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El Chapo schuldig gesprochen: "Seine blutige Herrschaft ist beendet"

Drogenboss verurteilt  

"El Chapos blutige Herrschaft ist beendet"

13.02.2019, 08:29 Uhr | dpa, AFP, job

 (Quelle: Reuters)
Joaquin Guzman: Drogenboss "El Chapo" schuldig gesprochen

Nach langer Beratung hat ein Geschworenengericht in New York den mexikanischen Drogenboss Joaquin Guzman schuldig gesprochen. (Quelle: Reuters)

Joaquin Guzman: Der Drogenboss "El Chapo" ist schuldig gesprochen worden. (Quelle: Reuters)


Er ist einer der schillerndsten Drogenbosse überhaupt: "El Chapo". Nun muss er wohl für den Rest seines Lebens ins Gefängnis. Eine New Yorker Jury hat ihn schuldig gesprochen.

Der berüchtigte mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán ist in einem Prozess in New York in sämtlichen Anklagepunkten schuldig gesprochen worden. Den Schuldspruch fällte die Jury am Dienstag nach sechstägigen Beratungen. Damit steht fest, dass Guzmán eine lebenslange Haftstrafe wegen Drogenschmuggels, Waffenhandels und Geldwäsche absitzen muss. Formal wird das Strafmaß erst am 25. Juni verkündet. "El Chapos" Verteidiger kündigten Berufung gegen das Urteil an.

Die Geschworenen befanden Guzmán in allen zehn Anklagepunkten für schuldig. Laut Klageschrift soll das Sinaloa-Kartell unter seiner Führung zwischen 1989 und 2014 fast 155 Tonnen Kokain und große Mengen andere Drogen in die USA geschmuggelt haben. Bei den angeführten Anklagepunkten schreibt das US-Gesetz eine lebenslange Freiheitsstrafe vor.

Die nach US-Bundesgesetz zulässige Todesstrafe war in dem Verfahren nach einer Einigung zwischen den USA und Mexiko, die Guzmán ausgeliefert hatten, ausgeschlossen.

"Mythos ist widerlegt"

Staatsanwalt Richard Donoghue sagte, Guzmáns "blutige Herrschaft an der Spitze des Sinaloa-Kartells ist beendet, und der Mythos, dass er nicht zur Rechenschaft gezogen werden könne, ist widerlegt". Auch die US-Regierung feierte das Urteil. Der amtierende US-Justizminister Matthew Whitaker sagte, Guzmáns "kriminelles Unternehmen flutete die Straßen der Vereinigten Staaten mit Hunderten Tonnen Kokain sowie enormen Mengen anderer gefährlicher Drogen wie Heroin und Methamphetamin".

Der Prozess in einem New Yorker Bundesgericht war von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet worden. Während des Mammutverfahrens ließ die Staatsanwaltschaft mehr als 50 Zeugen vorladen. Außerdem bot sie Hunderte Dokumente und Dutzende abgehörte Telefonate auf.

Nur ein Zeuge für "El Chapo" 

Guzmáns Anwälte riefen dagegen nur einen einzigen Zeugen auf und beendeten ihre Verteidigung des Falls innerhalb von 30 Minuten. Ihre Strategie bestand im Wesentlichen darin, die Zeugen der US-Regierung als Lügner darzustellen, die durch Aussagen gegen Guzmán lediglich eigene Haftstrafen verringern wollten. Guzmán selbst hatte darauf verzichtet auszusagen.

Viele der Zeugen der Anklage schilderten bis in die grausigsten Details die Gewalttaten des mächtigen Drogenkartells. Sie beschrieben auch, wie das Kartell mexikanische Polizisten, Militärs und Regierungsmitarbeiter bestach.

Die Verhandlungen hatten fast drei Monate gedauert. Am Montagnachmittag vergangener Woche hatte sich die Jury dann erstmals zu Beratungen zurückgezogen, die sich über rund 35 Stunden hinzogen. Die Geschworenen baten unter anderem darum, die Aussagen mehrerer wichtiger Zeugen noch mal schriftlich nachgereicht zu bekommen. 
 

 
Guzmán ist derzeit in einem Hochsicherheitsgefängnis in New Yorks Stadtteil Manhattan eingesperrt. Offen ist, ob er seine Strafe dort absitzen soll oder in eine andere Haftanstalt verlegt wird. In Mexiko gelang es Guzmán bereits zweimal, aus dem Gefängnis auszubrechen: 2001 entkam er in einem Wäschekorb und 2015 durch einen Tunnel, den Komplizen bis unter seine Zelle gegraben hatten.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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