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USS Pueblo: Seit 50 Jahren in nordkoreanischer Hand

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Vergessenes US-Kriegsschiff  

Die "USS Pueblo" ist seit 50 Jahren in nordkoreanischer Hand

25.01.2018, 15:54 Uhr | AP

USS Pueblo: Seit 50 Jahren in nordkoreanischer Hand. Seit 50 Jahren in Hand der Nordkoreaner: Das US-Aufklärungsschiff "USS Pueblo" (Quelle: AP/dpa/Eric Talmadge)

Seit 50 Jahren in Hand der Nordkoreaner: Das US-Aufklärungsschiff "USS Pueblo" (Quelle: Eric Talmadge/AP/dpa)

Während des Kalten Krieges schickten die USA ein Aufklärungsschiff nach Nordkorea, um den kommunistischen Staat auszuspionieren. Die Nordkoreaner kaperten die "USS Pueblo" – und behielten sie.

50 Jahre nach ihrer Eroberung ist die "USS Pueblo" das einzige Marineschiff der Vereinigten Staaten, das noch immer im Ausland festgehalten wird. Und auch wenn das zu Spionagezwecken eingesetzte Schiff in den USA fast vergessen ist: In Nordkorea bleibt der "Pueblo-Vorfall" ein wichtiges Symbol des militärischen Erfolgs gegen den Feind.

Das Aufklärungsschiff, das in dieser Woche vor genau 50 Jahren angegriffen und gekapert wurde, liegt auf dem gefrorenen Fluss Potong in Pjöngjang, gleich neben dem Museum des Vaterländischen Befreiungskampfes. Tausende Nordkoreaner werden Tag für Tag durch die Ausstellung geschleust, um die nordkoreanische Version des Koreakriegs zu sehen – wie ihr Land in dem Konflikt von 1950 bis 1953 gegen alle Widerstände die Amerikaner besiegte und bis heute gegen die USA kämpft.

Angesichts der bevorstehenden Olympischen Winterspiele in Südkorea hat Pjöngjang den USA vorgeworfen, die Beziehungen zwischen den Nachbarn verschlechtern zu wollen. Die nordkoreanischen Staatsmedien präsentierten den 50. Jahrestag als Meilenstein im Konflikt des Landes mit den Vereinigten Staaten. Die staatliche Nachrichtenagentur des Landes zitierte einen Marineoffizier mit den Worten, das Schiff sei ein Symbol dafür, wie die USA eine "vernichtende Niederlage" erleben würden, sollten sie die Souveränität des Landes verletzen.

Mit knallroter Farbe wurde das Schiff als Ausstellungsstück aufgerüstet (Quelle: AP/dpa/Eric Talmadge)Mit knallroter Farbe wurde das Schiff als Ausstellungsstück aufgerüstet (Quelle: Eric Talmadge/AP/dpa)

Als Ausstellungsstück ist die "USS Pueblo" extrem umgerüstet worden, um die Auswirkungen dramatischer darzustellen. Jang Un Jye führt durch das Schiff, zeigt auf Einschusslöcher und Granatlöcher, die ganz frisch Farbe bekommen haben – sie leuchten rot. Die Militärangehörige schaut mit Genugtuung auf eine zerknitterte amerikanische Fahne in einer Glasvitrine auf der Kommandobrücke. Dann zeigt sie auf handgeschriebene Geständnisse an einer Wand und auf Metalltischen, vom Kapitän der "Pueblo" und seiner Crew.

Die anderen Gegenstände auf dem alten Marineschiff sollen vor allem die Demütigung der Amerikaner verdeutlichen. Auf Schwarz-Weiß-Fotos ist zu sehen, wie der Kapitän eine Unterschrift leistet und die Mannschaft ein Jahr später nach ihrer Freilassung über die Grenze nach Südkorea geht. In der früheren Schiffskapelle wird ein Propagandavideo gezeigt.

Ein Toter und Dutzende Festnahmen bei Eroberung

Für ihren Kampf am 23. Januar 1968 war die "Pueblo" nur schlecht gerüstet. Nordkorea kaperte das Aufklärungsschiff, nachdem es angeblich in die territorialen Gewässer des Landes eingedrungen war. Ein Matrose wurde getötet, als das Schiff mit einem Maschinengewehr beschossen und geentert wurde. 82 Überlebende wurden zu Gefangenen.

Die Schwarz-Weiß-Fotos sollen die Demütigung der Amerikaner verbildlichen (Quelle: AP/dpa/Eric Talmadge)Die Schwarz-Weiß-Fotos sollen die Demütigung der Amerikaner verbildlichen (Quelle: Eric Talmadge/AP/dpa)

Die damaligen Umstände zum Höhepunkt des Kalten Krieges waren brisant und gefährlich. Schnell eskalierte die Einnahme und hätte sich zu einem ernsthaften Militärkonflikt entwickeln können: Die USA schickten Flugzeugträger ins Japanische Meer (Ostmeer) und forderten die Freilassung der Crew. Nordkorea dagegen zwang die Mannschaft zu öffentlichen Schuldeingeständnissen. Die Besatzung gab hinterher an, regelmäßig geschlagen worden zu sein.

Der Vorfall endete schließlich am 21. Dezember 1968, als US-Verhandlungsführer Gilbert H. Woodward in einer Erklärung anerkannte, die "Pueblo" sei "illegal in die territorialen Gewässer Nordkoreas eingedrungen". Vorher und nachher stritt er dies zwar ab. Heutzutage, bei den offiziellen Touren über das Schiff, spielt das aber keine Rolle mehr.


Quelle:
- AP

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