Sie sind hier: Home > Panorama > Menschen >

Tod von Uwe Barschel: "Es war Suizid"

"Es war Suizid"  

Rechtsmediziner spricht erstmals über Tod von Uwe Barschel

17.02.2016, 16:14 Uhr | TM, t-online.de

Tod von Uwe Barschel: "Es war Suizid"  . Uwe Barschel: Für den damals verantwortlichen Rechtsmediziner ist klar, wie der Politiker zu Tode kam. (Quelle: dpa)

Uwe Barschel: Für den damals verantwortlichen Rechtsmediziner ist klar, wie der Politiker zu Tode kam. (Quelle: dpa)

Der zum Zeitpunkt des Todes von Uwe Barschel verantwortliche Pathologe hat sich erstmals öffentlich zu den Ergebnissen seiner Obduktion geäußert. Der Fachmann sieht nach Informationen der Wochenzeitung "Die Zeit" keinerlei Anzeichen für eine Fremdeinwirkung.

Werner Janssen, Professor für Pathologie und Rechtsmedizin, beruft sich auf die Ergebnisse aus dem von ihm 1987 verfassten Sektionsprotokoll zum Todesfall Uwe Barschel. "Es war Suizid", so Janssen in der "Zeit", "für eine andere Annahme gab es keine Anhaltspunkte."

Janssen war zum Zeitpunkt von Barschels Tod Direktor des Hamburger Universitätsinstituts für Rechtsmedizin. Er hatte den Leichnam gemeinsam mit seinem Leitenden Oberarzt Klaus Püschel obduziert.

"Dreimal so lange" Obduktion

Die Sektion habe sechs bis acht Stunden gedauert, erinnert sich der heute 91-Jährige: "Dreimal so lange wie üblich." Am Ende kamen sie gemeinsam mit dem Hamburger Toxikologieprofessor Achim Schmoldt zum selben Schluss: Suizid durch Medikamentenmissbrauch.

Im Protokoll heißt es wörtlich: "Eine versehentliche Überdosierung bei einem bewusstseinsklaren Menschen ist angesichts dieser Substanzmengen nicht denkbar; ebenso unwahrscheinlich ist die Möglichkeit einer unbemerkten Beibringung. Nach den vorliegenden Erkenntnissen gibt es keinen Anhalt für eine Beibringung der zum Tode führenden Substanzen unter äußerem Zwang."

Ärzte schließen Fremdeinwirkung aus

Ein bei der Sektion entdecktes Hämatom im oberen linken Stirnbereich des Leichnams hatte damals für Aufregung gesorgt. Fremdeinwirkung durch einen Schlag schlossen die Hamburger Ärzte jedoch aus. "Viel naheliegender war es, dass Barschel sich diese Unterblutung selbst zugezogen hatte, etwa am Türrahmen oder durch Aufstoß am Badewannenrand", erklärt Janssen. "Ich sage noch einmal, es war Suizid. Ich hoffe, man lässt Uwe Barschel jetzt endlich ruhen."

Ob sich diese Hoffnung erfüllt, ist zumindest fraglich. Seit dem Tod des ehemaligen Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein vor fast 30 Jahren gibt es immer wieder Gerüchte und Spekulationen über die Todesumstände des Politikers. Neben der Suizid-Theorie gibt es auch Vermutungen, dass der CDU-Mann Opfer eines Mordkomplotts wurde.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: