Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Untersee-Vulkan löst Tsunami im Pazifik-Gebiet aus

Von dpa
Aktualisiert am 16.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Der Tsunami hat in Neuseeland Boote zerstört.
Der Tsunami hat in Neuseeland Boote zerstört. (Quelle: Tanya White/NZME/dpa./dpa)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Wellington/Nuku'alofa (dpa) - Die Explosion ist Tausende Kilometer weit zu hören, in der SĂŒdsee tĂŒrmen sich Aschewolken hoch in die Luft.

Der gewaltige Ausbruch eines unterseeischen Vulkans in der NÀhe des Inselreichs Tonga hat am Wochenende viele Pazifik-Staaten in Alarmbereitschaft versetzt und Flutwellen ausgelöst. Tsunami-Wellen wurden nicht nur in Tonga, sondern auch in Neuseeland, Japan und Fidschi registriert.

Auch Überschwemmungen in Santa Cruz im US-Staat Kalifornien wurden auf den Ausbruch des Untersee-Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai zurĂŒckgefĂŒhrt. Die neuseelĂ€ndische Premierministerin Jacinda Ardern sagte, bislang gebe es keine offiziellen Berichte ĂŒber Verletzte und Tote.

Die Kommunikationsverbindung mit Tonga war zunÀchst massiv eingeschrÀnkt. Die USA und die Vereinten Nationen sagten Hilfe zu. Nach Angaben der Hilfsorganisation Save the Children galt in Tongas Hauptstadt Nuku'alofa ein Mensch als vermisst, wie der Sender Radio New Zealand (RNZ) berichtete.

Zwei Eruptionen in Folge

Der etwa 65 Kilometer von Tongas Hauptstadt entfernte unterseeische Vulkan brach an zwei Tagen in Folge aus. WĂ€hrend nach der ersten Eruption vom Freitag Behördenangaben zufolge nur kleine Tsunami-Wellen registriert wurden, war die zweite Eruption am Samstag Medienberichten zufolge auch im 2000 Kilometer entfernten Neuseeland zu hören. Sie hatte zeitweise in vielen Teilen des Pazifiks zu Tsunami-Warnungen gefĂŒhrt. Menschen wurden aufgefordert, von KĂŒstengebieten fernzubleiben. Die Bewohner Tongas wurden angewiesen, sich in höher gelegene Gebiete zu begeben.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
"Bayern-Wende im Fall Lewandowski"
Robert Lewandowski hat einen Vertrag bis 2023, will den FC Bayern aber am liebsten sofort verlassen.


Ardern sagte, ein Tsunami habe die Nordseite von Nuku'alofa "erheblich getroffen". Der australischen Wetterbehörde zufolge war die Welle 1,2 Meter hoch. Der neuseelĂ€ndischen Premierministerin zufolge wurden Boote und Felsbrocken an Land gespĂŒlt und GebĂ€ude beschĂ€digt.

Durch den Vulkanausbruch sei Tonga in vulkanischen Staub gehĂŒllt, die Kommunikationsverbindungen mit dem Inselreich im SĂŒdpazifik seien eingeschrĂ€nkt, da ein Unterseekabel in Mitleidenschaft gezogen sei. Mobile Telefone funktionierten demnach.

Ascheregen und Überflutungen in Tonga

Lokale Medien in Tonga berichteten ĂŒber einen Ascheregen, die Überflutung von HĂ€usern und die Unterbrechung von Telefon- und Stromverbindungen. Videoclips in sozialen Netzwerken zeigten, wie Wellen in Tonga GrundstĂŒcke und GebĂ€ude ĂŒberschwemmten. Medien veröffentlichen Satellitenaufnahmen, auf denen der Ausbruch des Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai zu sehen war. Die Asche sei bis zu 20 Kilometer in die Luft geschleudert worden, hieß es.

Ardern sagte, die Behörden arbeiteten daran, die Kommunikation zu Tonga schnellstmöglich wiederherzustellen. Im Moment erhalte man "von den Ă€ußeren Inseln (...) leider nicht viele Informationen". Die Wasserversorgung von Tonga habe PrioritĂ€t.

Die neuseelĂ€ndischen VerteidigungskrĂ€fte wĂŒrden am Montag versuchen, einen Überwachungsflug zu starten. Die Asche mache das Fliegen unsicher. Auch ein Marineschiff wurde in Bereitschaft versetzt.

Tsunami-Warnung in Japan aufgehoben

Die Wetterbehörde in Japan hob eine Tsunami-Warnung fĂŒr die PazifikkĂŒste am Sonntag wieder auf. Zuvor waren an der KĂŒste der nordöstlichen PrĂ€fektur Iwate sowie im sĂŒdwestlichen Amami Flutwellen von rund einem Meter Höhe registriert worden, hieß es. Berichte ĂŒber SchĂ€den oder Verletzte gab es nicht.

Die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von Save the Children Fidschi, Shairana Ali, sagte, dass Fidschi und Vanuatu von Flut- und Tsunamiwellen getroffen worden seien. Es habe SchĂ€den in den KĂŒstengebieten gegeben, aber keine Todesopfer. UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres sagte, er sei "zutiefst besorgt". Die UN stĂŒnden bereit, UnterstĂŒtzung zu liefern. US-Außenminister Antony Blinken twitterte: "Die Vereinigten Staaten sind bereit, unseren Nachbarn im Pazifik UnterstĂŒtzung zu gewĂ€hren."

Der Nationale Wetterdienst der USA (NOAA) hatte am Samstag mitgeteilt, Auswirkungen könnten sich auch an Teilen der WestkĂŒste des Landes sowie in Alaska bemerkbar machen. Auch fĂŒr Hawaii wurde ein Tsunami-Hinweis herausgegeben. Bislang seien dort aber keine SchĂ€den gemeldet worden, hieß es. Die Hinweise wurden am Sonntag aufgehoben.

Hunga-Tonga-Hunga-Ha'apai ist seit Dezember immer wieder aktiv. Der Vulkan liegt etwa 30 Kilometer sĂŒdöstlich der zu Tonga gehörenden Insel Fonuafo'ou (auch als Falcon Island bekannt). Experten schlossen weitere vulkanische AktivitĂ€t sowie Tsunami-Warnungen nicht aus. Dies könne ĂŒber die nĂ€chsten Wochen oder sogar Jahre andauern, wurde Shane Cronin, Professor fĂŒr Geowissenschaften an der UniversitĂ€t von Auckland, von RNZ zitiert. "Im Interesse der Menschen in Tonga hoffe ich es nicht."

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Adrian Roeger
Von Michaela Koschak, Adrian Röger
ExplosionKalifornienNeuseelandTsunamiUSAÜberschwemmung
Justiz & KriminalitÀt




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website