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Mit Luxusschuhen: Syrischer Flüchtling erobert die Modeszene

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Promis stehen auf seine Sneaker  

Syrischer Flüchtling erobert die Modeszene

24.05.2018, 14:01 Uhr | lw, AFP

Mit Luxusschuhen: Syrischer Flüchtling erobert die Modeszene. Daniel Essa: Der Syrer hat es von ganz unten nach ganz oben geschafft. (Quelle: Instagram-Profil von Daniel Essa)

Daniel Essa: Der Syrer hat es von ganz unten nach ganz oben geschafft. (Quelle: Instagram-Profil von Daniel Essa)

Als Flüchtling kam Daniel Essa nach Frankreich. Jetzt entwirft er Luxus-Sportschuhe und verkauft sie an Stars. Damit gilt er als bestes Beispiel für gelungene Integration.

Der Syrer Daniel Essa ist ein Musterbeispiel gelungener Integration: Der 30-Jährige arbeitet als Modedesigner im Norden Frankreichs und verkauft seine Luxus-Sportschuhe an Stars wie die US-Schauspielerin Whoopi Goldberg. Damit ist sein Lebensweg außergewöhnlich in einem Land, in dem wie in Deutschland viele Menschen Skepsis gegenüber arabischen Flüchtlingen hegen.

Vor fünf Jahren reiste Essa zunächst mit einem Reisevisum zu Freunden nach Spanien und kurze Zeit später nach Frankreich. Sein Ziel: Die Modehauptstadt Paris. In Frankreich wurde Essa nach wenigen Wochen als Flüchtling anerkannt, denn zu dem Zeitpunkt tobte bereits seit Jahren der Bürgerkrieg in seinem Heimatland.

Großmutter brachte ihm das Nähen bei

In Syrien arbeitete Essa vor seiner Flucht als Fernsehmoderator. Bereits dort besuchte er auch eine Mode-Hochschule und investierte in ein Atelier, um seine Karriere voranzutreiben. Wegen des Krieges musste er jedoch alles zurücklassen.

Ein Modell der minimalistischen Schuhe von Daniel Essa: Sie kosten zwischen 300 und 400 Euro. (Quelle: Snapchat)Ein Modell der minimalistischen Schuhe von Daniel Essa: Sie kosten zwischen 300 und 400 Euro. (Quelle: Snapchat)

Der 30-Jährige kommt aus einer christlichen Familie. Seine Verwandten sind noch in Syrien, sie leben in den Bergen nahe der libanesischen Grenze. "Als ich klein war, hat meine Großmutter mir das Nähen beigebracht", erinnert sich der blauäugige Mann mit dem perfekt gestutzten Bart. Seine Eltern waren damals nicht begeistert von dem Hobby ihres Sohnes: Die Modewelt sei nichts für Männer.

Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft

In Frankreich macht er dennoch in genau dieser Branche Karriere. Im vergangenen Sommer erhielt er Unterstützung einer französischen Mode-Organisation, die junge Talente begleitet. "Die Leidenschaft für sein Projekt hat uns überzeugt", erläutert die Chefin von Maisons de Mode, Emmanuelle Axer. "Wir haben auf seine Hartnäckigkeit und seine Überzeugungskraft gesetzt."

Damit und mit Hilfe seines Schwagers bewegte er eine Fabrik in Kroatien dazu, seine Sneaker-Modelle zu produzieren, zunächst in kleiner Anzahl. Die Schuhe verkaufte er den bekannten Modeunternehmen Balenciaga und Givenchy. Anfang diesen Jahres erreichte er dann endlich sein Ziel: In Paris werden seine Schuhe auf Modemessen gezeigt.

Auch auf Instagram vermarktet er seine Luxusschuhe und modelt selber.

Essa will Franzose werden

Auch internationale Stars werden auf den Jungdesigner aufmerksam. Neben Whoopi Goldberg bestellen die US-Schauspielerin Bella Thorne und das US-Model Olivia Palermo seine Schuhe. Die minimalistischen Modelle sind aufwendig designt, der Syrer verkauft sie für 300 bis 400 Euro pro Paar. Die meisten haben pastellfarbene Laschen, einige außerdem Schnürsenkel in Neonpink oder -gelb. Aktuell versucht Essa, Boutiquen in Genf, Lille, Miami und Dubai von seinen Schuhen zu überzeugen.

Der Syrer lebt und arbeitet in einem kleinen Haus in der nordfranzösischen Stadt Villeneuve d'Ascq nahe Lille. Dort finden sich seine Sneaker-Modelle neben Ausgaben des Magazins "GQ" und einer Jesus-Figur. Mit seiner Arbeit will der Designer auch die verschiedenen Facetten seines Heimatlandes vermitteln. "Wenn ich meine Arbeit gut mache, dann tue ich das auch, um ein anderes Bild von meinem Land zu zeigen: Ein Land reich an Geschichte und Sehenswürdigkeiten."

Vor einigen Jahren seien die ersten Flüchtlinge nach Europa gekommen, sagt der Syrer. "Ab diesem Jahr wird man Erfolgsgeschichten sehen können, und zwar nicht nur meine." Er selbst will irgendwann französischer Staatsbürger werden.

Verwendete Quellen:
  • AFP

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