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Tonaufnahme eines Polizisten aus Stuttgart kursiert

  • Jonas Mueller-Töwe
  • Lars Wienand
Von Jonas Mueller-Töwe, Lars Wienand

Aktualisiert am 25.06.2020Lesedauer: 4 Min.
Randale und PlĂŒnderungen in Stuttgart: Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei haben dutzende gewalttĂ€tige Kleingruppen die Innenstadt verwĂŒstet.
Randale und PlĂŒnderungen in Stuttgart: Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei haben dutzende gewalttĂ€tige Kleingruppen die Innenstadt verwĂŒstet. (Quelle: Julian Rettig/dpa-bilder)
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Ein Polizist schildert in einer Sprachnachricht die Ausschreitungen in Stuttgart. Der Mann scheint fassungslos, Ă€ußert sich auch rassistisch. Nun droht ein GesprĂ€ch mit dem PolizeiprĂ€sidenten.

Anmerkung der Redaktion, 25.6.2020: Als der Artikel am 22.6.2020 erschien, war noch unklar, ob es sich bei dem Urheber der Aufnahme tatsÀchlich um einen Polizisten handelt. Mittlerweile hat die Polizei Stuttgart den Beamten identifiziert. t-online.de hat den Artikel deswegen aktualisiert.


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Es wirkt wie die Nachricht eines erfahrenen Polizisten, den ein Einsatz deutlich erschĂŒttert: In sozialen Medien kursiert die Audio-Botschaft eines Stuttgarter Polizeibeamten aus der Nacht der Ausschreitungen. Es herrsche "Krieg", wer Uniform trage, sei "nur Opfer". Es sei ein Wunder, "dass keiner erschossen worden ist". Der Mann scheint konsterniert: "Das macht mich wirklich fassungslos." Die PolizeifĂŒhrung sei "hilflos". Im Verlauf des Mitschnitts Ă€ußert er sich auch rassistisch.

Die Polizei Stuttgart hat den Beamten wenige Tage nach der Veröffentlichung anhand seiner Stimme identifiziert. Der Mann habe zugegeben die Aufnahme angefertigt und sie per WhatsApp einem kleinen privaten Verteilerkreis zugeschickt zu haben, sagte Stefan Keilbach, der Pressesprecher des PolizeiprÀsidiums Stuttgart, t-online.de.

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Von dort sei die Nachricht dann wohl ohne sein Wissen weitergeleitet worden. Es werde derzeit geprĂŒft, ob es straf- oder dienstrechtliche Konsequenzen gebe, sagte Keilbach. Voraussichtlich sei das eher nicht der Fall, da strafbares Verhalten vermutlich nicht vorliege und die Äußerungen im privaten Kreis gefallen seien. Aber: Die Äußerungen des Mannes entsprĂ€chen nicht dem Sprachgebrauch der Polizei Stuttgart, man pflege ein anderes Leitbild. "Der Beamte wird sich auf ein GesprĂ€ch mit dem PolizeiprĂ€sidenten einstellen mĂŒssen."

Polizei hat Kenntnis von der Aufnahme

Die Polizei Stuttgart hatte t-online.de einige Tage zuvor zunĂ€chst nur bestĂ€tigt, dass sie Kenntnis von der Aufnahme hat. Die Behörde gehe dem nach, habe sie aber bislang nicht verifiziert. t-online.de hatte trotzdem ĂŒber das Audio berichtet, da es in sozialen Medien viele Menschen erreicht. Zuerst verbreitete sich der Mitschnitt durch QAnon- und andere rechten Chat-Gruppen. t-online.de hatte deswegen dargestellt, was fĂŒr und was gegen die Echtheit der Aufnahme spricht.

Die Aufnahme klingt, als könnte sie fĂŒr Freunde, Bekannte oder Familie gedacht sein. Er habe das jetzt loswerden mĂŒssen, heißt es in dem Tondokument. Die Aufnahme endet mit: "bis morgen oder bis nachher". Der Verfasser hat einen deutlichen schwĂ€bischen Dialekt und nutzt zum Teil bei der Polizei ĂŒbliches Vokabular. Im Hintergrund der Aufnahme schien undeutlich Polizeifunk zu hören zu sein.

Das musste aber nicht heißen, dass tatsĂ€chlich ein Polizist die Aufnahme angefertigt hat. Denkbar war auch, dass mit solchen HintergrundgerĂ€uschen der Aufnahme AuthentizitĂ€t verliehen werden sollte. Aus Polizeikreisen hieß es, der Funkverkehr sei fĂŒr eine derart aufgewĂŒhlte Lage verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ruhig. In der Aufzeichnung behauptet der Mann jedoch, dass sich der Funk ĂŒberschlage.

WidersprĂŒche und Zweifel

Die Schilderungen zum Verlauf des Krawalls decken sich in Teilen mit dem Einsatzgeschehen, wie auch die Polizei Stuttgart es darstellt. "Jetzt haben wir 1.55 Uhr: Teile der Innenstadt – Königstraße, RotebĂŒhlplatz – sind entglast. Die Kollegen sind massiv mit Steinen, Flaschen beworfen worden." Streifenwagen seien beschĂ€digt worden. Aus den umliegenden PolizeiprĂ€sidien sei "alles da".

Die Aufnahme, die seit Sonntag Kreise zieht: Sie hört sich an, als wĂŒrde ein Polizist mitten aus dem Einsatzgeschehen der Randalenacht in Stuttgart berichten. Die Polizei kann noch nicht sagen, ob sie von einem Beamten stammt.
Die Aufnahme, die seit Sonntag Kreise zieht: Sie hört sich an, als wĂŒrde ein Polizist mitten aus dem Einsatzgeschehen der Randalenacht in Stuttgart berichten. Die Polizei kann noch nicht sagen, ob sie von einem Beamten stammt. (Quelle: Screenshot)

Andere Schilderungen stimmten hingegen nicht mit dem tatsĂ€chlichen Verlauf der Ereignisse ĂŒberein und ließen Zweifel daran aufkommen, ob der Mann in der Nacht der Randale als Polizist im Einsatz war.

Erstens: Der Verfasser der Sprachaufnahme sagt, das erste Polizeirevier sei "angegangen" worden. Das Polizeirevier 1 liegt in dem Teil der Stadt, in dem die Randalierer unterwegs waren. Die Polizei Stuttgart kann aber einen Angriff auf irgendein Revier nicht bestÀtigen. Wahrscheinlich hat er also nicht stattgefunden.

Zweitens: Der Mann berichtet zwei Mal, um 1.56 Uhr sei die "Landesreserve aktiviert" worden. Der Begriff "Landesreserve" ist bei der Polizei in Baden-WĂŒrttemberg allerdings sehr unĂŒblich. Es handelt sich eher um einen Begriff aus der Bundeswehr. Bei der Polizei wĂ€re vielmehr von "VerstĂ€rkung" die Rede oder im Falle einer Hundertschaft von "Bereitschaftspolizei" (BePo). Und auch wenn der Begriff nur salopp gebraucht worden sein sollte, sind die Angaben des Audio-Verfassers nicht korrekt.

Die angebliche "Landesreserve" komme "vom Bodensee oder was, keine Ahnung", sagt der Mann. Das ist falsch. Zwar hat das PolizeiprĂ€sidium Einsatz – das einer angeblichen "Landesreserve" am nĂ€chsten kĂ€me, da es die RegionalprĂ€sidien unter anderem mit Bereitschaftspolizei unterstĂŒtzt – einen taktischen Einsatzzug am Bodensee. Dieser war aber laut Auskunft des PrĂ€sidiums in der fraglichen Nacht nicht im Einsatz. Vielmehr wurden Beamte vom Standort Göppingen nach Stuttgart beordert.

Rassistisches Schimpfwort verwendet

t-online.de hatte deswegen dargestellt, dass die Falschinformationen der unĂŒbersichtlichen Lage in der Einsatznacht geschuldet seien könnten. Es allerdings auch möglich sei, dass der Verfasser der Sprachnachricht nicht als Polizist im Einsatz war.

Den Recherchen zufolge wurde die Aufnahme seit dem frĂŒhen Sonntagnachmittag grĂ¶ĂŸer verbreitet. Erste Aufnahmen zeigen fĂŒr die Speicherung einen Versand ĂŒber einen Messengerdienst um 13.23 Uhr. Diese Angabe muss aber nicht zutreffen. Auf YouTube wurde es spĂ€testens um 16.26 Uhr hochgeladen. Seither gibt es diverse Varianten, zum Teil leicht gekĂŒrzt, mit Videoaufnahmen der Nacht unterlegt oder mit unkenntlich gemachtem Funkverkehr.

Eine kurze Bemerkung in der Aufnahme fĂŒhrte dazu, dass die Aufzeichnung sowohl in rechten wie auch in linken Gruppen geteilt wurde: Der Polizist benutzt ein rassistisches Schimpfwort, sagt sinngemĂ€ĂŸ, bei den TĂ€tern handele sich nur um AuslĂ€nder. TatsĂ€chlich aber hatten unter den zunĂ€chst 24 Festgenommenen zwölf Personen die deutsche Staatsangehörigkeit, wie der Vize-PrĂ€sident der Stuttgarter Polizei, Thomas Berger, sagte. Davon hĂ€tten drei einen Migrationshintergrund. Die HĂ€lfte aller Festgenommen waren Jugendliche bis 21 Jahre.

In rechten Kreisen war die Aussage ĂŒber AuslĂ€nder eine BestĂ€tigung fĂŒr Vorurteile. In linken Kreisen löste Empörung aus, dass ein mutmaßlicher Polizist sich mit der Wortwahl Ă€ußerte.

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