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Polizistenmord in Augsburg: Verdächtiger tötete schon früher

Polizistenmord in Augsburg: Verdächtiger tötete schon früher

30.12.2011, 14:04 Uhr | dapd, dpa

Polizistenmord in Augsburg: Verdächtiger tötete schon früher. Polizistenmord in Augsburg (Quelle: dapd)

Polizistenmord in Augsburg: Polizisten und Mitarbeiter der Spurensicherung durchsuchen in Friedberg bei Augsburg die Scheune eines landwirtschaftlichen Anwesens (Quelle: dapd)

Zwei Monate nach dem Augsburger Polizistenmord haben die Fahnder zwei Tatverdächtige gefasst. Die Männer seien vom Zugriff in Augsburg und Friedberg vollkommen überrascht gewesen, erklärte die Polizei. Sie hätten bei der Aktion, die gegen Mittag stattfand, keinen Widerstand geleistet. Bei den Festgenommenen soll es sich nach Informationen der "Augsburger Allgemeinen" um ein Brüderpaar im Alter von 53 und 58 Jahren handeln. Einer der beiden, Rudi R., habe vor 36 Jahren schon einmal einen Polizisten erschossen, schreibt das Blatt.

Bei einem Tankstellenüberfall mit einem Komplizen an der damaligen Autobahnraststätte Augsburg-Nord soll er einen plötzlich auftauchenden 31-jährige Beamten tödlich getroffen haben und dafür zu lebenslänglich verurteilt worden sein.

Über einen Jahrzehnte zurückliegenden Polizistenmord durch einen der Festgenommenen berichteten auch die "Nürnberger Nachrichten".

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Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks soll es sich bei beiden um bekannte Personen aus dem Augsburger Kriminellen-Milieu handeln. Ein Zusammenhang zur sogenannten Russenmafia oder der Neonazi-Szene sei derzeit nicht erkennbar.

In der Nacht zum 28. Oktober hatte ein 41-jähriger Polizist im Augsburger Siebentischwald versucht, zwei Männer auf einem Motorrad zu kontrollieren. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd mit einer Schießerei wurde der Beamte tödlich getroffen. Seine Kollegin erlitt leichte Verletzungen durch einen Streifschuss. Zuletzt war eine Belohnung von 100.000 Euro für Hinweise zur Klärung des Polizistenmordes ausgesetzt.

Schon länger im Visier der Fahnder

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks waren die Ermittler den beiden mutmaßlichen Tätern im aktuellen Fall des Polizistenmordes auf die Spur gekommen, als sie alle Männer überprüften, die bereits wegen ähnlicher Gewalttaten in Erscheinung getreten waren.

Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich zu den Berichten nicht und gaben aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Informationen. Sie verwiesen stattdessen auf eine für Freitag um 14 Uhr angesetzte Pressekonferenz, an der nach Angaben des Innenministeriums auch Ressortchef Joachim Herrmann und Justizministerin Beate Merk (beide CSU) teilnehmen werden.

Die Männer sollen bereits seit längerem im Visier der Ermittler gewesen sein, berichtet die "Münchner Abendzeitung". Sie wurden dem Bericht zufolge am Donnerstag vernommen und sollten am Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Tatverdächtigen wurden nach einem Bericht der "Augsburger Allgemeinen" von Sondereinsatzkommandos (SEK) überwältigt. Einer der Männer sei in Augsburg in seinem Auto gestellt worden, der andere in der Nachbarstadt Friedberg.

Seehofer: "Hartnäckigkeit der Ermittler zahlt sich aus"

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) begrüßte die Festnahmen. "Die hohe Leistungsbereitschaft, die Geduld und die Hartnäckigkeit der Ermittler zahlen sich aus", sagte er. "Ich war mir immer sicher, dass Polizei und Justiz alles tun, damit solche kaltblütigen Mörder gefasst werden."

Der stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Peter Schall, sagte, die Beamten sähen die Festnahmen mit einem großen Gefühl der Freude und der Erleichterung. Zum einen müssten sie jetzt nicht mehr befürchten bei einer Verkehrskontrolle an die Verdächtigen zu geraten. Zum anderen nehme "jeder Polizist gerne Straftäter fest und besonders in eigener Sache."

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