom hatte das Mittelmeerland extra vom 3. bis 5. April zur Roten Zone erklärt, um Osterurlaube und Besuche bei entfernt lebenden Verwandten möglichst zu unterbinden. Ausländische Touristen sind kaum in der Stadt.

Die Osterplanung des Papstes durchkreuzt Corona: Franziskus konnte zum Beispiel den Kreuzweg am Karfreitag nicht wie sonst am Kolosseum in Rom beten, sondern musste auf den Petersplatz ausweichen. Für den 84-Jährigen, der als jemand gilt, der gerne unter Menschen ist, fallen die großen Kirchenfeste Ostern und Weihnachten in Pandemiezeiten ernüchternd aus. Seine Volksnähe war etwa auf seiner Irak-Reise sichtbar, als er im Fußballstadion der kurdischen Hauptstadt Erbil nach langer Zeit wieder eine Messe vor Tausenden Menschen halten konnte.

Der katholische Kirchenstaat in Rom richtet seine Corona-Schutzmaßnahmen stets stark nach den Vorgaben der italienischen Regierung. Das 60-Millionen-Einwohner-Land zählte seit Februar 2020 mehr als 110.000 Corona-Tote.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters 

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