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Über 10 000 Menschen demonstrieren in Hessen gegen Rassismus

Von dpa
06.06.2020Lesedauer: 2 Min.
Demonstration gegen Rassismus und Polizeigewalt
Mehrere Tausend Menschen auf dem Römerberg in Frankfurt bei einer "Silent Demo". (Quelle: Boris Roessler/dpa/dpa-bilder)
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Rund 8000 Menschen haben sich nach Angaben der Polizei am Samstag in Frankfurt am Main versammelt, um gegen Rassismus und Polizeigewalt zu demonstrieren. Größere Zwischenfälle habe es nicht gegeben. Ein Polizeisprecher sagte am Samstag, nicht einmal eine Stunde nach dem Beginn der Kundgebung sei der Römerplatz bereits voll gewesen. Weitere Teilnehmer konnten deshalb auf den nahen Paulsplatz ausweichen.

Zunächst wurden laut Polizei die Hygiene- und Mundschutzregeln der Corona-Pandemie eingehalten. Auf dem Römerberg waren Mindestabstände am Nachmittag aber nicht mehr möglich. Sehr viele Menschen standen auch auf dem Paulsplatz und in den Nebenstraßen bis zum Mainufer. Sie hielten Schilder mit dem Motto der Bewegung "Black Lives Matter" (Schwarze Leben zählen) hoch und riefen "No Justice, no Peace" (Keine Gerechtigkeit, kein Frieden). Redner erinnerten daran, dass Rassismus nicht nur in den USA existiere, sondern auch hier ein Problem sei.

"Wen ruft man im Notfall, wenn man nicht mal der Polizei vertrauen kann?", fragte eine Rednerin. Ein junger schwarzer Mann sprach von "26 Jahren Erfahrung mit Rassismus", die er gemacht habe. "Jeder kennt die Blicke, das gemütliche Herspazieren von Polizisten - und dann die verdachtsunabhängige Kontrolle", kritisierte er das sogenannte Racial Profiling, also Kontrollen auf Basis äußerlicher Merkmale.

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte in einem kurzen Redebeitrag: "Wir sind die Stadt der Toleranz, wir sind die Stadt der Vielfalt, aber wir sind nicht tolerant für Rassismus - das hat keinen Platz hier." Er erinnerte an rassistische Anschläge in der Vergangenheit, in Solingen, Halle "und in Hanau, direkt vor unserer Haustür - das ist eine Schweinerei!"

Es gab auch eine Schweigeminute, die zunächst etwas schwierig durchzusetzen war, weil weiter Sprechchöre erklangen. Dann war aber tatsächlich nur noch der Regen zu hören.

Am Samstagabend gab es nach Polizeiangaben vom Sonntag noch "ohne größere Zwischenfälle" einen Aufzug mit rund 5000 Demonstranten zum Stadtviertel Gallus. Eine Polizistin vor dem Zug applaudierte den Demonstranten. Ein Polizeisprecher sagte am Sonntag: "Das ist nicht verboten." Ein Großteil der deutschen Polizisten stünde einer solchen Geste sicherlich aufgeschlossen gegenüber. Der brutale Polizeieinsatz in den USA, der zum Tod des Afroamerikaners George Floyd geführt und unter anderem die Demonstration in Frankfurt ausgelöst hatte, sei "nicht hinnehmbar".

Auch in mehreren anderen hessischen Städten versammelten sich am Samstag deshalb Menschen zu sogenannten "Silent Demos" (deutsch: Stille Demonstrationen). In Wiesbaden kamen rund 500 Teilnehmer zusammen, in Kassel nahmen rund 3000 an einer friedlichen Demonstration teil. Auch in Fulda versammelten sich rund 1000 Bürger. Bereits am vergangenen Freitag hatten sich in Frankfurt schon rund 3000 Menschen bei einer Kundgebung mit der Bewegung "Black Lives Matter" solidarisch gezeigt.

Die Kommunale Ausländerinnen- und Ausländervertretung (KAV) Frankfurt am Main forderte eine offene Debatte über Rassismus. "Zunehmend wird Rassismus auch von Vertretern verschiedener Behörden, leider auch der Polizei, verübt", teilte die KAV am Sonntag mit. Ein kritischer und ehrlicher Blick nach innen sei in diesen Tagen unabdingbar. Rassistische Einstellungen seien mitunter sogar den Handelnden selbst nicht bewusst. Die KAV schlug vor, auch Migranten an einer offenen Diskussion zu beteiligen.

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