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Obduktion nach Schlägerei in Passau: 15-Jähriger an eigenem Blut erstickt

Schlägerei in Passau  

15-Jähriger erstickte an seinem eigenen Blut

18.04.2018, 13:27 Uhr | dpa, dru

Obduktion nach Schlägerei in Passau: 15-Jähriger an eigenem Blut erstickt. Rettungskräfte in Passau: Der 15-Jährige starb am Montag nach einer heftigen Auseinandersetzung unter Jugendlichen. (Quelle: dpa/Sebastian Daiminger/Passauer Woche)

Rettungskräfte in Passau: Der 15-Jährige starb am Montag nach einer heftigen Auseinandersetzung unter Jugendlichen. (Quelle: Sebastian Daiminger/Passauer Woche/dpa)

Eine Schlägerei unter Jugendlichen in Passau endet dramatisch. Ein 15-Jähriger stirbt. Gegen vier Verdächtige wird Haftbefehl erlassen. Nun ist auch bekannt, woran genau der Junge starb.

Der bei einer Schlägerei in Passau getötete Jugendliche ist an seinem eigenen Blut erstickt. Das ergab die Obduktion des Leichnams, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Eine natürliche Todesursache aufgrund einer Vorerkrankung liege nicht vor.

Der 15-Jährige habe Faustschläge gegen Kopf und Oberkörper erlitten und sei in den Schwitzkasten genommen worden, sagte Oberstaatsanwalt Walter Feiler. Waffen oder Fußtritte seien nicht im Spiel gewesen.

Nach der Auseinandersetzung am Montagabend wurden sechs junge Leute im Alter zwischen 14 und 25 Jahren festgenommen. Fünf von ihnen wurden noch am Dienstag dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Passau vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehle gegen vier Beteiligte im Alter von 15, 17, 21 und 25 Jahren sowie einen Unterbringungsbefehl gegen einen 14-Jährigen.

Streit unter den Jugendlichen eskaliert

Der Tatvorwurf lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge. Laut Polizei war am Montagabend ein zunächst verbaler Streit unter den Jugendlichen eskaliert. Insgesamt waren rund 20 Personen bei der Schlägerei anwesend. Eine Passantin rief die Polizei. Als die Beamten eintrafen, verschwanden die Beteiligten.

Der 15-Jährige war bei der Schlägerei zu Boden gegangen und verstarb wenig später in einer Passauer Klinik. Die fünf Verdächtigen haben sich bisher nicht näher zur Tat geäußert.

Die Tat ereignete sich in der Passauer Innenstadt bei einer Einkaufspassage. Laut einem Streetworker des Jugendamtes handelt es sich dabei um einen bei jungen Leuten beliebten Treffpunkt. Die Ermittler suchen nun nach Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben. Insbesondere bittet die Polizei eine Frau mit einem Hund sich zu melden. 

Vorfall "ein absoluter Ausnahmefall"

Erschüttert äußerte sich am Dienstag Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zu dem Vorfall in Passau: Seines Wissens nach handele es sich mutmaßlich um Auseinandersetzungen von zwei verschiedenen Jugendgruppen, die schon länger im Clinch miteinander gelegen hätten, sagte er dem Radiosender "Antenne Bayern". Er sprach von einer "besonders brutalen Schlägerei".

Solch ein Vorfall sei ein absoluter Ausnahmefall, sagte der Kriminologe Christian Pfeiffer der Deutschen Presse-Agentur. Bei jungen Leuten, die in Deutschland auch schon 2014 gewohnt haben, sei die Jugendgewalt insgesamt um etwa die Hälfte zurückgegangen in den vergangenen zehn Jahren. "Und bei den Tötungsdelikten speziell fängt es schon früher an." Von 2000 bis 2016 sei die Zahl der Fälle deutlich um mehr als ein Drittel gesunken.

Auch an den Schulen gebe es in den vergangenen 20 Jahren einen Rückgang der bei Schlägereien schwer verletzten Schüler um fast zwei Drittel. "Also von daher ist diese Geschichte ganz gegen den Trend", sagte der ehemalige Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. "Das, was sich da ereignet hat, ist traurig und fürchterlich für die Betroffenen. Aber es ist nicht die Bestätigung für die wachsende Gewalt Jugendlicher."

Verwendete Quellen:
  • dpa

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