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Anklage gegen Erzieherin in Viersen: Kind in Kita zu Tode gequetscht?


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Mutmaßlicher Mord in Kita – Kind zu Tode gequetscht

Von dpa, afp
Aktualisiert am 21.10.2020Lesedauer: 2 Min.
Die städtische Kita in Viersen: Eine Erzieherin ist angeklagt, weil sie ein Mädchen umgebracht haben soll.
Die städtische Kita in Viersen: Eine Erzieherin ist angeklagt, weil sie ein Mädchen umgebracht haben soll. (Quelle: Bernd Thissen/dpa-bilder)
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Eine Erzieherin wird wegen des Todes eines Kindergartenkinds angeklagt. Sie soll vor dem mutmaßlichen Mord bereits neun weitere Kinder misshandelt haben.

Nach dem Tod eines Kindergartenkindes im nordrhein-westfälischen Viersen im Frühjahr ist gegen die verdächtige Erzieherin Anklage erhoben worden. Die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach legt der Frau Mord und Misshandlung von Schutzbefohlenen zur Last, wie das Landgericht Mönchengladbach am Mittwoch mitteilte. Die 25-Jährige soll vor dem Mord an einem Mädchen in Viersen Kinder in Kitas in Krefeld, Kempen und Tönisvorst misshandelt haben.

Die Erzieherin soll den Kindern den Brustkorb zusammengedrückt haben. Dabei habe sie eine solche Kraft aufgewendet, dass bei den Mädchen und Jungen "eine erhebliche Atemnot oder gar ein Atemstillstand" eingetreten sei. In neun Fällen überlebten die Kinder. Bei einer zehnten Tat im Frühjahr 2020 starb die dreijährige Greta der Anklage zufolge durch einen solchen Angriff.

Anklage: Junge zuckte und blutete aus dem Mund

In Krefeld habe sie laut Anklage auf diese Weise 2017 und 2018 insgesamt viermal einen kleinen Jungen misshandelt. Das Kind sei nach den Taten nicht mehr ansprechbar gewesen, habe an Armen und Beinen gezuckt und aus dem Mund geblutet, schrieb das Gericht. Der Junge wurde aber gerettet.

In einer Einrichtung in Kempen habe die 25-Jährige 2018 laut Anklage ebenfalls viermal einem Jungen dem Brustkorb zusammengepresst. "Hierdurch seien bei dem Jungen Atemnot bis zum Atemstillstand, Leblosigkeit und Krämpfe verursacht worden", schreib das Gericht am Mittwoch. 2019 habe sie in einer Kita in Tönisvorst einem Mädchen, das an einem angeborenen Herzfehler leide, "den Brustkorb zusammengedrückt, bis es blau angelaufen sei und das Bewusstsein verloren habe".

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Arzt brachte Fall ins Rollen

Im April 2020 kam es dann in der Kita in Viersen zu dem Fall mit der kleinen Greta. "Während des Mittagsschlafes habe die Angeschuldigte dem Mädchen wie in den vorherigen Fällen den Brustkorb bis zum Atemstillstand zusammengedrückt", berichtete das Gericht. Das dreijährige Mädchen wurde von Rettungskräften noch reanimiert, starb aber zwei Wochen später. Der behandelnde Arzt schöpfte Verdacht und fand Spuren, die auf Gewalteinwirkung hindeuteten. So kam der Fall ins Rollen.

Die zuständige Kammer am Landgericht Mönchengladbach muss nun entscheiden, ob sie die Anklage zulässt. Die Staatsanwaltschaft wirft der 25-Jährigen Mord und neunfache Misshandlung von Schutzbefohlenen vor. Die Frau sitzt seit Ende Mai in Untersuchungshaft.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa
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  • Anna Aridzanjan
Von Anna Aridzanjan
KempenKrefeldMordMönchengladbachTönisvorstViersen
Justiz & Kriminalität




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