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Absturz von Boeing in China mit 132 Toten war wohl kein Unfall

Von rtr
Aktualisiert am 18.05.2022Lesedauer: 2 Min.
FlugzeugunglĂŒck in China: Aufnahmen zeigen den steilen Absturz des Passagierflugzeugs und den UnglĂŒcksort. (Quelle: t-online)
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Nur wenige Monate nach dem Absturz eines Flugzeuges in China sind US-Ermittler offenbar der Ursache nÀher gekommen: Daten des Flugschreibers deuten wohl darauf hin, dass die Maschine absichtlich in den Berg geflogen wurde.

Der Absturz eines Passagierflugzeugs in China mit 132 Toten könnte einem Medienbericht zufolge absichtlich herbeigefĂŒhrt worden sein. Darauf weisen von US-Ermittlern untersuchte Daten des Flugschreibers hin, wie die Zeitung "Wall Street Journal" am Dienstag berichtete. "Das Flugzeug hat das getan, was ihm von jemandem im Cockpit befohlen wurde", zitierte die Zeitung eine Quelle, die demnach mit vorlĂ€ufigen EinschĂ€tzungen der amerikanischen Behörden vertraut ist.

Flug MU5375 der Airline China Eastern war am 21. MĂ€rz zwischen den chinesischen StĂ€dten Kunming und Guangzhou unterwegs. Über der Region Guanxi stĂŒrzte die Maschine, eine Boeing 737-800, plötzlich aus einer Höhe von rund 8.800 Metern ab und zerschellte an einem Berghang. Alle 132 Insassen starben.

Nach dem Absturz ĂŒbernahm die chinesische Zivilflugbehörde CAAC die Ermittlungen zur Unfallursache. Ende April gab sie bekannt, einen vorlĂ€ufigen Bericht fertiggestellt zu haben – ohne aber Angaben zu einer möglichen Absturzursache zu machen. GemĂ€ĂŸ den internationalen Flugverkehrsregeln leistete die US-amerikanische Flugsicherheitsbehörde NTSB technische UnterstĂŒtzung fĂŒr die Untersuchungen, weshalb die Daten des Flugschreibers in die USA ĂŒbermittelt wurden.

Aus diesen Daten geht laut "Wall Street Journal" hervor, dass einer der Piloten oder jemand, der ins Cockpit eingedrungen war, das Flugzeug per Steuereingabe in den Sturzflug beförderte und zum Absturz brachte. Laut der Zeitung halten US-amerikanische Behörden eine Verantwortung des Piloten fĂŒr wahrscheinlicher. Die CAAC hatte hingegen mitgeteilt, es gebe keinen Verdacht gegen den Piloten.

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Peking geht gegen "illegale Informationen" vor

US-Behörden wĂŒrden ihre Erkenntnisse laut "Wall Street Journal" durch die Tatsache untermauert sehen, dass chinesische Ermittler bisher auf keine Probleme mit dem Flugzeug oder der LuftraumĂŒberwachung hingewiesen hĂ€tten. In einer CAAC-Mitteilung hieß es, die Besatzung habe alle Sicherheitskontrollen durchgefĂŒhrt, an Bord hĂ€tten sich keine Gefahrenstoffe befunden und der Flug sei nicht auf problematische Wetterbedingungen gestoßen.

Nach dem Flugzeugabsturz im MĂ€rz hatte die Kommunistische Partei Chinas sich schnell darum bemĂŒht, Informationen ĂŒber den Absturz unter Kontrolle zu halten. Die chinesische Internet-Regulierungsbehörde teilte nach dem Unfall mit, sie habe eine Vielzahl an "illegalen Informationen" aus dem Netz entfernt.

Der Absturz war das tödlichste FlugzeugunglĂŒck in China seit drei Jahrzehnten. Die Sicherheitsvorkehrungen in dem Land sind sehr streng. Absichtlich von Piloten herbeigefĂŒhrte FlugzeugabstĂŒrze sind extrem selten. Im MĂ€rz 2015 ließ der Co-Pilot einer Maschine der deutschen Fluggesellschaft Germanwings ein Flugzeug absichtlich in den französischen Alpen abstĂŒrzen. 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder starben. Die europĂ€ische Flugsicherheitsbehörde AESA hat seither die medizinische Betreuung von Piloten verstĂ€rkt, insbesondere mit Blick auf ihre psychische Gesundheit.

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