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Kasan: Zahlreiche Tote bei Schüssen in russischer Schule

Amoklauf in Kasan  

Tote in russischer Schule – Verdächtiger sagt aus

11.05.2021, 19:06 Uhr | dpa

Schusswaffenangriff an russischer Schule

Bei einem Schusswaffenangriff in einer Schule im südwest-russischen Kasan sind mehrere Menschen getötet worden. Laut der Nachrichtenagentur RIA seien unter den Opfern mehrere Schüler und ein Lehrer. (Quelle: t-online) 

Russland: Bei einem Schusswaffenangriff in einer Schule im südwest-russischen Kasan sind mehrere Menschen getötet worden. (Quelle: t-online)


In einer Schule in Russland hat ein Jugendlicher zahlreiche Kinder erschossen. Während Ärzte im Krankenhaus um das Leben der Überlebenden ringen, hat sich der mutmaßliche Täter zur Tat geäußert.

Bei einem Angriff mit Schusswaffen auf eine russische Schule sind mehrere Menschen getötet worden. Nach Angaben des Regionalpräsidenten Rustam Minnichanow wurden sieben Schüler der achten Klasse getötet, außerdem eine Lehrerin und eine weitere Frau. 20 weitere Menschen mussten mit Verletzungen ins Krankenhaus, darunter 18 Kinder. Minnichanow sprach von einer "großen Tragödie". Ein Verdächtiger soll festgenommen worden sein. 

Hinter dem blutigen Angriff steht nach Darstellung der Behörden ein Einzeltäter. "Es gab nur einen Täter", sagte eine Behördensprecherin der Agentur Interfax zufolge in der Stadt Kasan. "Informationen über zwei sind nicht richtig." Zuvor war noch von einem möglichen zweiten Tatverdächtigen die Rede gewesen.

Behörden nennen mutmaßlichen Täter "Terroristen" 

Die Behörden bestätigten wenig später die Festnahme eines 19-Jährigen. Der Republikchef von Tartastan, Rustam Minnichanow, nannte ihn einen "Terroristen". Auf den 19-Jährigen soll auch die genutzte Waffe registriert worden sein. Den Waffenschein soll er Berichten zufolge erst im April bekommen haben. 

Ein im Internet verbreitetes und vom russischen Fernsehen ausgestrahltes Video zeigt den jungen Mann mit blutbeschmiertem nackten Oberkörper in einer Zelle, wo er aussagt, er habe seine Tat geplant, weil er "alle hasst", und sich selbst als "Gott" bezeichnet. Ein Informatikinstitut erklärte, der 19-jährige Informatikstudent sei kürzlich vom Studium ausgeschlossen worden, weil er nicht zu Prüfungen angetreten sei.

Von den 18 Schulkindern, die derzeit im Krankenhaus behandelt werden, seien sechs von ihnen in einem kritischen Zustand, teilten die Behörden der Agentur Interfax zufolge mit. Die ersten Operationen liefen bereits. Ärzte untersuchten demnach auch Kinder mit Verletzungen, Knochenbrüchen und Blutergüssen. Einige Schüler waren Berichten zufolge aus dem Fester gesprungen, um sich in Sicherheit zu bringen. Außerdem seien drei Erwachsene verletzt worden.

Zeugen berichteten auch von einer Explosion. Auf Amateurvideos war zu sehen, wie Rauch aus einem mehrstöckigen weißen Gebäude stieg. Es waren Schreie zu hören. Zahlreiche Schüler wurden aus dem Gebäude in einen benachbarten Kindergarten gebracht. Ein lokaler Fernsehsender berichtete, dass Kinder aus den Fenstern des dritten Stocks gesprungen seien. In Russland hatten die Schulen erst am Dienstag nach mehr als einer Woche Ferien wieder begonnen.

Explosion vermutet

Der festgenommene 19-Jährige soll Medienberichten zufolge vor etwa vier Jahren seinen Schulabschluss gemacht haben. Kurz vor der Tat soll er das Verbrechen im Nachrichtenkanal Telegram angekündigt haben. Er soll zunächst mit einem Maschinengewehr die Schule durch einen Haupteingang betreten und sofort um sich geschossen haben. 

Russlands Staatschef Wladimir Putin hat in der Folge des Angriffs nun eine Überarbeitung des Waffenrechts angekündigt. Der Präsident habe angeordnet, "rasch eine neue Vorschrift auszuarbeiten hinsichtlich der Waffenarten, die in den Händen von Zivilisten sein dürfen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. Dabei solle auch der Waffentyp berücksichtigt werden, der bei dem Angriff in einer Schule in Kasan zum Einsatz gekommen war. Zudem kündigte der Kreml an eine Sondermaschine mit Ärzten, Psychologen und medizinischem Material nach Kasan zu senden.

Nach früheren Angriffen auf Schulen haben viele Bildungseinrichtungen in dem Riesenreich Wachpersonal an Eingängen. Ob das auch bei der Schule Nummer 175 in Kasan der Fall war, war zunächst unklar.

Mehrere Angriffe mit Toten auf Schulen in vergangenen Jahren

In Russland gab es in der Vergangenheit immer wieder Festnahmen, weil Jugendliche angeblich Angriffe auf Schulen geplant hatten. Einen der schlimmsten Überfälle auf eine Schule gab es 2004 in Nordossetien. Damals brachten tschetschenische Rebellen mehr als 1.000 Lehrer, Schüler und Eltern in ihre Gewalt, die sich dort zum Beginn des neuen Schuljahres versammelt hatten. Zwei Tage später stürmten russische Spezialeinheiten die Halle. Dabei kamen mehr als 300 Menschen um, mehr als die Hälfte waren Kinder.

Die bisher letzte große Tragödie gab es im Oktober 2018, als in der Stadt Kertsch auf der von Russland einverleibten Halbinsel Krim ein 18-Jähriger an einer Berufsschule um sich geschossen und einen Sprengsatz gezündet hatte. Er und 20 weitere Menschen starben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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