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Herne: Kobra bleibt verschwunden – Debatte um "Gefahrtiergesetz"

"Vermeiden Sie hohes Gras"  

Kobra in Herne verschwunden – kommt ein "Gefahrtiergesetz"?

28.08.2019, 07:55 Uhr | AFP, dpa, jmt, dpa

 (Quelle: dpa)
Giftige Kobra in Herne ausgebüxt

In Herne ist eine giftige Schlange entwischt. Unter Hochdruck versucht man, das Tier wieder einzufangen. Dabei helfen sollen Mehl und doppelseitiges Klebeband. (Quelle: dpa)

Herne in Nordrhein-Westfalen: Unter Hochdruck versucht man, eine giftige Kobra wieder einzufangen. (Quelle: dpa)


Seit Sonntag wird in Herne eine giftige Kobra gesucht. Vier Häuser wurden evakuiert, Spezialisten suchen nach dem Tier. Jetzt schaltet sich auch die Landespolitik ein. 

In Herne wird weiter nach einer giftigen Kobra gesucht. Die bereits am Sonntag geräumten Häuser bleiben deshalb auch verschlossen, wie Ordnungsdezernent Johannes Chudziak sagte. Die 30 Bewohner können bis auf weiteres nicht in ihre Wohnungen zurück. Eine Fachfirma soll der Stadt jetzt helfen, die Schlange zu finden. 

Das Tier befinde sich mit "sehr hoher Wahrscheinlichkeit" weiter in dem Gebäude, in dem es auf einem Flur gesehen worden war, sagte Chudziak. Er rief die Bevölkerung im Umfeld des Wohnhauses zu besonderer Aufmerksamkeit und Vorsicht auf: "Bleiben Sie möglichst auf befestigten Wegen und vermeiden Sie es, durch hohes Gras oder dichten Bewuchs zu gehen." Lärm und Erschütterungen sollen abschreckend auf die Schlange wirken. Wer die Schlange sehe, solle sich fernhalten und den Notruf wählen.

Hochgiftige Monokelkobra

Die Schlange, eine hochgiftige Monokelkobra mit einer geschätzten Länge von mindestens 1,40 Metern, war am Sonntag im Treppenhaus von einer Bewohnerin entdeckt worden. Die Stadt vermutet, dass die Kobra aus der Wohnung eines Mieters stammt, wo der junge Mann rund 20 Giftschlangen hielt. Ihm wurde die Haltung der Schlangen mittlerweile untersagt. Am Montag wurden alle Tiere aus der Wohnung geholt. Der Mann hatte laut Stadt Herne bestritten, dass die Kobra aus seinen Beständen stamme.

Jetzt fordert die rot-grüne Landtagsopposition in Nordrhein-Westfalen deutlich strengere Auflagen für private Halter von gefährlichen Tieren. "Besonders gefährliche und hochgiftige Tiere gehören nicht in Privatwohnungen", forderte der Grünen-Landtagsabgeordnete Norwich Rüße. Für potenziell tödliche Tiere wie Giftschlangen, Skorpione, Krokodile oder Raubkatzen solle ein Haltungsverbot gelten. "Ich werde mich auf Landesebene dafür einsetzen, dass die Haltung giftiger Tiere in Nordrhein-Westfalen verboten wird", kündigte auch der Herner SPD-Landtagsabgeordnete Alexander Vogt an. Auch NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) sagte: "Ich persönlich bin gegen die Haltung sehr gefährlicher Tierarten in Wohnungen oder Häusern."

Bislang geht es vor allem um Artenschutz

Bisher gelten für die Haltung wildlebender Tiere in Privathaushalten in Nordrhein-Westfalen kaum Vorgaben, solange Artenschutz-Regeln erfüllt werden. SPD und Grüne hatten bereits 2014 – damals als Regierungsfraktionen – ein Gefahrtiergesetz angestrebt. Der Vorstoß war aber vor allem am Widerstand der Kommunen gescheitert.

Heinen-Esser sagte, ihr Ministerium prüfe gerade "die bestehenden rechtlichen Vorgaben und potenziell weitergehende Regelungen, eventuell auch eine Bundesratsinitiative". Die Ministerin verwies einerseits auf die Gefährlichkeit der Tiere, zudem habe sie "Zweifel, ob die Haltung solcher Tiere in Wohnungen art- und tiergerecht ist".
 


Nach den Vorstellungen von Grünen und SPD soll es neben dem Haltungsverbot für besonders gefährliche Tiere auch Regelungen für gefährliche Tiere geben, die Menschen zwar nicht töten, aber verletzen können – etwa Schnappschildkröten oder Vogelspinnen. Für sie soll eine Anzeigepflicht eingeführt werden. "Es ist wichtig, dass die Behörden wissen, welche gefährlichen Tiere in ihrem Verantwortungsbereich leben. Das ist die Grundlage dafür, Unbeteiligte vor gefährlichen Tieren zu schützen", sagte der Grünen-Abgeordnete Rüße. Außerdem hatte der rot-grüne Gesetzesvorschlag eine verpflichtende Haftpflichtversicherung für mögliche Schäden durch die Tiere vorgesehen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen AFP, dpa

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