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USA – Skandal um Jeffrey Epstein: Opfer belastet Ghislaine Maxwell schwer

"Zur Sexsklavin ausgebildet"  

Opfer erhebt schwere Vorwürfe gegen Ghislaine Maxwell

31.07.2020, 19:31 Uhr | dpa

USA – Skandal um Jeffrey Epstein: Opfer belastet Ghislaine Maxwell schwer. Ghislaine Maxwell (Archivbild): Die Tochter eines britischen Medienunternehmers ist wegen Sexualverbrechen in den USA angeklagt. (Quelle: dpa/Jim James/PA Wire)

Ghislaine Maxwell (Archivbild): Die Tochter eines britischen Medienunternehmers ist wegen Sexualverbrechen in den USA angeklagt. (Quelle: Jim James/PA Wire/dpa)

"Es waren viele Mädchen beteiligt": Ein Opfer beschuldigt die Partnerin des wegen Sexualverbrechen verurteilten Geschäftsmannes Jeffrey Epstein schwer. Ghislaine Maxwell habe sie gefügig gemacht und missbraucht. 

Im Skandal um den wegen Sexualverbrechen verurteilten Jeffrey Epstein hat ein mutmaßliches Opfer schwere Vorwürfe gegen dessen Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell erhoben. Die Dokumente, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, stammen aus einer Zivilklage von Virginia Giuffre (vormals Roberts) gegen Maxwell von 2015. Darin beschuldigt Giuffre Maxwell, ebenfalls mit minderjährigen Frauen Sex gehabt zu haben. Auf die Frage "Mit wem hatte Ghislaine Maxwell Sex in ihrer Gegenwart?" antwortete sie: "Es waren viele Mädchen beteiligt". Deren Namen kenne sie aber nicht.

Zudem wirft Giuffre – zur Tatzeit vor der Jahrtausendwende ebenfalls minderjährig – Maxwell in den Unterlagen vor, sie für den Missbrauch von Epstein und seinen Freunden gefügig gemacht zu haben.

"Sie hat mich regelmäßig missbraucht"

"Sie ist diejenige, die mich regelmäßig missbraucht hat. Sie hat mich rekrutiert, mir gesagt, was ich tun soll, mich zur Sexsklavin ausgebildet, mich körperlich missbraucht, mich geistig missbraucht", so Giuffre. Maxwell, die in den USA angeklagt ist, bestreitet die Vorwürfe. Viele Anschuldigungen aus der inzwischen beigelegten Zivilklage hatte Giuffre schon vorher geäußert, etwa in TV-Interviews.

Die 58-jährige Maxwell wurde Anfang Juli im US-Bundesstaat New Hampshire festgenommen. Ihr werden sechs Anklagepunkte vorgeworfen, darunter Verführung Minderjähriger zu illegalen Sexhandlungen und Meineid. Auf die Anklagepunkte, die sich auf die Jahre 1994 bis 1997 beziehen, stehen jeweils Höchststrafen von fünf bis zehn Jahren Gefängnis. Maxwell hatte Mitte Juli vor Gericht eine Beihilfe jedoch bestritten und auf "nicht schuldig" plädiert.

Die in der Nacht zum Freitag veröffentlichten Dokumente von Hunderten Seiten wurden von einer Richterin in New York gegen den Widerstand von Maxwells Verteidigern freigegeben. Sie enthalten Medienberichten zufolge auch E-Mails zwischen Epstein und Maxwell von 2015 – dies widerspricht der Aussage von Maxwells Anwälten vor Gericht, dass die beiden zu dieser Zeit keinen Kontakt mehr gehabt haben sollen. Einige Stellen in den Gerichtsunterlagen sind geschwärzt. Die Dokumente könnten noch durch Aussagen von Maxwell ergänzt werden, gegen deren Herausgabe ihre Verteidiger Einspruch eingelegt hatten.

Epstein soll Dutzende Minderjährige missbraucht haben

Der einschlägig vorbestrafte amerikanische Geschäftsmann Epstein soll Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben. 2008 war er in dieser Sache einem Bundesverfahren entgangen, indem er eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft einging. Epstein bekannte sich damals teilweise schuldig und bekam eine milde Haftstrafe. 2019 wurde er in New York erneut angeklagt und nahm sich kurz danach in einer Gefängniszelle das Leben.

Maxwell stammt aus Großbritannien und ist das neunte Kind des Medienzaren Robert Maxwell und der französischstämmigen Holocaust-Forscherin Elisabeth Meynard. Auch der britische Prinz Andrew, der jahrelang mit Maxwell und Epstein bekannt war, soll in den Fall verwickelt sein. So sagte Giuffre, sie sei als 17-Jährige in den Jahren 2001 und 2002 drei Mal zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden. Der 60-Jährige bestreitet die Vorwürfe.

Zeugin: Auch Clinton auf Epstein-Insel

Der Fall um Epstein und Maxwell ist auch deshalb so brisant, weil die beiden in der amerikanischen High-Society gut verdrahtet waren. Auf Partys wurde er immer wieder mit Prominenten gesehen. Epstein hatte zeitweise unter anderem auch ein enges Verhältnis zum ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und dem amtierenden Staatsoberhaupt Donald Trump. 

Die "New York Post" zitiert weiter aus den Unterlagen. Bereits 2011 habe Guiffre Rechtsanwälten erzählt, dass Clinton zusammen mit Maxwell, ihr selbst und "zwei jungen Mädchen" die Insel Little St. James Island besucht habe, die Epstein gehörte. Auf der Insel sollen sich ebenfalls illegale Sexhandlungen zugetragen haben. "Ständig fanden dort Orgien statt", erinnert sich Guiffre in den Aufzeichnungen. "Ich fragte Jeffrey, was denn Bill Clinton hier mache, und er lachte nur und sagte: 'Nun, er schuldet mir einen Gefallen.' Er sagte mir aber nie, was für ein Gefallen das war. Ich wusste auch nicht, ob er das ernst meinte oder nur einen Witz machte."

Clinton habe auch Epsteins Privatflugzeug genutzt. Auch den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore oder die Models Naomi Campbell und Heidi Klum habe sie nach eigenen Aussagen an Bord des Jets gesehen. Guiffres weitere Ausführungen stammen ebenfalls aus Unterlagen der Zivilklage gegen Maxwell 2015.

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