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Schwefelwolke vom Vulkan auf La Palma erreicht Deutschland


Schwefelgaswolke von Kanaren erreicht Deutschland

  • Lars Wienand
Von Lars Wienand

19.10.2021Lesedauer: 2 Min.
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La Palma: Aufnahmen zeigen die dramatischen Folgen durch den Vulkanausbruch auf der gesamten Insel. (Quelle: Reuters)
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Weil eine Wolke mit Schwefel aus dem Vulkan auf La Palma nach Mitteleuropa getragen wird, kursieren bereits Warnungen vor einer angeblichen Gesundheitsgefahr. Experten klären auf.

Seit Mitte September bricht der Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma aus. Nun hat am Dienstag eine Wolke mit Schwefelgasen Deutschland erreicht. Für die Gesundheit stellt das kein Risiko dar – anders, als das vor allem in Telegram-Kanälen verbreitet wird.

Experte Christian Plaß-Dülmer vom Deutschen Wetterdienst, Koordinator des deutschen Atmosphärenprogramms berichtet von einer erhöhten Konzentration von Schwefeldioxid in Lufthöhen über 3.000 Meter, die der Eruption zuzuordnen ist. "Selbst wenn das aber zu Boden gehen sollte, wäre das gesundheitlich unbedenklich."

Ende September auch in Bodennähe

Plaß-Dülmer leitet das Observatorium Hohenpeißenberg. Die Fachleute dort hatten bereits am 26. September eine erhöhte Konzentration von Schwefeldioxid und von Sulfat gemeldet. Da war auch am Boden eine geringe Konzentration gemessen worden: Bis zu 3,6 Mikrogramm Schwefeldioxid pro Kubikmeter Luft und bis zu 4 Mikrogramm Sulfat pro Kubikmeter. In der Folge wurde auch Niederschlag gemessen, der saurer war – ein pH-Wert von 4,8 statt 5,6.

Cumbre Vieja: Der Vulkan auf La Palma spuckt seit dem 19. September Lava und Asche.
Cumbre Vieja: Der Vulkan auf La Palma spuckt seit dem 19. September Lava und Asche. (Quelle: Maxar)

Aktuell werde jedoch am Boden nichts vom Schwefel des Vulkanausbruchs gemessen. In der Höhe zieht dagegen von Westen kommend im Laufe des Tages messbar eine große Wolke über Deutschland. In Höhen über 3.000 Meter schätzen die Fachleute den Wert auf 15 Mikrogramm pro Kubikmeter, in 5.000 Metern Höhe liegt er bei deutlich erhöhten 150 Mikrogramm. Beim Ausbruch des isländischen Vulkans Bardarbunga 2014 war an der Zugspitze eine Konzentration von 100 Mikrogramm gemessen worden.

Aerosole blockieren Sonnenstrahlen

Das Schwefeldioxid oxidiert zu Schwefelsäure, es entstehen Salze der Schwefelsäure. Solche Aerosole trüben tatsächlich die Luft, und dazu können auch Werte zur sogenannten optischen Dichte bestimmt werden. Durch die Sulfate liegt sie aktuell bei 0,3. Bei einem Wert von 0,1 erreichen noch mehr als 90 Prozent der Sonnenstrahlung den Erdboden, bei 0,5 noch etwa 60 Prozent. "Die durchgängige Wolkenbedeckung in weiten Teilen Deutschlands dürfte den deutlich größeren Effekt haben", so Plaß-Dülmer.

Unter anderem im Telegram-Chat des zuletzt in Tansania lebenden Corona-Leugners Bodo Schiffmann wird mit falschen Angaben von "Mikrogramm pro Quadratmeter" verbreitet, dass es zu Problemen mit Atemwegen und Lungen kommen könne. Weiter wird behauptet, die dann angeblich folgenden Symptome und eine Zunahme von Beschwerden würden dann von den Behörden mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden. Zum Teil wird dort auch mit Verweis auf das Hochwasser an der Ahr verbreitet, in Deutschland werde erneut nicht richtig gewarnt. Es gibt aber keinen Anlass zu Warnungen oder Sorgen, bekräftigt Plaß-Dülmer.

Der Vulkan Cumbre Vieja ist am 19. September zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen. Riesige Lavamengen flossen seitdem in Richtung Meer und zerstörten 750 Hektar Land mitsamt rund 1.800 Gebäuden. Der Flughafen auf der Insel musste deshalb am Wochenende zum wiederholten Mal geschlossen werden.

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Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Dr. Christian Plaß-Dülmer
  • Kachelmannwetter.de: Modellkarte
  • Telegram
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