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Aufsicht prüfte Potsdamer Heim nur einen Tag vor Gewalttat

Vier Tote, eine Schwerverletzte  

Aufsicht prüfte Potsdamer Heim nur einen Tag vor Gewalttat

01.05.2021, 09:22 Uhr | dpa

Aufsicht prüfte Potsdamer Heim nur einen Tag vor Gewalttat. Menschen gedenken der Opfer am Oberlinhaus: Eine 51-Jährige soll hier vier Menschen getötet haben. (Quelle: imago images/Martin Müller)

Menschen gedenken der Opfer am Oberlinhaus: Eine 51-Jährige soll hier vier Menschen getötet haben. (Quelle: Martin Müller/imago images)

In einem Potsdamer Heim sind vier Bewohner getötet worden. Das Brandenburger Gesundheitsministerium warnt vor voreiligen Schlüssen: Die Einrichtung habe einen sehr guten Ruf.

Einen Tag vor dem gewaltsamen Tod von vier Bewohnern in Potsdam ist das Heim für Menschen mit Behinderungen nach Angaben der Brandenburger Landesregierung geprüft worden. "Die Aufsicht für unterstützende Wohnformen prüft regelmäßig auch im Thusnelda-von-Saldern-Haus die Pflegesituation", teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, der Deutschen Presse-Agentur mit.

Dabei sei auch das Thema "Umgang mit besonderen Belastungen während der Corona-Pandemie, Gewalt in der Pflege" angesprochen worden. Vorfälle wurden keine berichtet, so der Sprecher. Nach Einschätzung der Aufsicht sei der Träger auch in Bezug auf die Begleitung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesbezüglich "fachgerecht und angemessen aufgestellt".

Tatverdächtige ist vorläufig in psychiatrischer Klinik

Eine langjährige Pflege-Mitarbeiterin der Wohnstätte für Körper- und Mehrfachbehinderungen in Potsdam steht nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft im Verdacht, vier Bewohner zwischen 31 und 56 Jahren gewaltsam getötet zu haben. Eine weitere Bewohnerin des Thusnelda-von-Saldern-Hauses wurde schwer verletzt.

Eine Haftrichterin hatte die 51-jährige Tatverdächtige vorläufig in eine psychiatrische Klinik in Brandenburg/Havel eingewiesen. Sie soll auf ihre Schuldfähigkeit hin begutachtet werden. Nach Angaben der diakonischen Einrichtung Oberlinhaus, zu der das Wohnheim gehört, war die Frau bisher nicht psychisch auffällig geworden. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor Haftbefehl wegen Totschlags beantragt.

"Das Oberlinhaus hat einen sehr guten Ruf"

Pflegeeinrichtungen werden von der Aufsicht für unterstützende Wohnformen (AuW, früher Heimaufsicht) laut Gesundheitsministerium grundsätzlich einmal im Jahr im Rahmen einer Regelüberwachung aufgesucht. "Die AuW hat erst am 27. April 2021 eine Regelprüfung in der Pflegeabteilung des Thusnelda-von-Saldern-Hauses durchgeführt", erklärte der Sprecher. "Das fürchterliche Gewaltverbrechen ist für alle ein sehr großer Schock. Ich warne aber vor voreiligen Schlüssen bei der Frage, was der Grund für diese unvorstellbare Tat war." Die Umstände, die zur Tat geführt hätten, müssten sorgfältig aufgeklärt werden. "Das Oberlinhaus hat einen sehr guten Ruf."

Die Verletzungen der Opfer gehen nach Angaben der Ermittler auf schwere äußere Gewalteinwirkung zurück. Die Todesopfer wiesen nach dpa-Informationen schwere Schnittverletzungen an der Kehle auf. Zum Tathergang hat die Staatsanwaltschaft bisher aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben gemacht. Der Gewaltakt hatte in Potsdam und darüber hinaus für Entsetzen gesorgt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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