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Suche nach Tornado-├ťberlebenden dauert an

Von dpa
Aktualisiert am 13.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Von der Zerst├Ârung gezeichnet: Mayfield in Kentucky.
Von der Zerst├Ârung gezeichnet: Mayfield in Kentucky. (Quelle: Mark Humphrey/AP/dpa./dpa)
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Mayfield (dpa) - Nach den verheerenden Tornados in den USA mit vermutlich Dutzenden Toten geht die Suche nach Vermissten in dem besonders schwer betroffenen Bundesstaat Kentucky weiter.

"Wir hoffen immer noch auf ein Wunder, dass wir mehr Menschen finden und die Zahl der Todesf├Ąlle hoffentlich geringer ist als erwartet", sagte Kentuckys Gouverneur Andy Beshear am Sonntag (Ortszeit) bei einem Besuch in dem von Zerst├Ârung gezeichneten Ort Mayfield. Beshear ging weiterhin von Dutzenden Toten alleine in Kentucky aus.

Die genaue Zahl der Todesopfer, Verletzten und Vermissten sei aber unklar, sagte er. "Das Ausma├č der Verw├╝stung macht es einfach schwierig, konkrete Zahlen zu haben."

Die Tornados hatten in der Nacht zu Samstag eine Kerzenfabrik in Mayfield dem Erdboden gleichgemacht, in der wegen der Weihnachtszeit rund um die Uhr gearbeitet wurde. Beshear sagte am Sonntag, man gehe wie am Vortag von 110 Menschen in der Fabrik aus, von denen nur rund 40 gerettet worden seien. "Das Unternehmen sagt derzeit, dass es andere Informationen hat, aber bis wir das ├╝berpr├╝fen k├Ânnen, sind wir immer noch auf dem Stand von gestern." Der Gouverneur f├╝gte hinzu: "Ich bete daf├╝r, dass die urspr├╝nglichen Sch├Ątzungen ├╝ber diejenigen, die wir verloren haben, vielleicht falsch waren. Wenn ja, w├Ąre es ziemlich wunderbar, aber es ist noch viel zu fr├╝h."

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100 Todesopfer bef├╝rchtet

Beshear sagte mit Blick auf die bef├╝rchtete Zahl der Toten: "Das Beste, worauf wir hoffen k├Ânnen, sind 50. Aber ich denke, es wird deutlich schlimmer werden als das. Denken Sie daran, dass wir immer noch Leichen finden." Der Gouverneur war am Samstagmorgen zun├Ąchst von mindestens 50 Toten ausgegangen. Am Sonntagmorgen rechnete er dann mit mehr als 80 und wom├Âglich sogar mehr als 100 Todesopfern. Offiziell best├Ątigt waren diese Zahlen aber nicht. Beshear betonte bei der Pressekonferenz am Sonntag, der Ausfall von Handynetzen erschwere die Suche nach Vermissten zus├Ątzlich.

Seit Samstag sei keiner mehr lebend aus den Tr├╝mmern geborgen worden, berichteten US-Medien. Zehntausende Menschen seien zeitweise ohne Strom. Tausende seien Sch├Ątzungen von Gouverneur Beshear zufolge obdachlos. Notunterk├╝nfte seien ge├Âffnet worden, um Betroffene aufzunehmen. Die n├Ąchtlichen Temperaturen in der Region lagen zuletzt um den Gefrierpunkt.

Rund 300 Mitglieder der Nationalgarde seien im Einsatz, sagte Beshear. Sie gingen "von T├╝r zu T├╝r", um ├ťberlebende zu finden und um Schutt zu beseitigen. Dort, wo keine T├╝ren mehr st├╝nden, gingen sie "von Tr├╝mmerberg zu Tr├╝mmerberg".

"Es geschah so schnell"

Kyanna Parsons-Perez ist nach Informationen des Senders CNN eine der Gl├╝cklichen, die aus den Tr├╝mmern der Kerzenfabrik geborgen werden konnte. Sie habe w├Ąhrend des Tornados in der Fabrik gearbeitet. Pl├Âtzlich sei das Geb├Ąude ├╝ber ihr und ihren Kollegen eingest├╝rzt. "Es geschah so schnell", sagte sie dem Sender. "Wir wurden hin und her geschaukelt und dann bumm, alles fiel auf uns hinunter". Sie sei am Kopf getroffen und ihre Beine seien eingeklemmt worden.

Irgendwann habe Parsons-Perez angefangen, sich im Dunkeln zu filmen und ├╝ber Facebook live zu senden. Sie habe um Hilfe gebeten und stets versucht, ihre Kollegen zu beruhigen. "Als ich da rauskam, konnte ich nichts anderes tun, als Gott zu danken". Rettungskr├Ąfte berichteten ihr sp├Ąter, sie habe unter rund 1,5 Meter Tr├╝mmern gelegen.

Auch in anderen Bundesstaaten kostete das Sturmsystem mehrere Menschen das Leben, Kentucky wurde aber mit Abstand am h├Ąrtesten getroffen. CNN berichtete von insgesamt mehr als 30 Tornados in Kentucky, Mississippi, Missouri, Arkansas, Illinois und Tennessee. Bis das volle Ausma├č der Katastrophe bekannt wird, d├╝rften Tage vergehen. Nach Angaben Beshears schlug ein Tornado ├╝ber eine Strecke von 227 Meilen (365 Kilometer) eine Schneise der Verw├╝stung, 200 Meilen davon in Kentucky. "Nichts, was in der direkten Linie dieses Tornados stand, steht noch", sagte der Gouverneur.

St├╝rme, ├ťberflutungen, Waldbr├Ąnde

F├╝r die USA ist es die j├╝ngste einer ganzen Reihe von Naturkatastrophen. Allein in diesem Jahr hatte es zuvor schon zahlreiche St├╝rme, ├ťberflutungen und Waldbr├Ąnde gegeben. Pr├Ąsident Joe Biden sieht in der H├Ąufung und Heftigkeit der Katastrophen eine Folge des Klimawandels, dessen Bek├Ąmpfung er zu einer seiner Top-Priorit├Ąten gemacht hat.

Beshear dankte Bidens Regierung und zahlreichen Unterst├╝tzern aus den ganzen USA f├╝r ihre Hilfe. "Wir sind dankbar f├╝r die gro├če Liebe, die uns entgegengebracht wird." Biden hat einen Besuch im Katastrophengebiet in Kentucky in Aussicht gestellt, sobald er die Rettungsoperationen nicht mehr behindere.

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