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Hessische Gemeinde stellt Warmwasser ab – "Verlagerung der Kosten"

Von Roxana Frey

23.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Wasserzähler in einem Badezimmer (Symbolbild): 100.000 Euro möchte der Kreis mit dieser Maßnahme einsparen.
Wasserzähler in einem Badezimmer (Symbolbild): 100.000 Euro möchte der Kreis mit dieser Maßnahme einsparen.
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Seit Anfang Juni fließt in den Turnhallen des Lahn-Dill-Kreises nur noch Kaltwasser, um Energie zu sparen. Die Parteien kritisieren diese Entscheidung der Gemeinde.

Und nach dem Sport eine schöne heiße Dusche – keine Option für Sporttreibende in den Turnhallen des Lahn-Dill-Kreises. Die hessische Gemeinde kündigte Ende Mai an, das Warmwasser an kreiseigenen Turnhallen abzustellen. Dazu zählen auch schulische Sporträume. Als Reaktion auf die steigenden Energiepreise wolle man so in den Sommermonaten 100.000 Euro einsparen und ein Zeichen setzen.

Ein radikaler Schritt, den nicht alle in der hessischen Gemeinde befürworten: Nachdem die Maßnahme in einer Pressemitteilung bekannt gegeben worden war, kritisierten die Fraktionen Die Linke Lahn-Dill und CDU Lahn-Dill die Entscheidung des Landkreises.

Die Linke: Maßnahme ist "Milchmädchenrechnung"

Tim Zborschil, Kreisvorsitzender der Linken, nennt das Ersparnis durch die Maßnahme eine "sozial ungerechte Milchmädchenrechnung". "Wenn es dem Kreis wirklich um Nachhaltigkeit und Entkopplung von Energiepreisen ginge, so würde er verstärkt in Fotovoltaikanlagen investieren, statt Schülerinnen und Schülern sowie Vereinen einfach das warme Wasser abzustellen", äußert er sich im Interview mit t-online.

Seiner Meinung nach handele es sich um schlichte Symbolpolitik und eher um einen Negativbeitrag zum Klimaschutz: "Anstatt dass die Menschen vor Ort duschen können, gehen sie in ihrer schwitzigen Kleidung nach Hause und müssen diese erst mal in die Waschmaschine werfen". Zudem vermutete die Fraktion, dass die kreiseigenen Vereine nicht vorab über die Sparmaßnahme informiert wurden. Dazu sei bereits eine Anfrage an den Kreisrat gestellt worden – die Antwort stehe bislang aus.

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Sparmaßnahme sei nur eine "Verlagerung der Kosten"

Auch Hans-Jürgen Irmer, Kreisvorsitzender CDU Lahn-Dill, kritisiert, dass die kreiseigenen Vereine nicht vorab in die Entscheidung eingebunden wurden. Er selbst war jahrelang Leistungssportler und ist Mitglied im Turnverein Wetzlar. Die Entscheidung des Landkreises sei vielmehr eine "Verlagerung der Kosten" als eine wirkliche Sparmaßnahme, wie er im Gespräch mit t-online erklärt.

Man sei ja sowieso noch an die Kosten des Vertrages von 2022 gebunden. Zudem sei es eine Frage der Hygiene: Duschen sei nach dem Sport wichtig, wenn nur noch kaltes Wasser aus der Brause läuft, würden viele darauf verzichten. Als ehemaliger Lehrer weiß Irmer, dass diese Maßnahme auch Jugendliche betrifft.

In seiner Mitteilung vom 31. Mai nahm der Kreis auch auf diesen Punkt Bezug: "Die Duschen in den Turnhallen werden kaum von Schülerinnen und Schülern genutzt. Es sind eher die Vereinssportlerinnen und -sportler, die regelmäßig von der Duschmöglichkeit Gebrauch machen. Hier bitten wir um Verständnis", sagt Vize-Landrat und Kreis-Schulbaudezernent Roland Esch. Landrat Wolfgang Schuster (SPD) verteidigt die Maßnahme: "Es handelt sich um eine zeitlich befristete Sparmaßnahme, die angesichts der aktuellen Situation verhältnismäßig und zumutbar ist."

Lahn-Dill-Kreis: Bürger und Bürgerinnen beschweren sich auf Facebook

Ab dem 19. September soll das Warmwasser wieder fließen. Auf Anfrage von t-online gab eine Sprecherin des Lahn-Dill-Kreises bekannt, dass die Schulen "grundsätzlich mit einer hohen Akzeptanz" auf die Sparmaßnahme reagierten. Von den circa 300 Vereinen, die die kreiseigenen Hallen im Lahn-Dill-Kreis kostenfrei nutzen dürfen, hätten etwa 15 bis 20 Vereine nach der Meldung Kontakt zur Kreisverwaltung aufgenommen. In den Gesprächen sei es jedoch primär um Veranstaltungen gegangen, wie beispielsweise Turniere oder Rundenspiele, bei denen Unmut seitens der Gastmannschaften (aus anderen Landkreisen) befürchtet wurde.

Generell habe die Kreisverwaltung die Rückmeldung bekommen, dass die Sportler und Sportlerinnen zwar warme Duschen bevorzugen würden, die vorübergehende Maßnahme aber akzeptieren und der Kreisverwaltung als "Hallenvergabestelle" keinen Vorwurf machen würden. Hier spiele auch der langjährige, gute Kontakt zu den Vereinen eine entscheidende Rolle.

Auf den sozialen Netzwerken zeigt sich allerdings die Wut der Bürger und Bürgerinnen: Auf Facebook liest man Kommentare wie "Beschlossen von Warmduschern" oder "Diesen Personen, welche das fordern, sollte man zu Hause auch das Warmduschen verbieten." Dass sich die Vereine selbst bislang öffentlich nicht zu der Energiesparmaßnahmen äußern, kann Irmer gut verstehen. Schließlich seien sie von der finanziellen Unterstützung des Kreises abhängig.

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