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Mexiko: Mehr als 50 Leichen in Massengräbern entdeckt

Organisierte Kriminalität  

Mexiko: Mehr als 50 Leichen in Massengräbern entdeckt

29.10.2020, 10:08 Uhr | dpa

Mexiko: Mehr als 50 Leichen in Massengräbern entdeckt. Freiwillige suchen bei einem Massengrab nach vermissten Verwandten: Immer wieder werden Leichen gefunden, die von Drogenkartellen verscharrt wurden. (Quelle: Reuters/Jorge Duenes)

Freiwillige suchen bei einem Massengrab nach vermissten Verwandten: Immer wieder werden Leichen gefunden, die von Drogenkartellen verscharrt wurden. (Quelle: Jorge Duenes/Reuters)

In Mexiko wurden erneut Massengräber gefunden, die vermutlich von Drogenkartellen stammen. Die Behörden rechnen damit, noch weitere Leichen zu finden.  

Erneut sind in Mexiko Massengräber mit zahlreichen Leichen gefunden worden. Mit Hilfe der Polizei und des Militärs bargen die Behörden in der Gemeinde Salvatierra im Staat Guanajuato die Überreste von 59 Menschen, darunter vermutlich Jugendliche, wie Mexikos Beauftragte für die Suche nach verschwundenen Personen, Karla Quintana, am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. In den dort entdeckten "zahlreichen Massengräbern" dürften sich noch weitere Leichen befinden, sagte sie.

In Mexiko kommt es immer wieder zu Gewaltverbrechen krimineller Organisationen wie Drogenkartellen, bei denen Menschen verschwinden. Die Opfer der Kartelle landen oft in Massengräbern oder werden in Säure aufgelöst. Die Zahl der verschwundenen Personen liegt landesweit derzeit bei mehr als 73.000.

Unter den Toten solchen Jugendliche sein

Guanajuato gehört zu den Staaten mit der meisten Gewalt. Dort rivalisieren das mächtige Kartell Jalisco Nueva Generación und das regionale Kartell Santa Rosa de Lima um die Vorherrschaft bei Drogenhandel, Treibstoffraub, Erpressung und Entführung.

Unklar war zunächst, wie lange sich die Leichen bereits in den Gräbern in dem etwa 265 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Mexiko-Stadt liegenden Salvatierra befanden. Ersten Analysen zufolge sind 10 bis 15 der 59 Leichen Frauen, außerdem seien vermutlich Jugendliche unter den Toten, hieß es. 

Die meisten Verbrechen werden nie aufgeklärt

Zwischen Januar und Mai hatten Behörden im westmexikanischen Bundesstaat Jalisco Leichen sowie Körperteile von mehr als 200 Menschen gefunden. Dort waren seit November 2019 bereits zwei weitere Massengräber mit insgesamt 81 Leichen gefunden worden. 

Die meisten der heute Vermissten verschwanden nach 2006, als der damalige mexikanische Präsident Felipe Calderón den Drogenbanden den Krieg erklärte. Damit stieg auch die Gewalt. Die meisten Verbrechen in Mexiko werden nie aufgeklärt, geschweige denn geahndet. 2019 gab es etwa 36.000 Morde in dem Land mit 130 Millionen Einwohnern.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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