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Satire-Offensive macht sich über russische Annexionen lustig


Kaliningrad als Teil Tschechiens
Satire-Offensive macht sich über russische Annexionen lustig

Von t-online, wan

Aktualisiert am 06.10.2022Lesedauer: 3 Min.
Die russische Stadt Kaliningrad: Im Internet wird die Enklave in Spaß-Beiträgen Tschechien zugeschlagen.Vergrößern des BildesDie russische Stadt Kaliningrad: Im Internet wird die Exklave in Spaß-Beiträgen Tschechien zugeschlagen. (Quelle: Vitaly Nevar/imago-images-bilder)
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Ein Politiker aus Tschechien hat Internet-Memes populär gemacht, die aus Spaß die Exklave Kaliningrad seinem Land zuschlagen. Auch aus Polen kommen Beiträge.

Satirische Artikel aus Tschechien über die russische Exklave Kaliningrad sorgen in sozialen Netzwerken für Aufsehen. Sie machen sich unter dem Hashtag #KaliningradIsCzechia über die russischen Annexionen von besetzten Gebieten in der Ukraine lustig, in dem sie fordern, das ehemalige Königsberg an die Tschechische Republik anzuschließen. Popularität bekamen die Memes auch, weil der tschechische Politiker Tomas Zdechovsky den Gag verbreitete.

Unter dem Slogan "Make Kaliningrad Czech Again" (Macht Kaliningrad wieder tschechisch) wurden unter anderem Bürger aufgefordert, sich vor der russischen Botschaft in Prag zu versammeln. Die meisten der Memes kommen aus Polen und Tschechien. So forderte ein Nutzer mit dem Namen "Papiez internetu" (Internet-Papst), die Exklave zwischen Polen und Tschechien aufzuteilen – und lieferte auch gleich eine Karte mit einem möglichen Grenzverlauf. "Es ist Zeit, Kaliningrad aufzuteilen, damit unsere tschechischen Brüder endlich Zugang zu Meer bekommen", schrieb er.

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Ein anderer polnischer Twitter-Nutzer namens Tomasz Komentasz war besonders eifrig. Er zeigte das Bild eines Flugzeugträgers mit dem Namen "Karel Gott", der gerade den Hafen von Kaliningrad verlässt. Auf einem anderen Bild, das Fallschirmspringer im Einsatz zeigt, schrieb er: "In der Oblast Kaliningrad starteten die tschechische Luftwaffe und Spezialeinheiten Manöver unter dem Decknamen 'Láska nebeská'". Das heißt übersetzt "Tatsächlich Liebe" und spielt auf eine TV-Komödie an.

Neuer Name soll Královec sein

Es wurde sogar ein Twitter-Konto eröffnet, das sich unter dem tschechischen Namen "Královec" als offizieller Vertreter der so umbenannten Stadt Kaliningrad ausgibt. Dort steht: "Willkommen auf dem offiziellen Profil von Královec. Nach einem erfolgreichen Referendum entschieden sich 97,9 Prozent der Einwohner Kaliningrads für den Zusammenschluss mit der Tschechischen Republik und die Umbenennung von Kaliningrad in Královec."

Und schließlich bekommt auch Kremlchef Putin selbst sein Fett weg. Auf einem Bild sitzt er entspannt am Telefon und fragt, wie die Lage in Kaliningrad sei. Auf dem nächsten Bild fragt er: "Was meinen sie mit Ahoi?" Es handelt sich damit um das tschechische Wort für Hallo und Tschüss.

Ein weiterer Tweet zeigt eine Fotomontage aus einer Nachrichtensendung, bei der auf der Wetterkarte von Tschechien bereits die umbenannte Exklave zu sehen ist. Etwas abstruser ist die (Falsch)-Meldung, dass Tschechien aus Kaliningrad eine Rakete zum Mars gestartet hätte. Ziel der Mission "Pilsner 1" sei, das berühmte tschechische Bier zum roten Planeten zu bringen.

Der christdemokratische tschechische Politiker Tomas Zdechovsky, der auch Mitglied des Europaparlaments ist, bekam fürs Teilen der Tweets offenbar Gegenwind von prorussischen Nutzern. "Indem ich den Witz über Kralovec teilte, wollte ich auf die Absurdität der russischen Annexion ukrainischen Territoriums hinweisen.

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Wenn ich Hunderte von hasserfüllten Nachrichten von Russen sehe, muss ich fragen, warum sie es nicht mögen? Sie taten dasselbe mit den Ukrainern", schrieb er auf Twitter.

Der Hintergrund der satirischen Annexion liegt in der Geschichte der Exklave. Im 13. Jahrhundert wurde sie von deutschen Rittern zu Ehren des böhmischen Königs Premysl Otakar Königsberg genannt. Böhmen ist heute Teil von Tschechien. Später gehörte Königsberg zu Preußen und dem Deutschen Reich, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es Russland zugeschlagen. Es ist auf dem Landweg nur über Litauen oder Polen zu erreichen. Russland hat dort seine baltische Flotte stationiert.

Verwendete Quellen
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