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Hamburg: Polo-Spielerin Antje Montag (✝54) stirbt nach schwerem Sturz

Gefährlicher Reitsport?  

Polospielerin stirbt bei Turnier in Hamburg

09.09.2021, 17:57 Uhr | t-online

Hamburg: Polo-Spielerin Antje Montag (✝54) stirbt nach schwerem Sturz . Pferde bei einem Polospiel (Symbolbild): In Hamburg ist eine Spielerin ihren schweren Verletzungen erlegen. (Quelle: imago images/Claus Bergmann)

Pferde bei einem Polospiel (Symbolbild): In Hamburg ist eine Spielerin ihren schweren Verletzungen erlegen. (Quelle: Claus Bergmann/imago images)

Schreckliches Ende eines Poloturniers in Hamburg: Eine Reiterin ist mit ihrem Pferd gestürzt und gestorben. Ein erneutes Drama, das den Reitsport infrage stellt?

Ein schwerer Unfall hat den Finaltag des Poloturniers im Hamburger Polo Club überschattet. Das Pferd von Antje Montag stolperte am Sonntag auf dem Spielfeld und überschlug sich mit ihr. Noch vor Ort wurde die Polospielerin von Sanitätern und einem Notarzt der Hamburger Feuerwehr versorgt. Trotz einer Notoperation im Krankenhaus Altona überlebte die 54-Jährige nicht, wie das "Abendblatt" berichtet.

Polo ist ein Mannschaftssport, bei dem vier Reiter pro Team versuchen, wie beim Hockey mit Holzschlägern einen Ball ins gegnerische Tor zu befördern. Nicht selten kommt es bei dieser Sportart zu Stürzen und ernsthaften Verletzungen – von Reitern und Pferden. Denn beim Polo herrscht enger Körperkontakt. Es wird gerangelt und versucht, das andere Team abzudrängen, um in den Ballbesitz zu kommen.

Verletzungen beim Polo meist schwer

Der sportliche Höhepunkt des Polos liegt in Buenos Aires bei den Palermo Open. Hier treffen die besten Spieler der Welt aufeinander. Und genau hier wurde eine Studie durchgeführt, die die Verletzungsrisiken und den Grad der Verletzungen von Reitern beleuchtet.

Das Carlos Ottolenghi Institute of Orthopaedics, Italian Hospital of Buenos Aires hat 34 professionelle Polospieler in der Saison 1996 in Argentinien untersucht. Insgesamt wurden 64 Verletzungen dokumentiert: 10 davon leicht, 13 mittelschwer und 41 schwer.

Diese Ergebnisse stützt auch eine Studie aus dem "German Journal Sports Magazine" aus dem Jahr 2019. Sie wurde zwischen Mai und Juni 2017 in Deutschland und der Schweiz durchgeführt. Dabei wurden Verletzungen aus zwei Jahren dokumentiert. Das Ergebnis: "Obwohl die Verletzungshäufigkeit niedrig war, traten im Falle einer Verletzung meist schwere Verletzungen auf." 

"Beim Polo werden Pferde wie Sportgeräte behandelt"

Was aber ist mit den Pferden? Die Beine der Tiere werden zum Schutz vor den Schlägern bandagiert. Doch reicht das aus? Laut der Tierschutzorganisation Peta birgt der Schlägereinsatz direkt neben Kopf und Beinen der Pferde ein hohes Verletzungsrisiko. 

Außerdem kommt es zu starkem Verschleiß von Sehnen und Gelenken. Das abrupte Stoppen, Los- und Kurvenlaufen sei für die Knochen, Sehnen und Gelenke der Tiere gesundheitsschädlich. Davon berichten auch Reiter in Foren.

"Beim Polo werden Pferde wie Sportgeräte behandelt", so Peta. Eine Aussage, die zuletzt nicht selten ausgesprochen wurde – vor allem nach einem umstrittenen Vorfall bei den Olympischen Spielen in Tokio.

Heftige Kritik am Reitsport

Beim Springreiten im modernen Fünfkampf hatte Annika Schleu Probleme mit ihrem zugewiesenen Pferd "Saint Boy". Trainerin Kim Raisner wollte von der Seite helfen, wählte dabei aber harte Worte: "Komm, hau mal richtig drauf. Hau richtig drauf." Schleu folgte den Worten, sie schlug und trat zu. Raisner verpasste dem Tier einen Seitenhieb mit der Faust. Die Bundestrainerin wurde vom modernen Fünfkampf ausgeschlossen und nun zur Teilnahme an einem Trainingsseminar zum richtigen Umgang mit Pferden verurteilt. 

Die Reaktionen im Netz waren ebenso heftig wie der Umgang mit den Tieren. "Irgendwie krass, dass Pferdequälen eine olympische Sportart ist", schrieb der deutsche Komiker Aurel Mertz auf Twitter und erntete dafür sehr viel Zuspruch.

Nicht nur der moderne Fünfkampf, auch das Dressur- und Springreiten sowie die Vielseitigkeitsdisziplin wurden hart kritisiert. Der Reitsport wurde in ein schlechtes Licht gerückt und der schwere Unfall in Hamburg dürfte die Kritik untermauern.

Verwendete Quellen:

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