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Fall Madeleine "Maddie" McCann: Wer sind ihre Eltern Kate und Gerry?

Emotionale Botschaft der Eltern  

Maddies Familie gibt die Hoffnung nicht auf

Von Sarah Thust

04.06.2020, 14:16 Uhr
Fall "Maddie": Deutscher nach 13 Jahren unter Verdacht

Seit 13 Jahren beschäftigt das ungeklärte Schicksal der kleinen "Maddie" die Ermittlungsbehörden. Nun steht ein Deutscher unter Mordverdacht. Die Ermittler setzen auf Hinweise aus der Bevölkerung. (Quelle: dpa)

Nach 13 Jahren eine neue Spur: So ist der Stand im Fall der verschwundenen "Maddie", in dem jetzt ein Deutscher unter Verdacht steht. (Quelle: dpa)


Die Eltern von Madeleine McCann wollen die Hoffnung nie aufgeben. Vor 13 Jahren ist ihre Tochter während eines Urlaub in Portugal verschwunden. Dennoch sind die Eltern überzeugt, dass "Maddie" lebt.

Nach dem Verschwinden ihrer Tochter wollen Kate und Gerry McCann endlich Frieden finden. Der Fall sorgte jahrelang weltweit für Schlagzeilen: Die dreijährige Britin Madeleine McCann wird seit dem Jahr 2007 vermisst.

Nun kommt wieder Bewegung in den Fall: Ein Deutscher stehe unter Mordverdacht, meldete das Bundeskriminalamt in Wiesbaden am Mittwoch. Das Ehepaar McCann reagierte auf die Nachricht mit einer emotionalen Botschaft.

"Alles, was wir jemals wollten, ist, sie zu finden"

"Alles, was wir jemals wollten, ist, sie zu finden, die Wahrheit aufzudecken und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Wir werden niemals die Hoffnung aufgeben, Madeleine lebend zu finden, aber was auch immer das Ergebnis sein mag, wir müssen es wissen, damit wir Frieden finden können."

Mit diesen Worten reagierten die McCanns auf die neuen Ermittlungen gegen den Deutschen, der zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve gewesen sein soll. Der Mann ist laut den Ermittlern ein mehrfach vorbestrafter Sexualstraftäter, der unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt worden ist. Derzeit sitzt der Beschuldigte wegen einer anderen Sache im Gefängnis. Was er mit Maddies Verschwinden zu tun haben könnte, erfahren Sie oben im Video.

Kate und Gerry McCann mit einem Bild ihrer vermissten Tochter Madeleine: Das Mädchen verschwand beim Familienurlaub im Mai 2007 in Portugal. (Quelle: imago images)Kate und Gerry McCann mit einem Bild ihrer vermissten Tochter Madeleine: Das Mädchen verschwand beim Familienurlaub im Mai 2007 in Portugal. (Quelle: imago images)

Die Stellungnahme haben die McCanns am Mittwoch auf ihrer Internetseite veröffentlicht, die der Suche nach Hinweisen auf Maddies Verschwinden dient. Dort schrieb das Ehepaar auch, dass sie zu den derzeitigen Ermittlungen "keinen weiteren Kommentar" abgeben wollen. Außerdem bedankten sie sich für die fortlaufende Unterstützung und ermutigten "jeden, der Informationen hat", sich an die Polizei zu wenden.

Was geschah in der "Horror"-Nacht?

Der "Horror", wie die McCanns es nennen, geschah am 3. Mai 2007, als die Familie in Praia da Luz in Südportugal Urlaub machte. An jenem Abend ließ das britische Ehepaar aus Rothley seine drei Kinder in der Ferienwohnung allein. Kate und Gerry McCann trafen sich in einem nahe gelegenen Tapas-Restaurant zum Abendessen mit Freunden.

Kurz nach 21 Uhr kehrte Gerry McCann in die Ferienwohnung zurück und sah nach den Kindern, er bemerkte zunächst nichts. Doch als seine Frau gegen 22 Uhr nach Hause kam, stellte sie fest, dass die dreijährige Madeleine fehlte. Angetrieben von einer "fast wilden Reaktion" suchten sie verzweifelt nach ihrer Tochter – doch das Mädchen tauchte nie mehr auf.

Madeleine McCann war drei Jahre alt, als sie im Mai 2007 in Portugal verschwand. (Quelle: imago images)Madeleine McCann war drei Jahre alt, als sie im Mai 2007 in Portugal verschwand. (Quelle: imago images)

Ermittler verdächtigten die Eltern

Seit dem Verschwinden von "Maddie" haben sich ihre Eltern immer wieder an die Öffentlichkeit gewandt, um Hinweise zum Verbleib ihrer Tochter zu sammeln. Kate McCann sagte in einem Interview mit dem britischen Rundfunk BBC im Jahr 2017, dass sie noch immer Geschenke für ihre Tochter an Weihnachten und zum Geburtstag kaufe.

Die Eltern von Maddie gerieten während der Ermittlungen wiederholt selbst in Verdacht. Die Ermittler aus Portugal folgten schon früh dieser Spur – doch am Ende fehlten die Beweise. Daraus entbrannte ein Streit zwischen britischen und portugiesischen Behörden. Später übernahm Scotland Yard den Fall und betonte, dass die Eltern mit Maddies Verschwinden nichts zu tun haben. Hier können Sie nachlesen, wie die Ermittlungen abliefen.

Wer sind Kate und Gerry McCann?

Madeleines Eltern Kate und Gerry sind praktizierende Katholiken. Sie sollen sich 1993 in Glasgow kennengelernt haben, schreibt die Boulevardzeitung "The Scottish Sun". Demnach hat Kate Medizin an der University of Dundee studiert, arbeitete später als Allgemeinärztin. Gerry sei beratender Kardiologe.

Seit 1998 sind die beiden verheiratet – 2003 bekamen sie Madeleine, ihr erstes Kind. Zwei Jahre später kamen noch Zwillinge dazu.

Madeleine McCann: Am 12. Mai gratulierten ihr die Eltern auf Facebook zum 17. Geburtstag. Die Mutter sagte 2017, dass sie zu Weihnachten und Geburtstagen weiterhin Geschenke für ihre Tochter kauft. Sie hatten die Hoffnung nie aufgegeben, dass Maddie lebt. (Quelle: Facebook/Find Madelaine Campaign)Madeleine McCann: Am 12. Mai gratulierten ihr die Eltern auf Facebook zum 17. Geburtstag. Die Mutter sagte 2017, dass sie zu Weihnachten und Geburtstagen weiterhin Geschenke für ihre Tochter kauft. Sie hatten die Hoffnung nie aufgegeben, dass Maddie lebt. (Quelle: Facebook/Find Madelaine Campaign)

An dem Verschwinden von Madeleine wäre ihre Ehe fast zerbrochen, schreibt Kate in ihrer Biografie. Sie hörte auf zu lesen und Musik zu machen. Kate schrieb über diese Zeit: "Ich machte mir Sorgen um Gerry und mich. Ich machte mir Sorgen, dass unsere gesamte Beziehung zusammenbrechen würde."

Inzwischen sind 13 Jahre seit dem Verbrechen vergangen. Ihre Eltern sind noch immer zusammen – und sie kämpfen weiter. An Jahrestagen und Geburtstagen sei es am schwersten, die Ungewissheit über Maddies Schicksal zu ertragen, sagten sie im Interview mit der BBC 2017. Dennoch hätten sie inzwischen ein "volles Leben". Die Hoffnung, ihre Tochter lebend zu finden, werden sie nicht aufgegeben.

Verwendete Quellen:

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