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Forscher-Kritik an "Starlink": Sternenhimmel bald voller Satelliten?

Forscher-Kritik an "Starlink"  

Sternenhimmel bald voller Satelliten?

01.07.2019, 08:57 Uhr | dpa

Forscher-Kritik an "Starlink": Sternenhimmel bald voller Satelliten?. Ein computergenerierte Bild der European Space Agency (ESA) zeigt Weltraummüll früherer Weltraummissionen, der neben intakten Satelliten um die Erde kreist.

Ein computergenerierte Bild der European Space Agency (ESA) zeigt Weltraummüll früherer Weltraummissionen, der neben intakten Satelliten um die Erde kreist.Foto: ESA. (Quelle: dpa)

New York (dpa) - Ob Großer Wagen, Kreuz des Südens oder Orion - die Suche nach Sternbildern gehört für viele Menschen zu den großen Freuden dunkler Nachthimmel.

Aber nicht jeder helle Fleck am Himmel ist ein Stern, auch immer mehr Satelliten sind zu sehen. Die private US-Raumfahrtfirma SpaceX hat im Mai beispielsweise gleich 60 davon auf einmal ins All gebracht - die ersten von insgesamt 12.000 des "Starlink" genannten Projekts, das ein weltumspannendes Internet-Netz bereitstellen soll.

Die "Starlink"-Satelliten, die mit Solarpaneelen ausgestattet sind und Sonnenlicht zur Erde reflektieren, leuchteten anfangs so hell, dass unzählige Sternengucker sie mit dem bloßen Auge beobachten konnten und einige sogar Ufos vermuteten. Forscher reagieren alarmiert. "Das hat das Potenzial zu verändern, wie ein natürlicher Nachthimmel aussieht", sagte Astronom Tyler Nordgren der "New York Times". Laut SpaceX nimmt die Sichtbarkeit der Satelliten aber ab, wenn sie ihre Umlaufbahn erhöhen und sich selbst ausrichten.

Die Zahl der Satelliten im All nimmt ständig zu. Alleine bei den Internet-Projekten ist nicht nur SpaceX im Spiel, sondern gleich mehrere Unternehmen verfolgen vergleichbare Pläne. So hatte im Februar eine Sojus-Rakete die ersten sechs Satelliten von OneWeb ins All befördert. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Airbus und der US-Firma OneWeb, hinter der Internetpionier Greg Wyler steht. Andere Projekte wie Telesat-Leo vom kanadischen Konzern Telesat sind aktuell in Arbeit. Es gibt auch Start-ups wie die US-Firma Swarm, die Netze aus nur wenige Kilogramm schweren Mini-Satelliten aufbauen.

"Ich finde es lobenswert und von beeindruckender Ingenieurskunst, die Informationen und Chancen, die das Internet ermöglicht, zu verbreiten", sagt Wissenschaftlerin Megan Donahue von der Michigan State University, derzeit Präsidentin der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft (AAS). "Aber genau wie viele andere Astronomen mache ich mir große Sorgen über die Zukunft dieser hellen neuen Satelliten." Projekte wie "Starlink" könnten dazu führen, dass irgendwann mehr Satelliten als Sterne am Nachthimmel zu sehen seien.

Das könnte nicht nur Hobby-Sternengucker beeinträchtigen, sondern auch die Wissenschaft. Licht und Radiofrequenzen von Satelliten erschweren jetzt schon die Arbeit vieler Teleskope - wie sich das bei einer wachsenden Anzahl von Satelliten weiter auswirken würde, untersuchen Wissenschaftler derzeit noch. "Der natürliche Nachthimmel ist eine Quelle für Astronomen und für alle, die hochschauen und die Großartigkeit des Universums genießen", sagt Jeffrey Hall, der am Lowell Observatory arbeitet. "Seine Degradierung hat viele negative Einflüsse, auch über die Astronomie hinaus."

SpaceX-Gründer Elon Musk hat sich bereits einsichtig gezeigt. Er habe seine Mitarbeiter angewiesen, dafür zu sorgen, dass die Satelliten künftig weniger hell seien, schrieb Musk beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Wir werden sicherstellen, dass Starlink keine Auswirkungen auf Entdeckungen in der Astronomie hat. Die Wissenschaft ist uns sehr wichtig."

Dass sich SpaceX gesprächsbereit zeigt, begrüßt AAS-Präsidentin Donahue. "Ich erwarte, dass wir kreative Lösungen finden werden, die dann auch Modell für andere Firmen stehen können."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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