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Obama tief bewegt: Unsere Herzen sind gebrochen

Obama tief bewegt: Unsere Herzen sind gebrochen

15.12.2012, 10:42 Uhr | dpa , dapd , AFP

Obama tief bewegt: Unsere Herzen sind gebrochen. Barack Obama zeigte sich in einer kurzen TV-Ansprache erschüttert und rang mehrfach um Fassung (Quelle: Reuters, AP)

Barack Obama zeigte sich in einer kurzen TV-Ansprache erschüttert und rang mehrfach um Fassung (Quelle: Reuters, AP)

Amerika steht unter Schock: Im Kugelhagel eines 20-jährigen Amokläufers starben am Freitag 20 Grundschüler im Alter zwischen fünf und zehn Jahren und sechs Erwachsene. Der Täter richtete sich anschließend selbst. Präsident Barack Obama kämpfte in einer kurzen TV-Ansprache mit den Tränen und kündigte Konsequenzen an.

Stunden nach der Horrortat in der Kleinstadt Newtown im US-Bundesstaat Connecticut nördlich von New York ist über den Täter und sein Motiv noch wenig bekannt.

Mutter des Täters ebenfalls tot

Die Mutter des jungen Mannes wurde ermordet in einer Wohnung in Newtown aufgefunden. Die Polizei machte noch keine Angaben zum Hintergrund des Verbrechens.

In der Nacht war die Sandy Hook Elementary School mit den Kinderleichen noch als Tatort abgesperrt. Es handele sich um eine "gewaltige Untersuchung", sagte ein Polizeisprecher. Es gebe derzeit nur eine vorläufige Liste mit den Namen der Getöteten. Die Familien seien informiert worden.

Augenzeugen schildern Horrorszenen

"Es war entsetzlich", beschrieb eine 29-jährige Lehrerin das Horrorszenario an ihrer Schule. "Ich habe nicht geglaubt, dass wir überleben würden", sagte Kaitlin Roig dem US-Sender ABC.

In der Schule herrschte während der Schießerei Panik und Entsetzen, Lehrer versuchten, ihre Schüler in Sicherheit zu bringen, Kinder versteckten sich in Schränken. Augenzeugen sprachen gegenüber US-Medien von einer langen Schießerei mit rund 100 Schüssen. Der Schulkorridor war demnach mit Blut bespritzt.

Auf der Toilette eingeschlossen

Als sie Schüsse hörte, habe sie sich mit ihren 14 Schülern auf der Toilette eingeschlossen, erzählte die Lehrerin unter Tränen. "Ich habe ihnen gesagt, sie müssten absolut still sein". "Es wird alles gut werden", habe sie die weinenden Kinder getröstet.

Bei einer Rede im US-Fernsehen konnte auch Präsident Barack Obama die Tränen kaum zurückhalten. "Unsere Herzen sind gebrochen", sagte er. "Wir haben in den vergangenen Jahren zu viele dieser Tragödien durchgemacht", sagte der Präsident, selbst Vater von zwei Töchtern im Teenageralter.

Obama ringt um Fassung

Der Präsident musste seine Erklärung mehrfach unterbrechen, atmete schwer durch und wischte sich Tränen aus den Augen.

Mit dem Blutbad ist die Debatte über die laxen Waffengesetze in den USA neu entflammt. Waffengegner hielten in der Nacht zum Samstag eine Mahnwache vor dem Weißen Haus ab.

Nach Informationen des TV-Senders CNN identifizierten die Behörden den mutmaßlichen Täter als den 20-jährigen Adam L.. Zunächst hatten US-Medien den Täter als den 24-jährigen Ryan L. identifiziert, den älteren Bruder des Amokläufers.

Laut dem Sender NBC trug der Amokläufer den Personalausweis seines Bruders bei sich. Ryan L. werde von der Polizei befragt, berichteten mehrere TV-Sender.

Täter schoss mit Sturmgewehr

Die Polizei stellte drei Waffen sicher: Ein halbautomatisches Sturmgewehr und zwei Pistolen. Alle drei Waffen seien legal erworben worden und auf den Namen der Mutter registriert, berichteten Medien.

Nancy L. habe als Lehrerin an der Schule gearbeitet. Unklar sei aber, wann genau sie getötet wurde. Auch war zunächst noch nicht offiziell geklärt, ob der Amokläufer ebenfalls für diese Tat verantwortlich ist.

Der junge Mann soll bei seiner geschiedenen Mutter gewohnt haben, hieß es in Medienberichten. Der TV-Sender CNN berichtete über mögliche psychische Probleme des Mannes, nannte aber keine Einzelheiten.

Amokläufer schoss 100 mal

Neben den Kindern starben in der Schule sechs Erwachsene, darunter die Rektorin und ein Psychologe. Nach Berichten von Augenzeugen gab der Amokläufer bis zu 100 Schüsse ab. "Es machte Bang, Bang, ich habe Schreie gehört", schilderte ein Junge die Szene.

Der Mann sei ganz in schwarz gekleidet in die Sandy Hook Elementary School eingedrungen und habe das Feuer eröffnet. Er habe zudem eine schusssichere Weste getragen. Lehrer versuchten in Panik, ihre Schüler in Sicherheit zu bringen. Ein Kind berichtete, die Lehrer hätten sie mit der Begründung aus der Schule geführt, dass es dort "ein wildes Tier" gebe.

Neben Obama suchen auch andere Politiker nach der Gräueltat verzweifelt nach Worten. Der Gouverneur des Bundesstaates Connecticut, Dan Malloy, sagte: "Das Böse hat unsere Gemeinde besucht. Es ist eine schreckliche Zeit."

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, "Kinder als Ziel auszuwählen, ist eine hasserfüllte und unfassbare" Tat. Er bekundete "tiefes Beileid angesichts der skandalösen Morde".

Internationales Beileid

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton äußerte sich tief erschüttert. Auch Königin Elizabeth II. zeigte sich "tief erschüttert und betrübt".

Die Zahl der Opfer des Schulmassakers von Newtown lag noch über der vom Amoklauf an der Columbine High School. Dort hatten am 20. April 1999 zwei Jugendliche zwölf Mitschüler und einen Lehrer erschossen. Danach begingen sie Selbstmord.

Mehr Tote gab es noch an der Universität Virginia Tech in Blacksburg 2007. Dort tötete ein südkoreanischer 23-jähriger Student 32 Menschen, bevor er sich selbst richtete.

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