Sie sind hier: Home > Panorama > Justiz >

Jan Kuciak: Prozess um ermordeten Journalisten beginnt in der Slowakei

Fall Jan Kuciak  

Slowakei: Prozess um ermordeten Journalisten beginnt

19.12.2019, 10:26 Uhr | dpa

Jan Kuciak: Prozess um ermordeten Journalisten beginnt in der Slowakei. Der Angeklagte Marian K. (M.) vor dem Sondergericht für organisierte Kriminalität in Pezinok bei Bratislava: Die Reportage über den Geschäftsmann erschien nach dem Mord an dem Journalisten Jan Kuciak. (Quelle: AP/dpa/Petr David Josek)

Der Angeklagte Marian K. (M.) vor dem Sondergericht für organisierte Kriminalität in Pezinok bei Bratislava: Die Reportage über den Geschäftsmann erschien nach dem Mord an dem Journalisten Jan Kuciak. (Quelle: Petr David Josek/AP/dpa)

Fast zwei Jahre nach dem Mord an dem Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak und seiner Freundin beginnt in der Slowakei der Prozess gegen die Drahtzieher. Hauptangeklagter ist der Geschäftsmann Marian K.

Unter großer Aufmerksamkeit internationaler Medien und strengen Sicherheitsmaßnahmen hat am Donnerstag der Gerichtsprozess im Mordfall Jan Kuciak begonnen. Der Mord an dem Investigativ-Journalisten und seiner Verlobten im Februar 2018 überschattet bis heute die Politik der Slowakei. Vor einem Sondergericht für Organisierte Kriminalität in Pezinok bei Bratislava müssen sich der Unternehmer Marian K. als mutmaßlicher Auftraggeber und drei mutmaßliche Organisatoren und Ausführende des Doppelmordes verantworten.

Jan Kuciak und Martina Kusnirova waren am 21. Februar 2018 in ihrem Haus im westslowakischen Dorf Velka Maca erschossen worden. Der 27-jährige Kuciak hatte zuvor über die Verfilzung von Politik und Geschäftemacherei recherchiert. Seine erst nach dem Mord veröffentlichte Reportage über mögliche Verbindungen italienischer Mafia-Clans zu slowakischen Regierungsmitarbeitern löste Massendemonstrationen gegen Korruption und den Missbrauch von EU-Förderungen aus. Daraufhin traten Langzeit-Regierungschef Robert Fico sowie mehrere Minister und der Polizeipräsident zurück.

Angeklagter baute korruptes Netzwerk auf

Kuciak hatte vor seiner Ermordung auch ausführlich über die undurchsichtigen Geschäfte des Millionärs Marian K. geschrieben. Im Zuge der Ermittlungen des Mordfalls wurde inzwischen enthüllt, dass K. offenbar ein Korruptionsnetz geknüpft hatte, über das er Richter, Staatsanwälte und Politiker beeinflusste. Dadurch konnte er seit Jahren erreichen, dass seine Betrugsfälle ungesühnt blieben.

Zudem ließ K. Journalisten bespitzeln, die kritisch über ihn berichteten. Zu den bespitzelten Journalisten gehörte auch Jan Kuciak. Die Informationen, die K. über ihn vermutlich auch von bestochenen Polizisten sammeln ließ, könnten am Ende auch bei der Vorbereitung des Mordplans verwendet worden sein.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Letzte Chance auf Schnäppchen im Sale!
bei MADELEINE
Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal