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Fahndung nach jungem Syrer: Verdacht auf geplanten Sprengstoffanschlag in Chemnitz

Fahndung nach Syrer  

Verdacht auf geplanten Sprengstoffanschlag in Chemnitz

08.10.2016, 19:34 Uhr | rtr , dpa , AFP , t-online.de

Fahndung nach jungem Syrer: Verdacht auf geplanten Sprengstoffanschlag in Chemnitz. Polizeieinsatz in Chemnitz (Quelle: dpa/Bernd März)

Einsatzkräfte nehmen einen Verdächtigen fest. Rechts im Bild der aktuell noch Flüchtige. (Quelle: Bernd März/dpa)

In Chemnitz hat die Polizei eine Wohnung gestürmt. Es besteht der Verdacht, dass ein Sprengstoffanschlag vorbereitet wurde.

Das Fritz-Heckert-Wohngebiet im Südwesten der Stadt, eine Plattenbausiedlung, wurde teilweise evakuiert. LKA-Sprecher Tom Bernhardt sagte, es seien mehrere hundert Gramm Sprengstoff gefunden worden.

Die Polizei bezeichnete den Sprengstoff als "hochbrisant", der nicht ohne weiteres abtransportiert werden könne. Eine Gefahr für die Anwohner sei aber "nahezu" ausgeschlossen, weil die Evakuierungszone entsprechend angepasst werde. Der Sprengstoff wurde inzwischen in eigens dafür ausgehobenen Löchern gesprengt. Die Sperrung der Plattenbausiedlung bleibe aber bestehen, hieß es. Zuvor hatte die Polizei ein Foto von einem der Löcher veröffentlicht.

Zunächst hatte es geheißen, es sei nur wenig Sprengstoff in der Wohnung gefunden worden. Dazu sagte Bernhardt später, das Material habe "nicht auf dem Küchentisch" gelegen und sei erst später entdeckt worden. In der Wohnung wurde niemand angetroffen.

Personenfahndung veröffentlicht

Das LKA sucht den 22 Jahre alten, in der Nähe von Damaskus geborenen Syrer Jaber Albakr (alternative Schreibweise: Dschaber Al-Bakr). Hinweise sollen telefonisch an das Landeskriminalamt Sachsen unter 0351/8554114 oder an jede andere Polizeidienststelle oder per E-Mail an lka@polizei.sachsen.de gerichtet werden.Der gesuchte 22-jährige Syrer Jaber Albakr soll aktuell das auf dem Bild zu sehende auffällige schwarze Kapuzenshirt tragen. (Quelle: Landeskriminalamt Sachsen)Der gesuchte 22-jährige Syrer Jaber Albakr soll aktuell das auf dem Bild zu sehende auffällige schwarze Kapuzenshirt tragen. (Quelle: Landeskriminalamt Sachsen)

Wenig später wurden drei Personen festgenommen. Die Männer sollen zumindest Kontakt zu dem flüchtigen Verdächtigen gehabt haben oder seine Bekannten sein. Es handele sich um Syrer, sie würden befragt. Zwei der festgenommenen Verdächtigen wurden am Hauptbahnhof von Chemnitz gefasst, einer in der Innenstadt. Zeitweilige Sperrungen rund um den Bahnhof, um ein Gepäckstück der dort Festgenommenen zu überprüfen, wurden inzwischen aufgehoben.

Warnung kam vom Verfassungsschutz aus Köln

Den Hinweis auf die mögliche Gefahr bekam die Polizei in Sachsen am Freitagabend vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Köln, wie ein BfV-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP bestätigte. Die dem Verfassungsschutz vorliegenden Hinweise stammten aus nachrichtendienstlichen Erkenntnissen.

Aufgrund der Warnung aus Köln startete die Polizei in Chemnitz ihren Einsatz in der Nacht auf Samstag. Aus Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass es einen Zusammenhang mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gibt.

Aktuelle Informationen des Pressesprecher LKA zum Polizeieinsatz in Chemnitz #C0810

Gepostet von Polizei Sachsen am Samstag, 8. Oktober 2016

Mehr Sicherheit am Flughafen Berlin-Schönefeld

Nach dem Terroralarm in Chemnitz erhöhten die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen Berlin-Schönefeld. Man habe die Einsatzkräfte dort verstärkt, sagte der Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, Torsten Herbst. 30 Bereitschaftspolizisten führten am Terminal Sichtkontrollen durch, Autos und Busse würden angehalten und kontrolliert, ob sich der gesuchte 22-jährige syrische Verdächtige aus Chemnitz darin befinde.

Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Herbst. Es gebe keinen konkreten Hinweis, dass der Mann in Schönefeld sei.

Busse fahren nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe nicht mehr bis zum Terminal. Der Flugbetrieb sei nicht eingeschränkt, sagte ein Flughafensprecher. Der Lagedienst im Potsdamer Innenministerium sprach von "präventiven Maßnahmen". Die Bundespolizei hat die Streifen im Terminal "entsprechend sensibilisiert", wie ein Sprecher sagte. "Wir beteiligen uns an der Fahndung."

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