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Millionen Menschen nehmen rituelles Eisbad

Von dpa
Aktualisiert am 19.01.2022Lesedauer: 1 Min.
Ein russisch-orthodoxer Priester segnet am Dreikönigstag das eiskalte Wasser in der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Moskau.
Ein russisch-orthodoxer Priester segnet am Dreikönigstag das eiskalte Wasser in der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Moskau. (Quelle: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa./dpa)
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Moskau (dpa) - Mit einem Sprung ins eiskalte Wasser haben Millionen Menschen in Belarus, Russland und der Ukraine das traditionelle Eisbaden eingeläutet. Anlass ist der von der russisch-orthodoxen Kirche am Mittwoch gefeierte Dreikönigstag (Epiphanias), mit dem an die Taufe Jesu erinnert wird.

Mit dem Eisbaden wollen sich die Gl√§ubigen von ihren S√ľnden reinigen. Russlands Staatschef Wladimir Putin verzichtete in diesem Jahr aufs Baden bei Minustemperaturen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow verwies zur Begr√ľndung der Agentur Interfax zufolge auf die Corona-Pandemie. Kirchenvertreter in Russland hatten angesichts der wieder rasant steigenden Zahl von Neuinfektionen vor einer Ansteckung beim Baden gewarnt. Vor einem Jahr war Putin noch im eisig kalten Wasser kurz untergetaucht.

Mit Geschrei ins eisige Nass

Bei Temperaturen von bis zu minus zehn Grad gab es allein in Europas gr√∂√üter Metropole Moskau mehr als 30 Badestellen. An einem See im Westen der Hauptstadt bildeten sich am Vormittag bei Sonnenschein sogar Warteschlangen vor einem ins Eis geschlagenen Loch. Einige sprangen mit Geschrei ins eisige Nass, tauchten dreimal unter, bekreuzigten sich und beteten f√ľr sich und ihre N√§chsten.

Sicherheitskr√§fte und Sanit√§ter standen bereit, weil es bisweilen auch Todesf√§lle bei diesem Winterspa√ü gibt. Im Stadtteil Goworowo standen beheizte Zelte f√ľr M√§nner und Frauen zum Umziehen bereits. Der Weg zum zugefrorenen See war mit Heu ausgelegt.

Landesweit nehmen jedes Jahr rund zwei Millionen Menschen ein Eisbad, meldete die Staatsagentur Ria Nowosti. Auch in den Nachbarländern Belarus und der Ukraine ist dieser Winterspaß verbreitet.

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